• 21.10.2018
      23:20 Uhr
      Pier Paolo Pasolinis Reisen durch Italien Dokumentation Deutschland 2018 | arte
       

      Zwischen 1959 und 1971 kommt Pier Paolo Pasolini auf drei großen Reisen durch Italien zu der Überzeugung, dass sich sein Heimatland dramatisch zu seinem Nachteil verändert; auch für die Zukunft ist Pasolinis Prognose düster. Im Auftrag der italienischen Illustrierten "Successo" bereiste er schon im Sommer 1959 die gesamte italienische Küste mit dem Auto, "La lunga strada di sabbia" heißt seine Artikelreihe. Die Fahrt ging von Ventimiglia an der französisch-italienischen Grenze um den Stiefel herum bis nach Triest, insgesamt über 3.000 Kilometer.

      Sonntag, 21.10.18
      23:20 - 00:15 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Zwischen 1959 und 1971 kommt Pier Paolo Pasolini auf drei großen Reisen durch Italien zu der Überzeugung, dass sich sein Heimatland dramatisch zu seinem Nachteil verändert; auch für die Zukunft ist Pasolinis Prognose düster. Im Auftrag der italienischen Illustrierten "Successo" bereiste er schon im Sommer 1959 die gesamte italienische Küste mit dem Auto, "La lunga strada di sabbia" heißt seine Artikelreihe. Die Fahrt ging von Ventimiglia an der französisch-italienischen Grenze um den Stiefel herum bis nach Triest, insgesamt über 3.000 Kilometer.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Claus Bredenbrock

      Zeit seines Lebens unternahm Pier Paolo Pasolini mehrfach umfangreiche Reisen durch ganz Italien, immer in der Absicht, das Land und seine Einwohner genauer kennenzulernen. Für die Illustrierte "Successo" beging er 1959 eine Reise entlang der italienischen Küste, von Ventimiglia bis Triest, begleitet wurde er von dem Fotografen Paolo Di Paolo. Von März bis November 1963 reiste Pasolini erneut quer durch Italien, vom industrialisierten Norden bis in den archaischen Süden, um die Menschen an ihrem Arbeitsplatz oder in der Freizeit über die Liebe und ihre sexuellen Vorlieben zu befragen. Gemeinsam mit der linken Bewegung Lotta Continua realisiert er 1971 den Dokumentarfilm "12 dicembre" über den Bombenanschlag auf der Mailänder Piazza Fontana im Jahr 1969.

      Der Film enthält dazu auch ausführliche Interviews mit Arbeitslosen in Neapel, Arbeitern in den Marmorbrüchen von Carrara und mit Menschen in Reggio di Calabria, die sich damals über Wochen Schlachten mit der Polizei lieferten. Er zeigt Italien als Land im Ausnahmezustand. Die Leichtigkeit und der Optimismus der 60er Jahre wichen der "bleiernen Zeit" des folgenden Jahrzehnts. Pasolinis Kritik an der Konsumgesellschaft, den Medien, dem öffentlichen Leben fiel gnadenlos aus. "In wenigen Jahren sind die Italiener zu einem heruntergekommenen, lachhaften, monströsen, kriminellen Volk geworden" - eine Überzeugung, die er nach seinen Reisen durch das Land Ende der 60er Jahre formulierte.

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