• 15.05.2018
      22:55 Uhr
      Kinder der "Exodus" Film von Dietmar Schulz | 3sat
       

      "Born on route": So steht es in ihren israelischen Reisepässen amtlich vermerkt. Unterwegs geboren, an Bord des Flüchtlingsschiffs "Exodus" und anderer Schiffe, auf dem Weg nach Palästina. Die Passinhaber sind genauso alt wie der Staat Israel, in dem sie heute leben: 70 Jahre. In Israel sind sie als "Kinder der Exodus" bekannt. Ihre Biografien sind eng verknüpft mit den Ereignissen, die letztlich zur Gründung des Staates Israel führen.

      Dienstag, 15.05.18
      22:55 - 23:40 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 23:10
      Stereo

      "Born on route": So steht es in ihren israelischen Reisepässen amtlich vermerkt. Unterwegs geboren, an Bord des Flüchtlingsschiffs "Exodus" und anderer Schiffe, auf dem Weg nach Palästina. Die Passinhaber sind genauso alt wie der Staat Israel, in dem sie heute leben: 70 Jahre. In Israel sind sie als "Kinder der Exodus" bekannt. Ihre Biografien sind eng verknüpft mit den Ereignissen, die letztlich zur Gründung des Staates Israel führen.

       

      Es ist das Drama, das sich abspielt, als das Flüchtlingsschiff "Exodus" mit mehr als 4500 Holocaust-Überlebenden aus Deutschland und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas nach tagelanger Odyssee den Hafen Haifa erreicht. Die jüdischen Flüchtlinge dürfen jedoch nicht im britischen Mandatsgebiet bleiben. Sie müssen umkehren. Sie werden vom britischen Militär unter Androhung von Waffengewalt auf drei Gefangenenschiffen von Haifa zurück nach Deutschland deportiert, zurück ins "Land der Täter", zurück in bewachte Lager bei Lübeck, Wilhelmshaven und Emden. Während dieser dramatischen Monate in den Jahren 1947/48 werden 58 Kinder geboren, "unterwegs", an Bord der "Exodus", auf den drei britischen Gefangenenschiffen und in den drei "Exodus"-Lagern.

      In der Dokumentation erzählen mehrere "Kinder der 'Exodus'" von ihren Erlebnissen sowie von ihren Hoffnungen, Enttäuschungen und Ängsten. Ein Ex-Offizier in Haifa beispielsweise berichtet von seinen Einsätzen in den Kriegen seit der Staatsgründung, eine Ärztin über soziale und ethnische Spannungen unter Israelis, die aus verschiedenen Kulturkreisen eingewandert sind, und eine Pädagogin geht der Frage nach, wie die Enkel von Holocaust-Überlebenden über ihr Verhältnis zu Deutschland denken. Die 92-jährige Mutter eines "Exodus"-Kindes schildert ihre Erlebnisse an Bord und später im Lager Emden, in dem mehr als 2500 "Exodus"-Flüchtlinge untergebracht waren. Das Foto, das sie - kurz vor dem Rücktransport nach Deutschland - mit einem Kinderwagen auf dem sogenannten "Kai der Tränen" in Haifa zeigt, ging seinerzeit durch die Weltpresse.

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      Dienstag, 15.05.18
      22:55 - 23:40 Uhr (45 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.09.2018