• 01.03.2018
      21:00 Uhr
      scobel Lust am Krimi | 3sat
       

      Deutschland im Krimifieber: Jedes vierte verkaufte Buch ist ein Krimi. Keine Stadt ohne fiktiven TV-Kommissar, keine Region ohne Mord mit regionalem Charme im Vorabendprogramm. Gäste:

      • Andreas Baranowski, Psychologe, Justus-Liebig-Universität Gießen
      • Dorothee Kimmich, Literaturwissenschaftlerin, Uni Tübingen
      • Andreas Pflüger, Krimiautor

      Donnerstag, 01.03.18
      21:00 - 22:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Deutschland im Krimifieber: Jedes vierte verkaufte Buch ist ein Krimi. Keine Stadt ohne fiktiven TV-Kommissar, keine Region ohne Mord mit regionalem Charme im Vorabendprogramm. Gäste:

      • Andreas Baranowski, Psychologe, Justus-Liebig-Universität Gießen
      • Dorothee Kimmich, Literaturwissenschaftlerin, Uni Tübingen
      • Andreas Pflüger, Krimiautor

       

      Was fasziniert so am Krimi? Scobel ermittelt zusammen mit seinen Gästen Andreas Baranowski, Psychologe, Justus-Liebig-Universität Gießen, Dorothee Kimmich, Philosophin, Uni Tübingen und Andreas Pflüger, Krimiautor.

      Die Lust am Mord ist ungebrochen, bringt Auflage und Quote. Vor allem Frauen lesen und schauen Krimis. Die neue Lust an der Angst? Oder ist einfach der Charme des Genres unschlagbar? Gibt es nichts Besseres als Krimis, oder sind wir Menschen tatsächlich so blutdurstig und mordlüstern, wie Fernsehprogramm und Bestsellerlisten uns glauben machen?

      Das Vorhandensein von Krimis in Literatur, Film und Fernsehen steht in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Vorkommen von Mord in der Kriminalstatistik. Dennoch ist der Erfolg von "Tatort", "SoKo" und Co. ungebrochen. Was macht die Faszination des Krimis aus? Ist es das gute Gefühl, dass sich das Verbrechen zwischen Buchdeckeln oder auf dem Fernsehschirm sicher und ungefährlich für das eigene Leib und Wohl verwahren lässt? Hat das Festhalten an dunklen Skandinavien-Thrillern oder landenglisch-hellen Wohlfühl-Kommissaren etwas damit zu tun, dass es der Überflussgesellschaft an nichts fehlt?

      Blut fließt, Körperteile finden sich verteilt im Wald, Leichen werden weit vor 22 Uhr seziert - drastische Szenen sind ständig und überall verfügbar. Eine krasse Entwicklung hat in den letzten Jahrzehnten stattgefunden, deren Gründe noch zu finden sind.

      Auch die Krimis und ihr Auftrag haben sich verändert. Nimmt man allein die Ermittler-Figuren, kann man an ihnen fast die Bedürfnisse der Bundesrepublik im Lauf der Jahrzehnte ablesen - Vertrauen in die Polizei in der Nachkriegszeit wiederzugewinnen. Später ermittelten sich onkelhafte Kommissare durch wilde Zeiten und vermittelten Sicherheit. Heute ist zwischen Gut und Böse kaum mehr zu unterscheiden: Ermittler sind auch Täter - und Opfer sind nicht mehr über jeden Zweifel erhaben.

      Der "CSI-Effekt" wird wissenschaftlich erforscht: Wie wirken die akribischen Abbildungen vor allem amerikanischer Krimi-Serien um forensische Experten auf ihre Zuschauer? Wie viel Realität steckt also in der Fiktion, gibt es womöglich einen Wettbewerb zwischen Ermittlungsmethoden und dem Streben nach dem perfekten Mord?

      Gert Scobel erörtert mit dem "Tatort"-Drehbuchautor und Schriftsteller Andreas Pflüger und weiteren Gästen die Frage, warum sich die Nation die Kugel gibt.

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