• 24.02.2018
      10:00 Uhr
      Das Tal der Raben Film von Manfred Christ | 3sat
       

      Seit jeher wird über die schwarzen Raben mehr geschrieben als über jeden anderen Vogel. Aus den Mythen und Legenden vieler Völker sind sie nicht wegzudenken.Bei Verhaltensforschern sind Raben wegen ihrer unglaublichen Denkleistungen bekannt, die denen der Papageien vermutlich überlegen sind. Die Intelligenz der Tiere beschäftigt auch die Wissenschaftler der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethologie in Grünau.Im oberösterreichischen Grünau im Almtal versammelt sich nämlich seit einigen Jahren rund um die Forschungsstation regelmäßig einer der größten Rabenschwärme des Alpenraums, der zeitweilig bis zu 120 Vögel umfasst.

      Samstag, 24.02.18
      10:00 - 10:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Seit jeher wird über die schwarzen Raben mehr geschrieben als über jeden anderen Vogel. Aus den Mythen und Legenden vieler Völker sind sie nicht wegzudenken.Bei Verhaltensforschern sind Raben wegen ihrer unglaublichen Denkleistungen bekannt, die denen der Papageien vermutlich überlegen sind. Die Intelligenz der Tiere beschäftigt auch die Wissenschaftler der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle für Ethologie in Grünau.Im oberösterreichischen Grünau im Almtal versammelt sich nämlich seit einigen Jahren rund um die Forschungsstation regelmäßig einer der größten Rabenschwärme des Alpenraums, der zeitweilig bis zu 120 Vögel umfasst.

       

      Am Rande des Toten Gebirges liegt eine kaum besiedelte, zauberhafte Landschaft - das innere Almtal. Das Leben hier ist beschaulich und dreht sich um wenige Fixpunkte: Um den Wald und die Jagd, um einen Wildpark und die romantische Konrad-Lorenz-Forschungsstelle, die das Almtal in aller Welt berühmt gemacht hat - durch die frei fliegenden Graugänse des verstorbenen Nobelpreisträgers und durch die Erforschung einer Bande von schwarzen Vögeln - den Kolkraben. Besonders im Winter versammeln sich rund um den Wildpark bis zu 120 halbwüchsige Raben und stehlen den Wildparktieren das Futter. Es ist die größte dauerhafte Ansiedelung von Kolkraben in ganz Mitteleuropa. Für die Biologen der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle war das eine einmalige Chance - denn Kolkraben gelten als die intelligentesten Vögel, viel mehr noch als die Papageien. Und tatsächlich haben die Almtaler Raben einiges zu bieten: Sie haben einerseits panische Angst vor neuen, unbekannten Objekten, andererseits zeigen sie manchmal eine geradezu verblüffende Dreistigkeit. Ihr Sozialleben mutet sogar bei kritischer Betrachtung beinahe "menschlich" an, ihre Fähigkeit zum Überlisten von anderen Tieren und Menschen ist unübertroffen. Kein Wunder, dass sie seit vielen Jahrhunderten Bestandteil der Sagenwelt sind: Ob als Göttervögel oder Todesboten - wer einmal mit Raben zu tun hatte, den lassen sie nicht mehr los. In der Ortschaft Grünau sind das - man könnte behaupten, "nach Art eines Heimatfilms" - vor allem der Pfarrer, ein Jäger und ein junger Naturforscher.

      Die schwarzen Vögel sind für das innere Almtal mittlerweile zum Markenzeichen geworden. Auf dem Gelände des Wildparks sind sie unübersehbar. Sie entwenden den Wölfen und den Bären unter Lebensgefahr die besten Leckerbissen und benutzen die Wildschweine ungeniert als Reittiere.

      Die Kolkraben verleihen dem ohnehin geheimnisvollen Tal einen zusätzlichen mythischen Zauber. Vor allem an jenen Tagen, an denen "die Elfen durch die Wälder streifen" - so hieß es in grauer Vorzeit, wenn überall im Tal geisterhafte Nebelfetzen zogen und von einem Augenblick zum anderen wieder verschwanden.

      Die Nebel ziehen auch heute noch durch das innere Almtal und manchmal scheint es, als verwischten sie die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Märchen. Was die Forscher in mühevoller Kleinarbeit über das Leben der Raben dokumentieren, vermischt sich mit unüberprüfbaren Erzählungen über die 'wahre Seele' der Raben. Der Film "Das Tal der Raben" erzählt nicht nur vom Leben und Treiben der Kolkraben, sondern auch vom Wesen des Tals an sich und dem Charakter seiner Bewohner: Von Fronleichnam und dem magischen Echoblasen am Almsee, vom Almabtrieb und der Jagd. Vom idyllischen Forschungsinstitut mit all seinen Bewohnern - den Studenten, den Gänsen, Hühnern, Hunden und Schafen - und vom Cumberland-Wildpark, der sich unauffällig und harmonisch ans Ufer der Alm schmiegt. Neben den außergewöhnlichen Aufnahmen, die den Zauber der Landschaft einfangen, präsentiert die Dokumentation Ergebnisse und Projekte der Verhaltensforscher des Konrad-Lorenz-Instituts. Die zutiefst alpine, dennoch ein wenig "andere" Originalmusik zur Dokumentation "Das Tal der Raben" wurde vom österreichischen Popmusiker Andy Baum komponiert.

      (aus der ORF-Reihe "Universum"); Erstsendung 02.12.1997

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