• 13.12.2010
      23:25 Uhr
      Nachtasyl Die Heimat der Heimatlosen | 3sat
       

      Samtene Revolution 1989: Im Wiener Kellerlokal "Nachtasyl" gratulieren zuerst der heutige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg, dann der gerade gewählte Präsident Václav Havel alten Mitstreitern der Charta 77.

      Montag, 13.12.10
      23:25 - 00:10 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Samtene Revolution 1989: Im Wiener Kellerlokal "Nachtasyl" gratulieren zuerst der heutige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg, dann der gerade gewählte Präsident Václav Havel alten Mitstreitern der Charta 77.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Josef Haslinger

      Als am 10. Dezember 1989 der tschechoslowakische Staatspräsident Gustáv Husák unter dem Druck der Samtenen Revolution zurücktrat, eilte der heutige tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg mit einer Flasche Sliwowitz in der Tasche von seinem Wiener Innenstadtpalais in ein schmuddeliges Kellergewölbe in der Stumpergasse, um die historische Wende mit denen zu feiern, die sie mit ihrem Mut und mit ihrem Leiden herbeigeführt hatten. Und als keine zwei Monate später der neue Präsident Václav Havel auf Staatsbesuch nach Österreich kam, ließ er am Abend seinen österreichischen Amtskollegen in der Hofburg sitzen, um in demselben verrauchten Lokal die alten Mitstreiter der Charta 77 zu umarmen und mit Künstlern und Punkrockern auf die Zukunft Europas anzustoßen. Es war einer der großen historischen Momente des Wiener "Nachtasyls". Während des Kalten Krieges wurden in der Tschechoslowakei kritische Intellektuelle verfolgt, weil sie mit der Charta 77 ein demokratisches Manifest veröffentlicht hatten. Unter ihnen auch der Dichter Václav Havel. Der damalige österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky bot den Verfolgten Asyl, und Wien wurde zum Treffpunkt der illegalen tschechischen Opposition. Einer von ihnen, Jirí Chmel, wurde zum Mitgründer des "Nachtasyl". Zur bunten Mischung der Gäste kamen später noch Mitglieder der Wiener Punk- und Hausbesetzerszene.

      Josef Haslinger ist Stadtschreiber der Stadt Mainz 2010. Bestandteil des Stadtschreiber-Preises ist die Möglichkeit, eine Dokumentation nach freier Themenwahl zu drehen. Der Wiener Schriftsteller hat sich das legendäre Lokal "Nachtasyl" in seiner Heimatstadt zum Thema einer ungewöhnlichen Dokumentation gemacht und erinnert in seinem Film an ein Stück aufregender und anrührender Zeitgeschichte. Haslinger trifft Kneipengänger und Zeugen einer Zeitenwende, unter anderem Karel Schwarzenberg und den Schriftsteller Pavel Kohout.

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      Montag, 13.12.10
      23:25 - 00:10 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

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