• 15.07.2018
      06:40 Uhr
      Nicht ohne meine Leiche Spielfilm Hongkong / China 2007 (Luo ye gui gen) | 3sat
       

      Zhao, ein einfacher Wanderarbeiter Mitte 50, stellt während eines kleinen Trinkgelages mit seinem Freund und Kollegen Liu fest, dass dieser just das Zeitliche gesegnet hat. Er beschließt, ein altes Versprechen einzulösen und die Leiche des Verstorbenen in dessen Heimatdorf zu bringen. Leichter gesagt als getan, denn das Ziel ist 1700 km entfernt, der öffentliche Personentransport in China eher schleppend - und natürlich soll niemand erfahren, dass er mit einer Leiche durchs Land reist.

      Das preisgekrönte Roadmovie „Nicht ohne meine Leiche" wirft einen humorvollen und detailgenauen Blick auf das Leben im modernen China.

      Sonntag, 15.07.18
      06:40 - 08:15 Uhr (95 Min.)
      95 Min.

      Zhao, ein einfacher Wanderarbeiter Mitte 50, stellt während eines kleinen Trinkgelages mit seinem Freund und Kollegen Liu fest, dass dieser just das Zeitliche gesegnet hat. Er beschließt, ein altes Versprechen einzulösen und die Leiche des Verstorbenen in dessen Heimatdorf zu bringen. Leichter gesagt als getan, denn das Ziel ist 1700 km entfernt, der öffentliche Personentransport in China eher schleppend - und natürlich soll niemand erfahren, dass er mit einer Leiche durchs Land reist.

      Das preisgekrönte Roadmovie „Nicht ohne meine Leiche" wirft einen humorvollen und detailgenauen Blick auf das Leben im modernen China.

       

      Stab und Besetzung

      Zhao Zhao Benshan Zhao
      Liu Hong Qiwen Hong
      Song Dandan Song
      Räuberboss Degang Guo
      LKW-Fahrer Jun Hu
      Alter Mann Ma Wu
      Reisender Yu Xia
      Restaurant-Besitzer Jinshan Liu
      Bienenzüchter Tao Guo
      Frau des Bienenzüchters Ying Chen
      Polizist Haiying Sun
      Heimleiter Dongming Wu
      Traktorfahrer Bo Liu
      Blutkäufer Linxiong Zhang
      Krankenschwester Yisha Na
      Regie Yang Zhang
      Musik Peng Dou
      Kamera Yiu Fai Lai
      Lik Way Yu
      Buch Yang Zhang
      Yao Wang

      Alkohol kann tödlich sein. Das muss auch der Wanderarbeiter Zhao feststellen, als sein Kollege Liu bei einem kleinen Feierabendgelage volltrunken einschläft und nicht mehr aufwacht. Ob es nun der Schnaps war oder nicht, für Zhao steht fest, dass er ein altes Versprechen einlösen muss, nämlich die Leiche seines Freundes in dessen Heimatort zu bringen. Keine leichte Aufgabe, denn Lius Dorf liegt am Drei-Schluchten-Damm, 1700 Kilometer entfernt, und der öffentliche Personentransport in China gehört nicht zu den verlässlichsten Fortbewegungsmitteln. Natürlich soll niemand erfahren, dass Zhao mit einer Leiche durchs Land reist.

      Unglücklicherweise besteigt er mit Lius Leichnam einen Reisebus, der von Banditen überfallen wird. Zwar erregt der aufopferungsvolle Freund das Mitleid des Bandenführers und rettet damit das Hab und Gut sämtlicher Mitreisenden, doch großer Dank bleibt aus. Als die anderen Passagiere von der Leiche erfahren, setzen sie Zhao samt totem Freund empört vor die Tür.

      Mit allen erdenklichen Fortbewegungsmitteln setzt er seine Reise fort. Mal trägt er Liu auf dem Rücken, mal verstaut er ihn in einer Schubkarre, und als alle Stricke reißen, rollt er ihn in einem großen Lkw-Reifen. Auf seinem turbulenten Weg durch den Südwesten Chinas lernt Zhao dabei eine Reihe ungewöhnlicher Menschen kennen, vom emotional labilen Lastwagenfahrer über einen jungen Mann, der mit dem Fahrrad bis nach Tibet fahren will, bis zu einem einsamen Reichen, der zu seinen Lebzeiten seine eigene Beerdigung feiern lässt.

      Yang Zhangs „Nicht ohne meine Leiche" mit seinen episodisch angelegten Begegnungen bietet eines der schönsten Beispiele des jungen chinesischen Kinos, das sich seit einigen Jahren ähnlich vielgestaltig und dynamisch entwickelt wie das gesamte Land. Die skurrile und herzerwärmende Komödie mit dem chinesischen Starkomiker Benshan Zhao in der Hauptrolle erzählt beiläufig von Armut, sozialer Kälte und notgedrungener Arbeits-Migration im Wirtschaftswunderland China - verfällt aber nicht in Bitterkeit oder Zynismus, sondern verliert wie seine Hauptfigur nie den Glauben an die Menschen. Ein sympathischer Optimismus, der dem Film bei der Berlinale 2007 den Preis der ökumenischen Jury eingebracht hat.

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