• 24.06.2014
      21:15 Uhr
      Westware aus dem Ostknast rbb Fernsehen
       

      Sie stehen bis heute in beinahe jeder deutschen Wohnung - die legendären Regale, Schränke und Sofas des Möbelhauses aus Schweden. Als sie die Bundesrepublik Mitte der 1970er Jahre eroberten, galten sie von Anfang an als schick, modern und vor allem preiswert. Gern genoss man die praktisch-billigen Selbstbauteile und keiner fragte nach, wo die Einrichtungsgegenstände wirklich her kamen. Auch bei den Billigstrümpfen auf dem Wühltisch und den Elektrogeräten im Versandkatalog spielte die Herkunft im öffentlichen Bewusstsein keine Rolle.

      Dienstag, 24.06.14
      21:15 - 22:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 21:00
      Stereo

      Sie stehen bis heute in beinahe jeder deutschen Wohnung - die legendären Regale, Schränke und Sofas des Möbelhauses aus Schweden. Als sie die Bundesrepublik Mitte der 1970er Jahre eroberten, galten sie von Anfang an als schick, modern und vor allem preiswert. Gern genoss man die praktisch-billigen Selbstbauteile und keiner fragte nach, wo die Einrichtungsgegenstände wirklich her kamen. Auch bei den Billigstrümpfen auf dem Wühltisch und den Elektrogeräten im Versandkatalog spielte die Herkunft im öffentlichen Bewusstsein keine Rolle.

       

      Sie stehen bis heute in beinahe jeder deutschen Wohnung - die legendären Regale, Schränke und Sofas des Möbelhauses aus Schweden. Als sie die Bundesrepublik Mitte der 1970er Jahre eroberten, galten sie von Anfang an als schick, modern und vor allem preiswert. Gern genoss man die praktisch-billigen Selbstbauteile und keiner fragte nach, wo die Einrichtungsgegenstände wirklich her kamen. Auch bei den Billigstrümpfen auf dem Wühltisch und den Elektrogeräten im Versandkatalog spielte die Herkunft im öffentlichen Bewusstsein keine Rolle.

      Nur wenige Verbraucher West ahnten, dass diese schicken Waren tatsächlich aus der DDR, von einem ganzen Netz Volkseigener Betriebe, stammten. Und nicht einmal die Zwischenhändler wussten, dass es dort gerade auch die Arbeit in Gefängnissen der DDR war, die zu einem fest einkalkulierten Bestandteil der Exportproduktion für das kapitalistische Ausland gehörte. Erst nach der politischen Wende wurde klar, dass es kaum einen volkswirtschaftlich wichtigen Betrieb in der DDR gab, der nicht in Gefängnissen arbeiten ließ, entweder in einer anstaltsinternen "Zweigstelle" oder in einem speziell abgesicherten Außenbereich.

      Konsumgüter wie Möbel, Schuhe, Radios, Fotoapparate, Anzüge, Hemden, selbst große Maschinenteile und tonnenschwere Stahlröhren wurden hier für den unersättlichen Westmarkt produziert - zum Nutzen des sozialistischen Devisenbedarfs und zum Gewinn westdeutscher Unternehmen und Verbraucher.

      In einer Statistik aus dem Jahr 1987 zählte die DDR 19.382 "Häftlinge in Arbeit". Was sie nicht erwähnte, waren die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen und der massive Druck, der auf die Häftlinge, kriminelle wie politische, ausgeübt wurde, damit sie ihrer Arbeit im Dienste des sozialistischen Gesellschaft nachgingen.

      Der Film behandelt das Thema "Zwangsarbeit" in der DDR. Er befragt Westunternehmer und DDR-Außenhändler zu dem einträglichen win-win-Geschäft für beide Seiten, spricht mit ehemaligen Insassen und Haftanstaltsleitern über den Alltag in DDR-Gefängnissen - und geht der großen Frage nach: Was wussten die Westfirmen wirklich?

      Film von Anne Worst

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