• 24.05.2018
      06:20 Uhr
      Kulturzeit Das 3sat-Kulturmagazin von ZDF, ORF, SF und ARD | 3sat
       

      Themen u.a.:

      • Imaginierte Zukunft - Gespräch mit Jens Beckert
      • Nachruf Philip Roth: Die Stimme seiner Generation
      • "Lehren aus dem Dreißigjährigen Krieg"
      • "The Encounter"
      • Lynn Hershman: "Ist das Kunst"
      • Tipps

      Moderation: Cécile Schortmann

      Donnerstag, 24.05.18
      06:20 - 07:00 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo HD-TV

      Themen u.a.:

      • Imaginierte Zukunft - Gespräch mit Jens Beckert
      • Nachruf Philip Roth: Die Stimme seiner Generation
      • "Lehren aus dem Dreißigjährigen Krieg"
      • "The Encounter"
      • Lynn Hershman: "Ist das Kunst"
      • Tipps

      Moderation: Cécile Schortmann

       
      • Nachruf Philip Roth: Die Stimme seiner Generation

      Im Oktober 2012 verkündete der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth, er wolle nie wieder ein Buch schreiben, geschweige denn: überhaupt Literatur lesen. Eine Entscheidung, mit der er bis zuletzt glücklich war. Roth starb am 22. März 2018 mit 85 Jahren an Herzversagen. Er hinterlässt der Buchwelt ein beachtliches Erbe. Dass ein erfolgreicher Autor nicht immer nur Bestseller schreibt, ist verständlich. Das ein oder andere Buch kann auch mal nicht ganz so gut sein, sollte natürlich aber eine Ausnahme bleiben. Bei Philip Roth ist das jedoch anders: Seine Bücher - angefangen von seinen Frühwerken wie "Goodbye, Columbus" (1959) bis hin zu seinem letzten Roman "Nemesis" (2010) - wurden allesamt von der Presse gefeiert. Das liegt nicht nur an den ausgefeilten Geschichten, sondern auch an der Erzählweise. "Roths Bücher strotzen vor Intelligenz, sie sind voll narrativer Ironie, sie haben Drive", lobte Peter Michalzik in der "Frankfurter Rundschau" 2009. Ein immer wiederkehrendes Thema ist das politische, gesellschaftliche und jüdische Leben in den USA. Roth selbst stammt von Juden aus Osteuropa ab. Roth wuchs in New Jersey auf und lehrte nach seinem Studium in Lewisburg/Pennsylvania, New Jersey und Chicago an zahlreichen Universitäten im Land Englische Literatur und Kreatives Schreiben. Sein erster Roman "Goodbye, Columbus" war ein erstaunliches Debüt, Roth erhielt dafür den renommierten National Book Award. Von da an sicherte er sich einen festen Platz auf den Bestseller- und Buchpreislisten. Es entstanden Meisterwerke der Gegenwartsliteratur wie die "Zuckerman-Trilogie", unter anderem mit dem Roman "Ghostwriter" über sein alter Ego Nathan Zuckerman, einen jüdischen Schriftsteller, autobiografische Werke wie "Operation Shylock" sowie die "USA-Trilogie" mit "Amerikanisches Idyll" und "Der menschliche Makel". 2003 feierte die Verfilmung von "Der menschliche Makel" mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman in den Hauptrollen Premiere.

      Lange wurde Roth als nächster Literaturnobelpreisträger gehandelt, erhalten hat er ihn allerdings nie. Ganze 31 Werke hat Roth herausgebracht, demnach ungefähr ein Buch pro Jahr. 2012 schockierte er die Branche mit der Ankündigung seines Ruhestands. Bereut habe er es nicht, sagte Roth der "New York Times". "Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit oder die verbale Energie oder die physische Fitness um einen großen kreativen Angriff auf eine komplexe Struktur wie einen Roman zu starten. Jedes Talent hat seine Bedingungen, seine Beschaffenheit, sein Ausmaß, seine Kraft - nicht jeder kann für immer ergiebig sein", so Roth. "Das Lesen hat den Platz des Schreibens eingenommen und bildet heute den Hauptteil, den Anreiz meines denkenden Lebens." So hielt sich Roth über die politischen Entwicklungen auf dem Laufenden. US-Präsident Donald Trump sei für ihn "die Katastrophe des 21. Jahrhunderts, die entwürdigendste Katastrophe der USA", ein "großer Betrüger, die üble Summe all seiner eigenen Unzulänglichkeiten, frei von allem außer der leeren Ideologie eines Größenwahnsinnigen", erklärte er. Noch im März feierte er seinen 85. Geburtstag.

      Das 3sat-Kulturmagazin von ZDF, ORF, SRF und ARD

      Magazin

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 24.09.2018