• 23.04.2013
      21:45 Uhr
      Menschen bei Maischberger Entmündigt - Haben Betreuer zu viel Macht? | Das Erste
       

      Gäste:

      • Gaby Köster (Schauspielerin)
      • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP (Bundesjustizministerin)
      • Ursula Butenschön (Ehemann unter Betreuung)
      • Hiltrud Boldt (Mutter wurde Betreuungsopfer)
      • Jörg Tänzer (Bundesverband freier Berufsbetreuer e.V.)
      • Volker Thieler (Rechtsanwalt für Betreuungsrecht)

      Dienstag, 23.04.13
      21:45 - 23:00 Uhr (75 Min.)
      75 Min.

      Gäste:

      • Gaby Köster (Schauspielerin)
      • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP (Bundesjustizministerin)
      • Ursula Butenschön (Ehemann unter Betreuung)
      • Hiltrud Boldt (Mutter wurde Betreuungsopfer)
      • Jörg Tänzer (Bundesverband freier Berufsbetreuer e.V.)
      • Volker Thieler (Rechtsanwalt für Betreuungsrecht)

       

      Gaby Köster
      Nach einem Schlaganfall lag die Kölnerin mehrere Wochen im künstlichen Koma. Über Jahre kämpfte sich Gaby Köster ins Leben zurück. Sie hatte, wie so viele andere auch, zum Zeitpunkt der Klinikeinlieferung keine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht. "Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht", sagt die Komikerin heute.

      Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
      1992 trat das Betreuungsgesetz in Kraft. Seitdem hat sich die Zahl der angeordneten Betreuungsfälle verdreifacht. "Das sind zu viele", kritisiert die Bundesministerin für Justiz. Der Eingriff in die Selbstbestimmung von Menschen müsse "auf ein Mindestmaß begrenzt werden". Zumal sich durch die Überalterung der Gesellschaft das Problem weiter verschärfen werde, sagt die FDP-Politikerin. Aktuell werde an einem neuen Gesetzentwurf gearbeitet.

      Ursula Butenschön
      Als ihr Mann an Demenz erkrankt, wird die früherer Friseurin vor die Alternative gestellt: "Entweder Ihr Mann kommt ins Heim oder Sie übernehmen die Betreuung." Was ihr niemand sagt: Als Betreuerin muss sie alle finanziellen Transaktionen vom Konto ihres Mannes dokumentieren. Als sie eines Tages aufgefordert wird, dem Amtsgericht die Rechnungen für 4 Jahre vorzulegen, ist sie dazu nicht in der Lage. Das Gericht bestellt
      einen Berufsbetreuer. Ursula Butenschön ist empört und kämpft gegen diese Entscheidung. Vergeblich. Ihr Mann ist mittlerweile gestorben.

      Hiltrud Boldt
      Auf den Fall ihrer Mutter, über den die Bonnerin in der Sendung vom 5. Februar berichtete, reagierten viele Zuschauer fassungslos: Die 95jährige war gegen den Willen der Familie auf Betreiben einer Berufsbetreuerin ins Heim eingewiesen wurde. "Es war wie ein böser Traum. Grundstücke meiner Mutter wurden einfach verkauft", klagt die 67 Jährige und fordert: "Wir brauchen ein Betreuungsgesetz mit stärkeren Kontrollen und weniger Möglichkeiten zur Willkür."

      Jörg Tänzer
      Der Fachanwalt für Sozialrecht kritisiert die in seinen Augen falsche Darstellung der Betreuer in der Sendung vom 5. Februar. Das Gegenteil sei richtig: "Es gibt viele Fälle, in denen die Betreuer Betroffene vor ihren Angehörigen schützen müssen." Dass Betreuer sich Vermögen andere Menschen unter den Nagel reißen, habe wenig mit der Realität zu tun. Rechtsanwälte wie Herr Thieler schüren bloß Ängste, so Jörg Tänzer.

      Volker Thieler
      Der Betreuungsexperte ist ein scharfer Kritiker des Betreuungsrechts. "Die Betreuer haben viel zu viele Rechte. Sie nehmen sich fast die gesamten Menschenrechte der Betreuten", sagt der Münchner Rechtsanwalt. Dabei könne jeder Taxifahrer Betreuer werden, da keine Ausbildung erforderlich ist. "Bis zu 30 Prozent sind Missbrauchsfälle", schätzt Volker Thieler.

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      21:45 - 23:00 Uhr (75 Min.)
      75 Min.

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