• 03.11.2021
      20:15 Uhr
      Daten, die das Klima retten? Unterwegs im Dienst der Wissenschaft 3sat
       

      Sie arbeiten unter Extrembedingungen, auf den Alpengletschern, im kargen Norden der Arktis oder in den feuchtheißen Tropen. Drei Forscherinnen und Forscher geben Einblick, wie und wo Klimadaten gesammelt werden. Der Filmemacher Peppo Wagner begleitet die drei Expertinnen und Experten bei ihrer Arbeit am Sonnblick, in Spitzbergen und in Costa Rica. Alle drei sind sich einig, dass mit Daten allein die Klimakrise nicht gelöst werden kann. Den Daten müssen Taten folgen!

      Mittwoch, 03.11.21
      20:15 - 21:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo

      Sie arbeiten unter Extrembedingungen, auf den Alpengletschern, im kargen Norden der Arktis oder in den feuchtheißen Tropen. Drei Forscherinnen und Forscher geben Einblick, wie und wo Klimadaten gesammelt werden. Der Filmemacher Peppo Wagner begleitet die drei Expertinnen und Experten bei ihrer Arbeit am Sonnblick, in Spitzbergen und in Costa Rica. Alle drei sind sich einig, dass mit Daten allein die Klimakrise nicht gelöst werden kann. Den Daten müssen Taten folgen!

       

      Gletschereis, Permafrostböden und tropische Regenwälder zählen zu den Zeugen der Erdgeschichte, die uns die Schönheit und Vielfalt unseres Planeten vor Augen führen. Sie sind aber auch unverzichtbare Bestandteile, wenn es um das Gleichgewicht des Klimasystems unseres Planeten geht.

      Noch ist wenig über Permafrostböden bekannt, außer dass deren Auftau-Schichten jährlich tiefer reichen. Zudem werden gigantische Mengen an Kohlenstoff im gefrorenen Erdreich vermutet, die seit der letzten Eiszeit konserviert wurden.

      Durch Auftauprozesse könnten diese als Kohlendioxid oder Methan in die Atmosphäre gelangen und die globale Erwärmung beschleunigen.

      Annett Bartsch hat sich auf die Beobachtung und Vermessung von Permafrostgebieten spezialisiert: „Seit Beginn der Messungen um die Jahrtausendwende sehen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Bodentemperaturen. Wenn der Trend so weitergeht, wird es in zwanzig Jahren, zumindest in Zentralspitzbergen, keinen Permafrost mehr geben.“

      Der arktische Archipel gilt als weltweit größtes „Labor“ der Arktisforschung, auch für Annett Bartsch - allerdings nur in Begleitung bewaffneter Guides, wenn es in das freie Gelände gehen soll. Denn neben 2.000 Menschen zählen auch mehr als 3.000 Eisbären zu den „ständigen Bewohnern“ der norwegischen Inselgruppe.

      Permafrost ist ein schwer zugängliches Phänomen des Untergrunds, Gletscher hingegen sind für jedermann sichtbar. Doch bald könnten sie der Bezeichnung „ewiges Eis“ nicht mehr gerecht werden.

      Einfache Messungen von Gletscherausdehnungen wurden bereits vor 100 Jahren durchgeführt und seit damals ziehen sich die eisigen Riesen zurück, mit steigender Geschwindigkeit. Dadurch befeuern sie praktisch den Klimawandel.

      Weniger Eis bedeute mehr Wasser und Wasser könne wieder mehr Strahlung aufnehmen, meint der Glaziologe Anton Neureiter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. „Wenn es wärmer wird, schmilzt aber auch wieder mehr Eis! Seit geraumer Zeit greift der Mensch massiv in das Klima ein und die Gletscher zeigen uns das sehr deutlich.“ Für Anton Neureiter ist dies mehr als ein Grund, bei jeder Wetterlage schwer bepackt zwischen tückischen Gletscherspalten unterschiedlichste Messungen durchzuführen.

      Von Kälte dagegen keine Spur, wenn Anton Weissenhofer im feuchtheißen Süden Costa Ricas in Primärregenwäldern nach geeigneten Samen und Jungpflanzen sucht. In seinen Projekten geht es um die Renaturierung von entwaldeten, aber geschützten Flächen.

      Man will durch gezielte Auswahl der Bäume die reiche Artenvielfalt der Region erhalten und möglichst ökologisch CO2 binden. Vor dreißig Jahren ist er durch sein Biologiestudium das erste Mal in die Gegend des heutigen Nationalparks Piedras Blancas gekommen. Mit seinem Kollegen Werner Huber erforscht er seit damals das Ökosystem „Regenwald“.

      Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die wichtigste Grundlage für seine jüngsten Bemühungen, biologische Korridore zu schaffen. „Ohne die Menschen von hier mit einzubinden wären alle Anstrengungen wertlos, aber das braucht viel Geduld und Überzeugungskraft.“

      Trotz vieler widriger Umstände spürt man bei Anton Weissenhofer die Faszination für seine Arbeit jedoch deutlich: „Der Weg ist eigentlich das Ziel. Man kann nie genug tun. Wir kämpfen weiter, damit die Wälder hier erhalten bleiben und jeder Baum, den wir setzen, ist eine weitere Hilfe.“

      Der Filmemacher Peppo Wagner begleitet die drei Expertinnen und Experten bei ihrer Arbeit am Sonnblick, in Spitzbergen und in Costa Rica. Alle drei sind sich einig, dass mit Daten allein die Klimakrise nicht gelöst werden kann. Den Daten müssen Taten folgen!

      Wissenschaftliche Fakten sind die Basis für ein besseres Verständnis von Zusammenhängen und für eine lösungsorientierte Diskussion – gerade, wenn es um das äußerst sensible und komplexe System „Klima“ geht.

      Film von Peppo Wagner

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