• 12.05.2018
      14:30 Uhr
      Ländermagazin Heute aus Thüringen - Auf den Spuren des Dreißigjährigen Krieges | 3sat
       

      Thüringen war während des Dreißigjährigen Krieges Durchzugsgebiet für die Truppen unterschiedlichster Kriegsparteien. Zahlreiche Spuren dieser Zeit sind bis heute zu finden. In der Region um Themar im Werratal datiert kaum ein Gebäude vor das Jahr 1640, mehr als zwei Drittel der Dörfer, Städte und der Bevölkerung wurden im Krieg ausgelöscht. Erfurt hatte sich eigentlich von den Vorgängen des Krieges freikaufen wollen. Zweimal erwarb die Stadt einen "Salva Guardia", einen Schutzbrief. Trotzdem hielten die Schweden Erfurt 15 Jahre lang besetzt. Andere Geschichten im "Ländermagazin" erzählen von Augenzeugenberichten aus jener Zeit.

      Samstag, 12.05.18
      14:30 - 15:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Thüringen war während des Dreißigjährigen Krieges Durchzugsgebiet für die Truppen unterschiedlichster Kriegsparteien. Zahlreiche Spuren dieser Zeit sind bis heute zu finden. In der Region um Themar im Werratal datiert kaum ein Gebäude vor das Jahr 1640, mehr als zwei Drittel der Dörfer, Städte und der Bevölkerung wurden im Krieg ausgelöscht. Erfurt hatte sich eigentlich von den Vorgängen des Krieges freikaufen wollen. Zweimal erwarb die Stadt einen "Salva Guardia", einen Schutzbrief. Trotzdem hielten die Schweden Erfurt 15 Jahre lang besetzt. Andere Geschichten im "Ländermagazin" erzählen von Augenzeugenberichten aus jener Zeit.

       

      Der 23. Mai 1618 markiert mit dem Prager Fenstersturz den Beginn des 30-jährigen Krieges. Der Konflikt um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa war zugleich ein Religionskrieg – zwischen Kaiser und Katholischer Liga und der Protestantischen Union. Thüringen war in diesen Jahrzehnten wie viele andere Teile Deutschlands immer wieder Durchzugsgebiet für die Heere und Truppen unterschiedlichster Kriegsparteien – und seine regierenden Fürsten standen auf ganz unterschiedlichen Seiten.

      Zahlreiche Spuren dieser Zeit sind bis heute zu finden. Da ist zum Beispiel Themar im Werratal. In dieser Region datiert kaum ein Gebäude vor das Jahr 1640, wurden mehr als zwei Drittel der Dörfer, Städte und der Bevölkerung im 30-jährigen Krieg ausgelöscht. Eine Ausnahme ist die St. Bartholomäus-Kirche in Themar, die Stadt brannte, aber die Kirche blieb verschont – ironischerweise durch ein Kunstwerk der Renaissance, der Dürer- und Lutherzeit. Erfurt hatte sich eigentlich von den Vorgängen des Krieges freikaufen wollen. Zweimal erwarb die Stadt einen „Salva Guardia“, einen Schutzbrief, um keine kaiserlichen Truppen beherbergen und beköstigen zu müssen. Trotzdem hielten die Schweden 15 Jahre Erfurt besetzt, Gustav II. Adolf baut die Stadt zur starken schwedischen Festung aus. Die erlebt dadurch mitten in den Kriegswirren eine erstaunliche kulturelle Blüte in Universität und Wirtschaft. Doch die Hoffnung des Erfurter Stadtrates, endliche freie Reichsstadt zu werden und die Kurmainzische Herrschaft abschütteln zu können, wird sich nicht erfüllen.

      Eine andere Geschichte erzählt ein Manuskript, ein Augenzeugenbericht, verfasst vom Heldburger Pfarrer Martin Bötzinger, den seine Reise durch die Kriegsjahre an viele Orte führte. Der Verlag Rockstuhl in Bad Langensalza hat es zum modernen Buch werden lassen. Ein sehr persönliches Buch hat Dr. Kai Lehmann geschrieben und dafür so gut wie alle Kirchenbücher im Thüringer Süden durchforstet. Es erzählt vom Leben des einfachen Volkes in jener Zeit, und vieles davon stand bis dato in keinem Geschichtsbuch. In den einzigartigen Renaissance-Räumen von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden und in der Dauerausstellung zum Schmalkaldischen Bund geht Moderator Christian Müller mit Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann Ereignissen und historischen Umständen in Thüringen nach. Denn Schmalkaldischer Bund, Reformation und 30jähriger Krieg haben einen Zusammenhang.

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