• 20.04.2018
      12:30 Uhr
      Sehen statt Hören Wochenmagazin für Hörgeschädigte | 3sat
       

      Unabhängig sein, selbst entscheiden können, flexibel sein – den Traum, ihr eigener Chef zu sein, haben viele. Hilfen zur Existenzgründung gibt es jede Menge. Doch: selbstständig und gehörlos? "Sehen statt Hören" zeigt vier Beispiele von Menschen, die es geschafft haben.

      Freitag, 20.04.18
      12:30 - 13:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Unabhängig sein, selbst entscheiden können, flexibel sein – den Traum, ihr eigener Chef zu sein, haben viele. Hilfen zur Existenzgründung gibt es jede Menge. Doch: selbstständig und gehörlos? "Sehen statt Hören" zeigt vier Beispiele von Menschen, die es geschafft haben.

       

      Unabhängig sein, selbst entscheiden können, flexibel sein – den Traum, ihr eigener Chef zu sein, haben viele. Hilfen zur Existenzgründung gibt es jede Menge. Doch: selbstständig und gehörlos? "Sehen statt Hören" zeigt vier Beispiele von Menschen, die es geschafft haben.

      • Marcus Klinke

      „Ich bin taub, so ist das Leben.“ Marcus Klinke ist an seine Selbständigkeit sehr pragmatisch herangegangen. Sein Umfeld hat teilweise mit Sorgen und Vorurteilen reagiert. Seine Gehörlosigkeit war dabei das Hauptargument. Trotzdem: Marcus Klinke gründet in Berlin ein Blumengeschäft. Dabei ist das nicht sein Ausbildungsberuf – aber schon immer seine Leidenschaft. Er hat als Elektroinstallateur gearbeitet und verschiedene Jobs ausprobiert. Als er arbeitslos wird, ist er bereit fürs Risiko. Und den eigenen Blumenladen. Hoch motiviert geht er an seine Selbständigkeit ran. Unterstützung bekommt er von seinem Freund – und vom Integrationsfachdienst „Enterability“. So klappt es dann auch mit einem Kommunikationsassistenten. Ein wichtiger Faktor im Kundenkontakt.

      • Antje Lamprecht

      Auch Antje Lamprecht betreibt einen Blumenladen in Berlin. Jetzt – nach 17 Jahren – kann sie von ihrem Geschäft leben. Doch der Weg hierher war steinig, erklärt sie. Schule, Ausbildung, Arbeit als Gärtnerin – dann arbeitslos. Die erste Selbständigkeit gemeinsam mit ihrem Mann klappt nicht. Der zweite Anlauf funktioniert. Aus ihrem kleinen Blumen-Zelt einen echten Pavillon zu machen, war nicht einfach. Mit Hilfe einer Bank hat es geklappt. Der Weg zum eigenen Kommunikationsassistenten war ebenfalls holprig. Man bekommt Assistenz nur, wenn man nachweisen kann, dass sich das eigene Geschäft auch finanziell trägt. Gerade zu Beginn ein schwieriges Unterfangen. Hilfe kam schließlich vom Integrationsfachdienst „Enterability“.

      • Lemonia Rose

      Lemonia Roses Traumberuf ist eigentlich Innenarchitektin. Doch das ist lange her. Mittlerweile arbeitet sie als Gebärdensprachdozentin – weil sie Hörenden ihre eigene Kultur zeigen möchte. Und weil sie will, dass ganz viele Menschen die Gebärdensprache beherrschen. Gemeinsam mit ihrem Mann Thorsten beschloss sie eine Gebärdensprachschule zu gründen. Thorsten ist ebenfalls Gebärdensprachdolmetscher und als Coda aufgewachsen. Heute ist sich Lemonia sicher: Wäre ihr hörender Mann nicht dabei gewesen – beispielsweise bei der Bank – dann hätte das alles nicht so gut funktioniert. Sie alleine hätte kein Geld bekommen, ist sie sich sicher. Ihr Alltag ist weiter voller Hindernisse: Der Papierkram, den sie aufgrund ihrer Gehörlosigkeit zu erledigen hat, ist enorm.

      • Katharina Rerich

      Katharina Rerich ist in Russland geboren und in Deutschland aufgewachsen – und damit zweisprachig. Ihre Ausbildung zur Bürokauffrau hat sie abgeschlossen, heute arbeitet sie als Gebärdensprachdozentin. Selbständig. Den Anstoß dafür gab ihr ein Gründerseminar von „Deaf Exist“. Für sie ein echter Türöffner.

      Willkommen bei "Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört! Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln.

      Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen.

      In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.

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