• 03.04.2018
      17:00 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit - spezial Welterbe Afrika - Rund um den Äquator | 3sat
       

      Nirgendwo in Afrika liegt mehr Gold unter der Erde als in Ghana. Man fördert es bis heute. Obwohl es von ausländischen Firmen abgebaut wird: Die Ashanti sind immer noch stolz auf "ihr" Gold.

      Lamu ist eine Insel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. Doch der Stempel der Republik Kenia im Pass besagt wenig: Diesem Ort hat nicht nur Afrika, sondern auch Arabien und Indien seinen Stempel eingeprägt. Die

      Dienstag, 03.04.18
      17:00 - 18:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Nirgendwo in Afrika liegt mehr Gold unter der Erde als in Ghana. Man fördert es bis heute. Obwohl es von ausländischen Firmen abgebaut wird: Die Ashanti sind immer noch stolz auf "ihr" Gold.

      Lamu ist eine Insel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. Doch der Stempel der Republik Kenia im Pass besagt wenig: Diesem Ort hat nicht nur Afrika, sondern auch Arabien und Indien seinen Stempel eingeprägt. Die

       

      Nirgendwo in Afrika liegt mehr Gold unter der Erde als in Ghana. Man fördert es bis heute. Obwohl es von ausländischen Firmen abgebaut wird: Die Ashanti sind immer noch stolz auf "ihr" Gold.

      Das Gold war Grundlage der vorkolonialen Zivilisation. Wie alle Bodenschätze Afrikas weckte es die Begehrlichkeiten der Kolonialmächte. Das Land der Ashanti liegt im Waldgürtel Westafrikas. In abgelegenen Dörfern leben die Familien im einst reichen Regenwald.

      Fast 200 Jahre herrschten die Ashanti im heutigen Ghana. Ihr Reich war einer der wenigen afrikanischen Staaten, das ernsthaft Widerstand gegen die europäischen Kolonialmächte leistete. Erst 1900 unterlagen die Ashanti Großbritannien endgültig. Die Kultur dieses legendären Reiches aber lebt noch immer in den Dörfern.

      Das Volk der Batammariba ist ab dem 16. Jahrhundert aus dem heutigen Burkina Faso nach Koutammakou, der nördlichen Grenzregion zwischen Benin und Togo, eingewandert. Die Batammariba galten als stolze Rebellen, die keinerlei fremde Autorität anerkennen. Weit verstreut in der Savanne Westafrikas am Rand der Atacora-Berge liegen die Dörfer der Batammariba. In ihren burgartigen Häusern schotten sie sich von der modernen Welt ab. Zu dem Material Lehm, der Erde, haben die Batammariba, genauso wie die Dogon, eine besondere Beziehung. Die Erde ist für sie der Ursprung allen Lebens und gleichzeitig der Platz für die Toten. Sie ist beseelt von den Geistern der Ahnen. Die Architektur der Batammariba lebt aus der Erde heraus.

      Sklaven gab es in Afrika schon lange, bevor die ersten Weißen den schwarzen Kontinent betraten. Sklaven wurden den Fremden dort sogleich zum Kauf angeboten. Daraus entwickelte sich jener grausame Handel mit Millionen von Menschen, die meist von der afrikanischen Westküste, der sogenannten Sklavenküste, nach Nord-, Mittel- und Südamerika verschleppt wurden. Ein glänzendes Geschäft war das - nicht nur für die portugiesischen, holländischen und englischen Händler, sondern auch für die afrikanischen "Exporteure", darunter die Könige von Abomey.

      Jahrhunderte lang schöpften sie viel Reichtum und Macht aus diesem Handel, bis er Ende des 19. Jahrhunderts weltweit verboten wurde. Heute zeugen nur noch die Ruinen ihrer Paläste aus Lehm vom Prunk jener Könige - und von ihrer großen Grausamkeit beim Umgang mit den Sklaven. So hatte zum Beispiel der Thron des Königs auf vier abgeschlagenen Köpfen zu stehen.

      Lamu ist eine Insel im indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. Doch der Stempel der Republik Kenia im Pass besagt wenig: Diesem Ort hat nicht nur Afrika, sondern auch Arabien und Indien seinen Stempel eingeprägt. Die Altstadt von Lamu ist einer der wenigen Plätze, an dem sich die über tausendjährige, aus vielen Einflüssen verschmolzene Swahilikultur und ihre Bauwerke erhalten haben. Wer hier an Land geht, dem fallen zunächst keine Denkmäler, sondern die Menschen ins Auge. Die Swahili, die Küstenbewohner, bewegen sich sicher und ohne Eile im planvollen Irrgarten der schmalen Gassen von Lamu.

      Die Stadt mit heute etwa 30 000 Einwohnern hat eine fast 1000-jährige Geschichte. Schon im 9. Jahrhundert traten arabische Kaufleute mit den Küstenbewohnern in Handelsbeziehungen. Viele ließen sich an der ostafrikanischen Küste nieder und bauten ein Fernhandelsnetz auf.

      Drei der neun von der UNESCO zum Welterbe erklärten heiligen Wälder stehen im Mittelpunkt des Films über die Kaya. Sie sind die letzten Reste eines riesigen Dschungels, der sich bis ins vergangene Jahrhundert an der Küste Kenias zum Indischen Ozean erstreckte. In diesem Wald lagen die "Kayas", das bedeutet "Platz" oder "Ort". Bis vor etwa 50 Jahren waren es noch Dörfer, die die Stämme der Mijikenda vor langer Zeit, zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert, auf ihrer Flucht vor den Massai versteckt im Dschungel gegründet hatten.

      Heute existieren diese Stammeskonflikte nicht mehr. Aus den "Kayas" sind heilige Plätze geworden, an denen die Clans ihre Toten beerdigen, die Ahnen verehren oder sich der Ältestenrat versammelt. Um die heiligen Plätze nicht zu entweihen, dürfen diese nur barfuß betreten werden. Die Waldinseln der Mijikenda sind auch Rückzugsgebiete für eine einzigartige Fauna und Flora, die in großen Teilen an der Küste bereits vernichtet wurde, bevor jemand auf die Idee kam sie zu erforschen.

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