• 14.03.2018
      22:45 Uhr
      Francos Erbe - Spaniens geraubte Kinder DOX - DER DOKUMENTARFILM IM BR | BR Fernsehen
       

      Alfonsa (43) und Alicia (42) sehen sich vor die schwierigste Aufgabe ihres Lebens gestellt: Sie sind Betroffene in einem der größten Babyhandelsskandale der neueren europäischen Geschichte und auf der Suche nach ihren Familienangehörigen. Während der 36-jährigen Gewaltherrschaft Francos in Spanien wurden die Kinder der politischen Gegner zwangsadoptiert. Bis in die 90er Jahre hinein, 20 Jahre nach dem Tod des Diktators, wurden Säuglinge direkt nach der Geburt ihren Eltern weggenommen, um sie zu verkaufen. Ein Dokumentarfilm über den Kampf gegen einen übermächtigen Staat und die Suche nach Identität.

      Mittwoch, 14.03.18
      22:45 - 23:55 Uhr (70 Min.)
      70 Min.

      Alfonsa (43) und Alicia (42) sehen sich vor die schwierigste Aufgabe ihres Lebens gestellt: Sie sind Betroffene in einem der größten Babyhandelsskandale der neueren europäischen Geschichte und auf der Suche nach ihren Familienangehörigen. Während der 36-jährigen Gewaltherrschaft Francos in Spanien wurden die Kinder der politischen Gegner zwangsadoptiert. Bis in die 90er Jahre hinein, 20 Jahre nach dem Tod des Diktators, wurden Säuglinge direkt nach der Geburt ihren Eltern weggenommen, um sie zu verkaufen. Ein Dokumentarfilm über den Kampf gegen einen übermächtigen Staat und die Suche nach Identität.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Inga Bremer

      Enrique Vila Torres (50) ist praktizierender Anwalt und Buchautor aus Valencia und wurde als Baby selbst zwangsadoptiert. Der Kampf um Gerechtigkeit und für die Entschädigung der Opfer ist zu seiner Lebensaufgabe geworden.

      Alfonsa (43) kämpft seit mehr als zwei Jahren für ihr Recht. Und sie wird nicht aufgeben. Die Katalanin wird mit 14 Jahren schwanger. Vom Vater des Kindes keine Spur. Sie kommt in das Kloster Santa Eulalia, erhält drei Mahlzeiten am Tag und saubere Kleider. Sie wähnt sich im Paradies. Die Geburt ihres Kindes bekommt sie nicht mit, sie wird im Krankenhaus sediert und wacht Stunden später aus der Narkose auf. Ihr Kind, so die Schwester, sei gestorben. 27 Jahre später bekommt sie einen Anruf von einem Anwalt: Ihre Tochter, die von wohlhabenden Katalanen adoptiert wurde, würde sie suchen. Alfonsas Welt bricht in Trümmer.

      Alicia (42) ist alleinerziehende Mutter eines neunjährigen Sohnes. Sie wurde als Kind adoptiert, ebenso wie ihr jüngerer Bruder. Beide Kinder wussten immer, dass sie nicht die leiblichen Kinder ihrer Eltern waren. Als der Adoptivvater stirbt, tauchen plötzlich Papiere auf, die viele Fragen aufwerfen und wenig Antworten liefern. Daraus wird ersichtlich, dass Alicias Mutter alleinerziehend war und die Eltern sehr viel Geld für die Adoptivtochter bezahlten sowie vieles mehr, das auf eine illegale Adoption hinweist.

      Wie verändert sich ein Leben, wenn nichts mehr so ist, wie es scheint, wenn einem die eigene Geschichte, die Identität genommen wird? Wenn man erfährt, das man ein Opfer von Kinderhandel wurde und das totgeglaubte Kind noch lebt? Wie stark ist die innere Erschütterung, dass man von Menschen betrogen wurde, in deren Obhut man sich sicher und gut aufgehoben wähnte? Ein unvorstellbares Szenario, in dem sich viele tausend Spanier in den letzten Jahren wiederfinden. Die Kinder, heute alle erwachsen, nennt man "niños robados" - gestohlene Kinder.

      In den Menschenraub verwickelt waren Ärzte, Hebammen, Nonnen, Priester, Sozialämter, Notare und Krankenschwestern. Doch trotz der sich langsam häufenden bewiesenen Fälle tut sich die spanische Regierung immer noch schwer, eine juristische Aufarbeitung auf den Weg zu bringen. Durch die Verstrickungen von nach wie vor einflussreichen Personen aus Politik, Kirche und Gesellschaft in den Menschenhandel scheint eine Entschädigung der Opfer bislang fast unmöglich.

      Dokumentation Spanien 2016

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