• 03.05.2017
      22:25 Uhr
      Arno Schmidt - "Mein Herz gehört dem Kopf" Dokumentation Deutschland 2013 | arte
       

      Arno Schmidt, der Verfasser des Monumentalromans "Zettel's Traum" zählt zu den faszinierendsten Figuren der jüngeren deutschen Literaturgeschichte. Der radikale Einzelgänger und Nonkonformist hielt wie kaum ein anderer der deutschen Nachkriegsgesellschaft den Spiegel vor und konfrontierte sie mit unbequemen Wahrheiten. ARTE zeigt ein Porträt des Literaten, das mit umfangreichem Archivmaterial, zahlreichen Zitaten und Äußerungen prominenter Zeitgenossen wie Jan Philipp Reemtsma und Uwe Timm einen bewegenden Einblick in Arno Schmidts Leben und Werk bietet.

      Mittwoch, 03.05.17
      22:25 - 23:25 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Arno Schmidt, der Verfasser des Monumentalromans "Zettel's Traum" zählt zu den faszinierendsten Figuren der jüngeren deutschen Literaturgeschichte. Der radikale Einzelgänger und Nonkonformist hielt wie kaum ein anderer der deutschen Nachkriegsgesellschaft den Spiegel vor und konfrontierte sie mit unbequemen Wahrheiten. ARTE zeigt ein Porträt des Literaten, das mit umfangreichem Archivmaterial, zahlreichen Zitaten und Äußerungen prominenter Zeitgenossen wie Jan Philipp Reemtsma und Uwe Timm einen bewegenden Einblick in Arno Schmidts Leben und Werk bietet.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Oliver Schwehm

      Ausgehend von dem kleinen, entlegenen Dorf Bargfeld in der Lüneburger Heide, in das er 1958 mit seiner Frau zog und das er nur selten und ungern verließ, erschuf Arno Schmidt ein in der jüngeren deutschen Literaturgeschichte einzigartiges Werk. Als Pionier der Sprache, widerborstig, rebellisch und konsequent bis zur Besessenheit ordnete er sämtliche Lebensbereiche seinem Schaffen unter. Schmidt blieb aber auch zeitlebens auf Distanz zum literarischen Betrieb.

      Arno Schmidts umfangreiches Werk steht heute im Schatten vor allem eines Buches, seines über 1.300 Seiten starken Monumentalromans "Zettel's Traum", der 1970 erschien und, in der Tradition von James Joyce stehend, die Geschehnisse eines einzigen Sommertags in einem Heidedorf schildert. Ein dreispaltiges, in seiner Komplexität kaum zu erfassendes Werk, das seinem Verfasser Kultstatus, aber auch den Ruf des Sonderlings und Einzelgängers einbrachte.

      Das Porträt zeichnet Arno Schmidts schriftstellerischen Werdegang nach und widmet sich dabei verstärkt den Nachkriegsjahren, als Arno Schmidt mit seiner Frau Alice als Heimatvertriebene eine neue Bleibe suchte und diese schließlich im kleinen Heidedorf Bargfeld fanden. In diesen Jahren setzte sich Schmidt in Erzählungen wie "Leviathan" und "Seelandschaft mit Pocahontas" mit den Erlebnissen des Krieges und der Nachkriegsgesellschaft auseinander, und das in einer Sprache und Radikalität, die für diese Zeit unerhört waren. In "Die Umsiedler" beschäftigt er sich mit dem damaligen Tabuthema von Flucht und Vertreibung und schildert, wie wenig willkommen er, der mit seiner Frau aus Schlesien fliehen musste, sich in der Bundesrepublik fühlte. In "Das steinerne Herz" wettert er gegen die Scheinheiligkeit und die allgemeinen Restaurationstendenzen der Adenauerjahre.

      Besonders zeichnen sich seine Texte durch ihren ausgeprägten Humor aus, der sämtliche Register zwischen Ironie und Sarkasmus zieht und gerade in der Rückschau als seiner Zeit weit voraus gelten muss.

      Zu Wort kommt in "Arno Schmidt - ‚Mein Herz gehört dem Kopf‘" neben Arno Schmidts ehemaliger Haushälterin Erika Knop auch Jan Philipp Reemtsma, der Arno Schmidt auch finanziell förderte und zwei Jahre nach Schmidts Tod 1981 die Arno Schmidt Stiftung gründete. Zeitgenössische Schriftsteller wie Uwe Timm, der sich in seiner Novelle "Freitisch" mit Arno Schmidt auseinandersetzte, die französische Autorin Marie Darrieussecq und der Autor und Filmemacher Wenzel Storch, der mit seinem Zeichenbuch "Arno & Alice" eine liebevolle Hommage an den Dichter schuf, ordnen Schmidts Werk aus heutiger Sicht ein. Die Schauspielerin Mechthild Großmann, bekannt als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm aus dem Münsteraner Tatort, rezitiert dazu Onscreen-Zitate des Schriftstellers. Der Dokumentarfilm entstand mit Unterstützung der Arno Schmidt Stiftung in Bargfeld, die für diesen Zweck ihre umfangreichen Archive öffnete.

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      Mittwoch, 03.05.17
      22:25 - 23:25 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.11.2018