• 12.05.2018
      15:30 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Buchenurwälder, Deutschland - Die letzten Zeugen | 3sat
       

      Eine einzige Baumart dominierte einst weite Teile des europäischen Kontinents: Buchen. Sie sind nahezu resistent gegen jede Art von Klimawandel, ertragen Regen, Schnee, Eis und große Hitze.Die riesigen Buchenurwälder, die unseren Vorfahren seit der letzten Eiszeit vom Schwarzen Meer bis zum Atlantik, von Sizilien bis nach Südschweden Schutz und Nahrung boten, sind heute jedoch fast verschwunden. Noch zur Zeit der Germanen überwuchern Buchenwälder das nördliche Mitteleuropa nahezu komplett, doch spätestens mit den Römern ist die Zeit der wilden Wälder vorbei.

      Samstag, 12.05.18
      15:30 - 15:45 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo HD-TV

      Eine einzige Baumart dominierte einst weite Teile des europäischen Kontinents: Buchen. Sie sind nahezu resistent gegen jede Art von Klimawandel, ertragen Regen, Schnee, Eis und große Hitze.Die riesigen Buchenurwälder, die unseren Vorfahren seit der letzten Eiszeit vom Schwarzen Meer bis zum Atlantik, von Sizilien bis nach Südschweden Schutz und Nahrung boten, sind heute jedoch fast verschwunden. Noch zur Zeit der Germanen überwuchern Buchenwälder das nördliche Mitteleuropa nahezu komplett, doch spätestens mit den Römern ist die Zeit der wilden Wälder vorbei.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Martin Thoma

      Eine einzige Baumart dominierte einst weite Teile des europäischen Kontinents: Buchen. Sie sind nahezu resistent gegen jede Art von Klimawandel, ertragen Regen, Schnee, Eis und große Hitze.Die riesigen Buchenurwälder, die unseren Vorfahren seit der letzten Eiszeit vom Schwarzen Meer bis zum Atlantik, von Sizilien bis nach Südschweden Schutz und Nahrung boten, sind heute jedoch fast verschwunden.Ein intakter Buchenwald ist ein geschlossenes Ökosystem, eine Art Superorganismus, der sich von selbst erneuert und Lebensraum für viele Mitbewohner schafft. Noch zur Zeit der Germanen überwuchern Buchenwälder das nördliche Mitteleuropa nahezu komplett, doch spätestens mit den Römern ist die Zeit der wilden Wälder vorbei. Es wird geholzt, was das Zeug hält. Das Bauholz für erste Städte an Rhein und Donau, für Palisaden, Brücken und Grenzbefestigungen verschlingt Millionen Hektar ursprüngliches Unterholz. Das "Hölzerne Zeitalter" frisst schon bald seinen Unterbau. Heute überziehen Waldplantagen schnell wachsender Nadelhölzer das großflächig zersiedelte Deutschland: Holz als Kapital in seiner natürlichsten Form. Der Wirtschaftswald stillt unseren Hunger nach Bau-, Brenn- und Nutzholz, ist Spekulationsobjekt und Wellness-Oase für gestresste Städter. Die mikroskopisch kleinen Inseln jener Buchenurwälder, die als Großbiotop für unzählige Tier- und Pflanzenarten einst ganz Europa überzogen, sind dagegen nur noch zu erahnen. Es sind Reliktflächen, die in unserer auf Superlative bedachten Gesellschaft kaum lohnten, erwähnt zu werden - wären es nicht die unwiderruflich letzten Urwaldreste, die uns geblieben sind. Seit 2011 führt die UNESCO die fünf deutschen Altwaldbestände "Grumsiner Forst" in Brandenburg, den "Nationalpark Kellerwald-Edersee" in Hessen, den "Nationalpark Jasmund" auf Rügen, den "Serrahner Buchenwald" in Mecklenburg-Vorpommern sowie den "Nationalpark Hainich" in Thüringen gemeinsam mit den Karpaten-Urwäldern der Slowakei und der Ukraine unter der sperrigen Bezeichnung "Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland" als gemeinsames Weltnaturerbe.

      Erstsendung 14.02.2016

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