• 15.05.2011
      23:55 Uhr
      Baukunst Postsparkasse Wien - Thema: Wien 1900 | arte
       

      Der Sitz der kaiserlich-königlichen Postsparkasse in Wien wurde von Otto Wagner zwischen 1904 und 1906 erbaut. Wagner veröffentlicht sein Manifest "Die moderne Architektur" und wird einer der bedeutenden Vertreter der Wiener Avantgarde.

      Sonntag, 15.05.11
      23:55 - 00:25 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 00:05
      Stereo

      Der Sitz der kaiserlich-königlichen Postsparkasse in Wien wurde von Otto Wagner zwischen 1904 und 1906 erbaut. Wagner veröffentlicht sein Manifest "Die moderne Architektur" und wird einer der bedeutenden Vertreter der Wiener Avantgarde.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Stan Neumann

      Das Gebäude der Wiener Postsparkasse wird heute, über 100 Jahre nach seiner Fertigstellung, noch immer genutzt und befindet sich weitgehend in seinem ursprünglichen Zustand. Ihr Architekt Otto Wagner gehörte zur "Wiener Secession" der Jahrhundertwende. In dem Gebäude sind Büros für 2.700 Mitarbeiter und Schalterräume für die Kundenbetreuung untergebracht. Obwohl dabei auf architektonische Lösungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zurückgegriffen wurde, setzt der Stil entschieden auf Modernität.

      Von der Wiener Ringstraße aus ist nur die zentrale Fassade des leicht im Hintergrund stehenden Gebäudes sichtbar. Die von der industriellen Gestaltung inspirierte glatte Oberfläche und die klaren Linien waren damals in der Architektur revolutionär. Sie stehen für Schnelligkeit und Rationalität und charakterisieren die moderne Stadt. Die Fassade nimmt die geradlinige Straßenführung auf. Die Gestalt des Gebäudes ergibt sich unmittelbar aus seiner Struktur, während sich die äußerst sparsame Verzierung den verwendeten Materialien anpasst.
      Über die Haupthalle mit dem Schalterraum und drei Büroetagen spannt sich ein Glasdach, das von einer Eisenstruktur getragen wird. Während in anderen Banken die Eisen- und Glasstrukturen durch ein Dekor "geadelt" werden, entschied sich Wagner für Schlichtheit und scheinbare Einfachheit zugunsten des natürlich wechselnden Lichtes.

      Die Postsparkasse als einzig modernes Gebäude steht zur prächtigen Ringstraße in einem zwiespältigen Verhältnis und ist durch einen kleinen Platz leicht von der Straße zurückgesetzt. Diese Widersprüchlichkeit zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in Otto Wagners Biografie wieder: Er stand mit einem Bein noch in der Welt der Kaiserin Sissi, aber mit dem anderen bereits in der Welt Schieles und Klimts. Insgeheim träumte er davon, zugleich Architekt des alten österreichisch-ungarischen Kaiserreichs und Baumeister der Moderne zu sein.

      Aus Anlass des 100. Todestages Gustav Mahlers, er starb am 18. Mai 1911, schaut ARTE in Konzerten und Portraits auf Leben und Werk des Komponisten vor dem Hintergrund des künstlerischen Wiens am Beginn des 20. Jahrhunderts.

      Mehr Informationen zum Schwerpunkt kurz vor Ausstrahlung im Internetdossier unter: www.arte.tv/wien1900

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      Sonntag, 15.05.11
      23:55 - 00:25 Uhr (30 Min.)
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