• 25.02.2018
      01:00 Uhr
      lebensArt Spezial aus Berlin Zwischen Kiez und Ku'damm - Die mit dem Bären tanzen | 3sat
       

      Wenn Politik, Fantasie und Glamour in Berlin synchron gehen, dann sind die Internationalen Filmfestspiele in Berlin angesagt!

      Mit fast 500 000 Kino-Besuchern gilt die Berlinale als das größte Publikumsfestival der Welt. Auch die 68. Ausgabe bewegt sich stilvoll zwischen Politik, Party und internationaler Prominenz.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 25.02.18
      01:00 - 01:55 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Wenn Politik, Fantasie und Glamour in Berlin synchron gehen, dann sind die Internationalen Filmfestspiele in Berlin angesagt!

      Mit fast 500 000 Kino-Besuchern gilt die Berlinale als das größte Publikumsfestival der Welt. Auch die 68. Ausgabe bewegt sich stilvoll zwischen Politik, Party und internationaler Prominenz.

       

      Der amerikanische Star-Regisseur Wes Anderson, der schon 2014 mit seiner mehrfach preisgekrönten Tragikomödie "Grand Budapest Hotel" das Festival eröffnete, liefert heuer mit "Isle of Dogs" einen ungewöhnlichen Auftakt. Noch nie wurde in der fast siebzigjährigen Geschichte der Filmfestspiele mit einem Animationsfilm eröffnet. Für seine schräge Zukunftsvision hat Anderson mit Bill Murray, Tilda Swinton oder Scarlett Johansson die Crème de la Crème des Kinos als Synchronstimmen verpflichtet.

      Mit Hochspannung wird der Film "3 Tage in Quiberon" erwartet. Die deutsche Schauspielerin Marie Bäumer schlüpft dabei in die Rolle der Romy Schneider. Regisseurin Emily Atef erzählt darin die Geschichte von Stern-Journalist Michael Jürgs und seinem Fotografen Robert Lebeck.

      Die beiden treffen den Weltstar 1981 in dem französischen Küstenort zum Interview, in einer Zeit in der die Leinwand-Legende schon mit ihrer Alkohol- und Tablettensucht zu kämpfen hatte. Eine Sensation, denn Schneiders Verhältnis zu den deutschsprachigen Medien ist angespannt, unzählige Male hatte die Presse ihre Persönlichkeitsrechte missachtet, ihr Privatleben für Schlagzeilen ausgeschlachtet. Doch Schneider will nun ihre Sicht auf sich selbst teilen. Marie Bäumer wagt sich an ihre Ikone heran und spielt einen schüchternen Weltstar, der doch nicht anders kann, als im Rampenlicht zu stehen. Gegen den Rat ihrer engen Freundin Hilde, dargestellt von der Österreicherin Birgit Minichmayr, legt Schneider dem Reporter Jürgs ihr verwundetes Inneres offen. Das Gespräch gilt als Romy Schneiders letztes großes Interview vor ihrem plötzlichen Tod im Mai 1982.

      Der "kulturMontag" hat den Journalisten und Autor Michael Jürgs in Hamburg getroffen, der Schneider auch nach der Begegnung in Quiberon verbunden blieb und später mit "Der Fall Romy Schneider" eine Biographie über den Leinwand-Star geschrieben hat.

      Auch das "Rot-Weiß-Rote" Kino ist in diesem Jahr wieder stark vertreten. Die Berlinale ist für den österreichischen Film traditionell ein gutes Pflaster. Von hoch politischen Themen und gesellschaftskritischen Ansätzen bis hin zu intimen Beziehungsgeschichten und Gender-Fragen reicht das breite Spektrum.

      Der "kulturMontag" zeigt erste Ausschnitte der spannenden Produktionen und bittet die FilmemacherInnen Ruth Beckermann, Katharina Mückstein und Wolfgang Fischer zum Interview.

      Offensiv will sich die Berlinale in diesem Jahr auch mit der #MeToo Debatte auseinandersetzen, Zeichen gegen Missbrauch setzen. Sind somit Stilettos und viel nackte Haut auf dem Roten Teppich passé? Die Stadt befindet sich im Ausnahmezustand, und das allerdings nicht nur während der Filmfestspiele. Denn in der etwa Vier Millionen-Metropole heißt es zwischen Brandenburg und Schönefeld "nüscht geht mehr". Die Stadt, die scheinbar ins Scheitern verliebt ist, versinkt allerorten im Chaos.

      Bau-Projekte verzögern und verteuern sich, Baustellen legen den Verkehr lahm. Sieben Jahre brauchte es, um die Oper zu sanieren, die Renovierung des renommierten Pergamonmuseums wird nach vier Jahren Verzug zur Permanent-Baustelle erklärt und auf den neuen Flughafen warten die Berliner seit sagenhaften elf Jahren. "Berlin ist dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein" hieß es schon Anfang des 20. Jahrhunderts. 100 Jahre später scheint sich nicht viel verändert zu haben.

      Das Berliner Kabarett- und Chanson-Duo Pigor & Eichhorn und der Tagespiegel-Chefredakteur und Autor Lorenz Maroldt über ihre Stadt voll von Unzulänglichkeiten und Unzuständigkeiten, die sie aber dennoch nicht mehr loslässt, oft lebenslang und zuweilen auch darüber hinaus. In Berlin herrscht aber nicht nur Chaos und es toben die Berlinale-Bären - auch am Theater ist ganz schön was los. Als Wunderkind der deutschen Bühne wird der 30-jährige Ersan Mondtag gehandelt. Der türkisch-stämmige Kreuzberger wurde schon zweimal zum Berliner Theatertreffen eingeladen - seitdem reden alle über seine Arbeit. Demnächst wird man Ersan Mondtag auch in Österreich kennenlernen - höchste Zeit also, den ungewöhnlichen Regisseur vorzustellen.

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      01:00 - 01:55 Uhr (55 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.09.2018