• 12.05.2018
      19:30 Uhr
      Kulturpalast Thema: Angst | 3sat
       

      Unsere Gesellschaft scheint zunehmend von Angst beherrscht zu sein: Angst vor Terror, vor Gewalt durch Fremde, Angst vor der Zukunft. Doch wohin führt diese Angst? Und was können wir dagegen tun?

      Moderation: Nina Sonnenberg

      Samstag, 12.05.18
      19:30 - 20:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Unsere Gesellschaft scheint zunehmend von Angst beherrscht zu sein: Angst vor Terror, vor Gewalt durch Fremde, Angst vor der Zukunft. Doch wohin führt diese Angst? Und was können wir dagegen tun?

      Moderation: Nina Sonnenberg

       

      Unsere Gesellschaft scheint zunehmend von Angst beherrscht zu sein: Angst vor Terror, vor Gewalt durch Fremde, Angst vor der Zukunft. Doch wohin führt diese Angst? Und was können wir dagegen tun?

      Allgegenwärtig ist vor allem die Angst vor Terroranschlägen: 71 Prozent der Deutschen fürchten sich davor. Die wenigsten wissen, dass im Vergleich zu heute in den 70er- und 80er-Jahren weitaus mehr Menschen in Westeuropa Terroranschlägen zum Opfer fielen.

      Einen Einblick in diese Zeit des Terrors gibt der Film "7 Tage in Entebbe" über ein spektakuläres Geiseldrama von 1976. Daniel Brühl spielt darin den deutschen Terroristen Wilfried Böse, der gemeinsam mit palästinensischen Radikalen ein Flugzeug mit überwiegend israelischen Passagieren nach Uganda entführt. Im Gespräch mit Nina Sonnenberg zieht Daniel Brühl Parallelen zum heutigen islamistischen Terror. Und spricht auch über Rechtspopulismus, der die Angst der Menschen schürt und sich davon nährt.

      Der niederländische Regisseur Dries Verhoeven fasst das so zusammen: "Terrorist*innen und Politiker*innen aller Lager schaffen zunehmend ein Theater der Angst, in dem wir nicht mit einer konkreten Gefahr, sondern mit möglicher Gefahr konfrontiert sind". Dieses "Theater der Angst" setzt Verhoeven in seinem aktuellen Stück "Phobiarama" im Rahmen der "Wiener Festwochen" ganz konkret um: das Publikum fährt in Geisterbahnwagen mitten hinein in ein Panoptikum der modernen Ängste. Auch die Rolle der Medien in diesem "Theater" hinterfragt Verhoeven kritisch. Inwieweit werden sie zu Erfüllungsgehilfen von Terroristen und Populisten?

      Doch wie bekämpft man seine Angst? Mit dieser Frage setzt sich Marina Abramovic, die bedeutendste Performancekünstlerin der Welt, seit Jahrzenten intensiv auseinander. Ihre Erkenntnis: "Angst vergiftet den Körper, genau so wie Hass oder Wut. Konfrontiere dich mit deiner Angst, gehe nicht über sie hinweg, sonst ist sie immer da". Das Werk der Künstlerin lässt sich als eine groß angelegte Konfrontationstherapie zur Überwindung ihrer Angst betrachten: Sie ritzt sich, lässt sich schlagen, setzt sich tödlichen Gefahren aus – erlangt dadurch Freiheit, wie sie sagt. Umfassenden Überblick über ihr Schaffen bietet eine groß angelegte Retrospektive in der Bundeskunsthalle in Bonn.

      In dem Fachmagazin für E- und U-Kultur werden strittige Fragen der Kunstwelt originell und charmant beleuchtet. "Kulturpalast" verspricht überraschend neue Perspektiven.Die Moderatorin und Musikerin Nina Fiva Sonnenberg lädt sich Gäste ein, um gemeinsam mit ihnen Kultur vom Kern aus zu betrachten: Was treibt Künstler an? Und wie beantworten Kulturschaffende Lebensfragen, die uns alle umtreiben?

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