• 25.03.2020
      13:45 Uhr
      Der eiskalte Engel Spielfilm Frankreich / Italien 1967 (Le samouraï) | arte
       

      Nach dem Mord an einem Jazzclubbesitzer wird der Auftragskiller Jef Costello bei einer Razzia von der Polizei festgenommen. Doch die Hauptzeugin des Mordes, die den Täter eindeutig erkannt hat, deckt Costello. Der wird freigelassen, aber weiterhin beschattet. Durch die ungewollte Nähe zur Polizei stellt er eine Gefahr für den Auftraggeber des Mordes dar, der nun Costello selbst ans Leben will. Nach und nach zieht sich das Netz um den schweigsamen Killer immer weiter zu.

      Mittwoch, 25.03.20
      13:45 - 15:30 Uhr (105 Min.)
      105 Min.

      Nach dem Mord an einem Jazzclubbesitzer wird der Auftragskiller Jef Costello bei einer Razzia von der Polizei festgenommen. Doch die Hauptzeugin des Mordes, die den Täter eindeutig erkannt hat, deckt Costello. Der wird freigelassen, aber weiterhin beschattet. Durch die ungewollte Nähe zur Polizei stellt er eine Gefahr für den Auftraggeber des Mordes dar, der nun Costello selbst ans Leben will. Nach und nach zieht sich das Netz um den schweigsamen Killer immer weiter zu.

       

      Jef Costello ist ein einsamer Wolf, ein spröder Routinier, ein Perfektionist - und ein Auftragskiller, der sauber und eiskalt für Geld tötet. Nachdem er den Besitzer eines mondänen Pariser Nachtclubs zur Strecke gebracht hat, wird er bei einer Razzia festgenommen. Doch Costello hat Glück: Als es zu einer Gegenüberstellung mit den Angestellten der Bar kommt, behauptet die Bar-Pianistin Valérie, die den Täter aus nächster Nähe gesehen hat, Costello nicht zu kennen. Zähneknirschend gibt der ermittelnde Kommissar den Mörder frei, lässt ihn aber weiter beschatten.

      Das verstärkte Interesse der Polizei an Costello wird dem Auftraggeber des Mordes zu gefährlich. Anstatt Costello zu bezahlen, setzt er den Geldkurier darauf an, den Killer zu töten. Costello kommt mit einem Streifschuss davon und hofft nun, über die schöne Pianistin Valérie an seinen Auftraggeber heranzukommen - vergeblich. Als dieser ihn über einen Mittelsmann zu einem weiteren Mord beauftragt, findet Costello einen ungewöhnlichen Weg, um sich aus seiner verzweifelten Lage zwischen den Fronten zu befreien.

      Jean-Pierre Melville, Meister des französischen Gangsterfilms, hat mit „Der eiskalte Engel" (1967) einen Klassiker des Genres geschaffen, indem er die formale Stilisierung auf die Spitze treibt: In kühlen, graublauen Bildern, begleitet von Jazzmusik oder bedrückender Stille, hält Melville die tristen Orte fest, an denen der einsame Profikiller sich aufhält: seine kahle Behausung, die er nur mit einem Kanarienvogel teilt, die öde, menschenleere Pariser Vorstadt im Regen. Melville inszeniert seine wortkarge Hauptfigur mit Pokerface, Trenchcoat und Hut in einem hermetischen Universum, aus dem es keinen Ausweg gibt - außer durch den Tod.

      Der Regisseur, der als Jean-Pierre Grumbach 1917 in Paris geboren wird, macht sich durch seine unverwechselbare kinematographische Handschrift im Frankreich der 60er Jahre einen Namen. Er entdeckt bereits während seiner Jugendzeit die Liebe zum Kino und nimmt Anfang der 40er Jahre das Pseudonym Melville an - aus Bewunderung für Herman Melville, Verfasser des Romans „Moby Dick". 1949 realisiert Melville mit „Das Schweigen des Meeres" seinen ersten Spielfilm. „Drei Uhr nachts" (1956) gibt den Auftakt zu einer Reihe von Kriminalfilmen, in denen Melville seinen unverkennbaren Stil entwickelt. Seine atmosphärisch unterkühlten Filme prägen auch junge Cineasten der Nouvelle Vague wie François Truffaut und Jean-Luc Godard, die in Melville einen künstlerischen Mentor sehen.

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