• 14.04.2015
      22:30 Uhr
      Buddy Elias - mein Glück - mein Schicksal Zum Tode von Buddy Elias | hr-fernsehen
       

      Der Schauspieler Buddy Elias war der Cousin von Anne Frank und ihr letzter lebender Verwandter. Bis zu seinem Tod war er Präsident des Anne Frank Fonds. In dieser Funktion reiste er unermüdlich durch die Welt, hielt Vorträge in Schulen und kämpfte gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung. Der Film von Pierre Koralnik ist ein Porträt eines wichtigen Kapitels europäischer Geschichte - und eine Reflexion über die Frage, wie Zufall und Glück über das Schicksal von Menschen entscheiden, und wie man mit der "Schuld der Überlebenden selbst überlebt. - Buddy Elias ist am 16. März 2015 im Alter von 89 Jahren in Basel gestorben.

      Dienstag, 14.04.15
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Der Schauspieler Buddy Elias war der Cousin von Anne Frank und ihr letzter lebender Verwandter. Bis zu seinem Tod war er Präsident des Anne Frank Fonds. In dieser Funktion reiste er unermüdlich durch die Welt, hielt Vorträge in Schulen und kämpfte gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung. Der Film von Pierre Koralnik ist ein Porträt eines wichtigen Kapitels europäischer Geschichte - und eine Reflexion über die Frage, wie Zufall und Glück über das Schicksal von Menschen entscheiden, und wie man mit der "Schuld der Überlebenden selbst überlebt. - Buddy Elias ist am 16. März 2015 im Alter von 89 Jahren in Basel gestorben.

       

      Er habe nicht ein Leben geführt, sagt Buddy Elias, sondern viele Leben . Elias blickt in der Dokumentation Mein Glück, mein Schicksal zurück auf bewegte Jahre. Früh entdeckte der Junge, dessen Familie von Frankfurt am Main 1931 nach Basel zog, seine Liebe zur Schauspielerei und zum Eiskunstlauf. Sein komisches Talent brachte ihn als Clown zu Holiday On Ice , später als Schauspieler ans Theater und ins Fernsehen. Seine offene und spontane Art, seine Jugendlichkeit faszinieren.

      Buddy Elias war der Cousin von Anne Frank, ihr letzter lebender Verwandter. Während seine Familie den Nationalsozialisten in der Schweiz entging, zog Annes Familie 1933 nach Amsterdam, das 1940 durch deutsche Truppe besetzt wurde. Es waren schicksalhafte Entscheidungen. Die eine Familienseite wurde verschont, während die andere, mit Ausnahme von Otto, in Bergen-Belsen und Auschwitz ermordet wurde. Nach dem Krieg kam Otto bei der Familie Elias in Basel unter. Hier hat er Buddy aus den Tagebüchern seiner Tochter vorgelesen. Oft sprachen sie über die Veröffentlichung des Tagebuches und Ottos Pläne für den Anne Frank Fonds, dem Buddy vorsteht.

      Bis zu seinem Tod lebte Buddy Elias mit seiner Frau, der Schauspielerin Gerti Wiedner, in dem Haus der Familie an der Herbstgasse in Basel. Filmautor Pierre Koralnik betrachtet im Film mit den beiden gemeinsam alte Briefe und Familiendokumente, Familienfotos und alte Super-8-Filme. Diese Reise in die Vergangenheit ging an Buddy Elias nicht spurlos vorüber. Doch er vergrub sich nicht in seinem Schmerz. Er erinnerte sich an die lebhafte Anne, an ihren vergnüglichen Charakter, ihren Wissensdurst, die graugrünen Augen; daran, wie sie zusammen kleine Stücke aufführten, schaukelten und träumten. Als Kinder hatten sie oft die Ferien gemeinsam verbracht. Sie malten sich ihre zukünftigen Karrieren aus. Anne war bereits eine begabte Geschichtenerzählerin, und Buddy hatte großes Talent, Leute zum Lachen zu bringen.

      Nach dem Tod von Otto Frank wurde Buddy Elias Präsident des Anne Frank Fonds. In dieser Funktion reiste er unermüdlich durch die Welt, hielt Vorträge in Schulen. Teil seiner Arbeit war auch der beständige Schutz des Tagebuches gegen Verleumdungen und gegen jene, die seine Authentizität bezweifelten. Für Buddy - und auch für seine Frau - war die intensive Arbeit für den Fonds zur Lebensaufgabe geworden. Buddys Mission war sein Versprechen Otto Frank gegenüber: Annes Tagebuch zu verbreiten und vor Missbrauch zu schützen, sich einzusetzen für Annes Botschaft von Frieden und Koexistenz. In seinen Begegnungen mit Jugendlichen in der ganzen Welt kämpfte er gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung, wie Otto es ihm vorgelebt hat.

      Filmautor Pierre Koralnik begleitete ihn bei einer Reise ins ehemalige KZ Bergen-Belsen, wo es eine Gruppe Jugendlicher nicht fassen kann, dass Anne Franks Cousin tatsächlich an dem Ort ist, an dem für sie ein Grabstein errichtet wurde, und mit ihnen spricht.

      Buddy Elias Leben war ein Leben im Licht, erfüllt von Applaus. Es verlief geradezu märchenhaft. Oft konnte er es selbst nicht fassen, wie sich für ihn die Dinge gefügt haben. Seine Cousine Anne, die Familie Frank, hat er dabei nie vergessen.

      Der Film von Pierre Koralnik ist ein Porträt eines wichtigen Kapitels europäischer Geschichte - und eine Reflexion über die Frage, wie Zufall und Glück über das Schicksal von Menschen entscheiden, und wie man, wie Buddy, mit der Schuld der Überlebenden selbst überlebt. - Buddy Elias ist am 16. März 2015 im Alter von 89 Jahren in Basel gestorben.

      Ein Film von Pierre Koralnik

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      Dienstag, 14.04.15
      22:30 - 23:15 Uhr (45 Min.)
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