• 08.08.2010
      21:50 Uhr
      Ihr Name ist Sabine Dokumentarfilm Frankreich 2007 (Elle s'appelle Sabine) | 3sat
       

      Die Schauspielerin Sandrine Bonnaire, ein Star des französischen Kinos, gibt in ihrem Regiedebüt Einblicke in das Leben ihrer Schwester Sabine, deren Autismus jahrelang in einer psychiatrischen Anstalt falsch behandelt wurde.

      Sonntag, 08.08.10
      21:50 - 23:15 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

      Die Schauspielerin Sandrine Bonnaire, ein Star des französischen Kinos, gibt in ihrem Regiedebüt Einblicke in das Leben ihrer Schwester Sabine, deren Autismus jahrelang in einer psychiatrischen Anstalt falsch behandelt wurde.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Sandrine Bonnaire

      Damit griff Sandrine Bonnaire ein wichtiges gesellschaftliches Thema auf, von dem sie und ihre Familie unmittelbar betroffen sind: die Auswirkung falscher Behandlung von geistig behinderten Menschen in psychiatrischen Anstalten. Sabine war als junge Frau talentiert, vital und wissbegierig, zeigte aber ein sozial abweichendes Verhalten, weswegen sie nicht in eine normale Schule gehen konnte. Ihre Form des Autismus wurde nicht erkannt, und als sie autoaggressiv wurde, konnte die Familie die Betreuung nicht mehr alleine leisten. Sabine kam in eine psychiatrische Anstalt, wo sie fünf Jahre lang mit Medikamenten behandelt wurde. In dieser Zeit nahm sie extrem zu, verlor durch die Nebenwirkungen der Medikamente geistige Fähigkeiten und wurde lethargisch. Schließlich fand Sandrine für ihre Schwester eine neue Einrichtung, in der den Patienten bei reduzierter Medikamentendosis mehr Initiative eingeräumt wird. Langsam erholt sich Sabine und zeigt wieder Interesse an ihrer Umwelt.

      Ein halbes Jahr begleitete Sandrine Bonnaire ihre inzwischen 38-jährige Schwester in dem neuen Heim mit der Kamera. Den Alltagsaufnahmen stellt sie Videoaufzeichnungen aus verschiedenen Phasen von Sabines Leben gegenüber. Am schockierendsten ist der Kontrast zwischen der jungen und der knapp 30-jährigen, übergewichtigen und apathischen Sabine kurz nach der Entlassung aus der Psychiatrie. Aber der Film macht auch deutlich, welche Chance Sabine hat, sich wieder zu erholen. Sandrine Bonnaire zeigt Sabines Schicksal sowie die Hilflosigkeit ihrer Familie mit aller Schonungslosigkeit, aber auch mit außerordentlicher Liebe. Der Fall der psychisch Kranken offenbart nicht zuletzt das Versagen der Institution Psychiatrie und einer Gesundheitspolitik, die die Kranken und ihre Angehörigen weitgehend im Stich lässt.

      Sie ist eine der aufregendsten Charakterdarstellerinnen des jungen französischen Films und kann alles spielen, ob trotzige Landstreicherin, eiskalte Mörderin, routinierte Prostituierte oder die heldenhafte Johanna von Orleans. Nach ihrem Debüt in "Auf das, was wir lieben" folgte mit Agnès Vardas "Vogelfrei" der erste große Erfolg. Für ihre Rolle in Claude Chabrols "Biester" erhielt Sandrine Bonnaire in Venedig den Darstellerinnenpreis.

      Mit ihren mysteriösen, neurotischen und zugleich verführerischen Frauenfiguren wurde die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire zum Star des internationalen Films. Als einfühlsame Regisseurin kennt man sie kaum. Vom 8. bis zum 13. August zeigt 3sat Filme von und mit Sandrine Bonnaire.

      In den weiteren Filmen der Reihe ist Sandrine Bonnaire in den Rollen zu sehen, die sie bekannt machten: In "Der Bulle von Paris" spielt sie eine Frau, in die sich ein Drogenfahnder verliebt. "Die Frau des Leuchtturmwärters" stellt sie in der gleichnamigen Dreiecksgeschichte dar, dann "Mademoiselle" - eine verheiratete Pharmavertreterin um die 30 mit zwei Kindern, die sich in einen Schauspieler verliebt. In "Einige Tage mit mir" ist sie ein Dienstmädchen, in das sich der Junior-Chef einer Supermarktkette verliebt.

      Die Termine im Einzelnen: Sonntag, 8. August 2010, 0.20 Uhr: Der Bulle von Paris (Police) - Spielfilm, Frankreich 1985 Regie: Maurice Pialat, mit Gérard Depardieu, Sandrine Bonnaire, Sophie Marceau u.a.

      Dienstag, 10. August 2010, 20.15 Uhr: Die Frau des Leuchtturmwärters (L'equipier) - Spielfilm, Frankreich 2004 Regie: Philippe Lioret, mit Sandrine Bonnaire, Philippe Torreton, Grégori Derangère u.a.

      Donnerstag, 12. August 2010, 22.25 Uhr: Mademoiselle - Spielfilm, Frankreich 2000 Regie: Philippe Lioret, mit Sandrine Bonnaire, Jacques Gamblin, Isabelle Candelier u.a.

      Freitag, 13. August 2010, 22.25 Uhr: Einige Tage mit mir (Quelques jours avec moi) - Spielfilm, Frankreich 1988 Regie: Claude Sautet, mit Sandrine Bonnaire, Daniel Auteuil, Jean-Pierre Marielle u.a.

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      Sonntag, 08.08.10
      21:50 - 23:15 Uhr (85 Min.)
      85 Min.
      Stereo

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