• 21.09.2022
      20:15 Uhr
      Grenzerfahrung Russland - Das Baltikum und sein unheimlicher Nachbar 3sat
       

      Christof Franzen reiste im September 2021 für die Dokumentation "Der gleiche Himmel" "entlang der russisch-baltischen Grenze". Er wollte wissen, wie es den Menschen dort geht. Und heute? Die damalige Reise war geprägt von leisem Optimismus auf beiden Seiten. Im Juli 2022 zeigt sich ein teilweise komplett anderes Bild. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine reißt alte Gräben wieder auf, die tiefer sind als je zuvor. Die zwei Reisen entlang der russisch-baltischen Grenzen fühlen sich an, als wären sie aus zwei weit auseinanderliegenden Epochen.

      Mittwoch, 21.09.22
      20:15 - 21:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Christof Franzen reiste im September 2021 für die Dokumentation "Der gleiche Himmel" "entlang der russisch-baltischen Grenze". Er wollte wissen, wie es den Menschen dort geht. Und heute? Die damalige Reise war geprägt von leisem Optimismus auf beiden Seiten. Im Juli 2022 zeigt sich ein teilweise komplett anderes Bild. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine reißt alte Gräben wieder auf, die tiefer sind als je zuvor. Die zwei Reisen entlang der russisch-baltischen Grenzen fühlen sich an, als wären sie aus zwei weit auseinanderliegenden Epochen.

       

      Christof Franzen reiste im September 2021 für die Dokumentation "Der gleiche Himmel" "entlang der russisch-baltischen Grenze". Er wollte wissen, wie es den Menschen dort geht. Und heute?

      Die damalige Reise war geprägt von leisem Optimismus auf beiden Seiten. Im Juli 2022 zeigt sich ein teilweise komplett anderes Bild. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine reißt alte Gräben wieder auf, die tiefer sind als je zuvor.

      Das Fazit des langjährigen Korrespondenten des Schweizer Fernsehens im September 2021: Obwohl Russland seit Jahren wieder aggressiver auftritt gegenüber den direkten Nachbarn im Westen, fühlten sich die Balten sicher. Man sei schließlich in der NATO und zufrieden, in der EU zu sein. Auch die meisten Protagonisten auf der russischen Seite fühlten sich nicht bedroht vom Nachbarn, wenn auch da und dort eine gewisse Wehmut darüber mitschwang, dass man nicht mehr im gleichen, großen Reich zusammenleben würde. Kurz: geopolitisches Spannungsfeld ja, wirkliche Bedrohung nein.

      Keiner der Protagonisten glaubte damals, dass Russland die Ukraine angreifen würde. Alle wurden eines Besseren belehrt. Gut vier Monate nach Kriegsbeginn, im Juli 2022, reiste Christof Franzen noch einmal ins Baltikum und kontaktierte auch die Protagonisten auf der russischen Seite. Es waren berührende, aber auch beklemmende Begegnungen.

      Marina Selenko etwa wohnt auf der russischen Seite, circa 30 Kilometer von der Grenze zu Estland entfernt. Ihre Leidenschaft und Broterwerb ist das Retten von verletzten Störchen. Im September 2021 meinte sie, dass sie die Fernsehpropaganda schon lange nicht mehr schaue. Sie habe ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn im Baltikum und überhaupt nur Menschen seien so dumm und würden Grenzen kennen. Im Sommer 2022 dann: Vor ihrem Haus weht eine Sowjetflagge, und sie kann nicht mehr an sich halten: Die Ukrainer seien Nazis, der Krieg müsse sein zum Schutze Russlands. Sie wünsche sich den Eisernen Vorhang zurück.

      Die zwei Reisen entlang der russisch-baltischen Grenzen fühlen sich an, als wären sie aus zwei weit auseinanderliegenden Epochen. Zwei Reisen, die nicht nur Reporter Christof Franzen noch lange in Erinnerung bleiben werden.

      Film von Roger Brunner, Christof Franzen und Dave D. Leins

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      Mittwoch, 21.09.22
      20:15 - 21:05 Uhr (50 Min.)
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