• 02.06.2021
      21:00 Uhr
      Starke Frauen (2/3) Frauen und Medien | 3sat
       

      Wie sexistisch gehen Medien mit Frauen um, und was passiert, wenn frau die Öffentlichkeit als Gegner hat? Und wenn sie sich gar gegen Ungerechtigkeit wehrt: Ist sie dann eine Täterin? Die Geschichten dreier Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, wie ungerecht und teils sexistisch Medien, das Justizsystem sowie die Nutzer*innen Sozialer Netzwerke mit Frauen umgehen. Und was geschieht, wenn sie sich der Opferrolle verweigern.

      Mittwoch, 02.06.21
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Wie sexistisch gehen Medien mit Frauen um, und was passiert, wenn frau die Öffentlichkeit als Gegner hat? Und wenn sie sich gar gegen Ungerechtigkeit wehrt: Ist sie dann eine Täterin? Die Geschichten dreier Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, wie ungerecht und teils sexistisch Medien, das Justizsystem sowie die Nutzer*innen Sozialer Netzwerke mit Frauen umgehen. Und was geschieht, wenn sie sich der Opferrolle verweigern.

       

      Der Fall der ehemaligen Politikerin Jolanda Spiess-Hegglin zeigt eine dunkle Seite des Schweizer Journalismus: 2014 wurde Spiess-Hegglin mutmaßlich auf einem Polit-Event unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht. Der Verdacht fiel auf einen Politikerkollegen. Beide wurden infolgedessen zum Opfer einer medialen Schlammschlacht, insbesondere Jolanda Spiess-Hegglin. Bis heute erschienen rund 3000 Artikel über sie, welche teils grob gegen journalistische Leitlinien verstießen, verleumderisch und persönlichkeitsverletzend waren.

      Jolanda Spiess-Hegglin sagt, dass ihr während dieser Zeit von verschiedenen Seiten geraten wurde, sich nicht mehr weiter zu äußern, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen und "Gras darüber wachsen zu lassen", um sich und ihre Familie vor der großen medialen Aufmerksamkeit und weiteren Reputationsschäden zu schützen. Doch sie wählte einen anderen Weg und begann sich zu wehren. Bis heute prozessiert sie gegen verschiedene Schweizer Journalisten und Journalistinnen und Medienhäuser.

      Woher hatte sie diese Stärke und diese Willenskraft? Was hat sie motiviert, den juristischen Kampf gegen Medienhäuser und Einzelpersonen aufzunehmen und aus ihrer persönlichen Geschichte das Beste zu machen? Jolanda Spiess-Hegglin erzählt von ihrem bitteren Kampf, den sie in den vergangen Jahren geführt hat. Wegbegleiter*innen schärfen das Bild einer beeindruckend starken Frau und Experten und Expertinnen helfen dabei, die Geschehnisse aus einer erweiterten Perspektive einzuordnen. Mittlerweile hat sich Jolanda Spiess-Hegglin komplett aus der Politik zurückgezogen und den Verein Netzcourage gegründet, der sich gegen Hass im Internet einsetzt.

      Parallel zu Spiess-Hegglins Geschichte wird diejenige der Österreichischen Politikerin Sigrid Maurer und der Deutschen Aktivistin Anne Wizorek erzählt. Sigi Maurer veröffentlichte Namen und Adresse eines Mannes in den Sozialen Medien, der sie online sexuell belästigte, und wurde dafür wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts und Kreditschädigung verurteilt. Erst vor Kurzem wurde sie in zweiter Instanz freigesprochen. Anne Wizorek lancierte 2013 den Hashtag #Aufschrei - ein Vorläufer von #MeToo - und hatte deswegen mit öffentlichen Anfeindungen zu kämpfen.

      Wir leben heute in einer angeblich gleichberechtigten Welt. Macht, Medien und Sexbusiness sind keine reinen Männerdomänen mehr. Dennoch begegnen Frauen dort noch immer Widerständen. Der Dreiteiler stellt "Starke Frauen" in diesen Bereichen unserer Gesellschaft vor und zeigt, welche Kämpfe sie ausfechten.

      Film von Rosanna Grüter

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      Mittwoch, 02.06.21
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 13.06.2021