• 07.03.2018
      20:15 Uhr
      Bauernleben - Bauernsterben Film von Peter Liska | 3sat
       

      Sie sind das Rückgrat Österreichs: Bauern. Doch es werden immer weniger, seit Jahrzehnten. Sie erhalten Kulturlandschaften, produzieren - und führen einen Kampf ums Überleben. Ein Kampf gegen den freien Markt, gegen die Globalisierung, den Preisverfall. Von den wenigen Landwirten, die bereit sind, vor die Kamera zu treten, handelt Peter Liskas Dokumentation. Sie gibt Einblick in die Sorgen und Nöte von Kleinst- und Großbetrieben.

      Mittwoch, 07.03.18
      20:15 - 21:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Sie sind das Rückgrat Österreichs: Bauern. Doch es werden immer weniger, seit Jahrzehnten. Sie erhalten Kulturlandschaften, produzieren - und führen einen Kampf ums Überleben. Ein Kampf gegen den freien Markt, gegen die Globalisierung, den Preisverfall. Von den wenigen Landwirten, die bereit sind, vor die Kamera zu treten, handelt Peter Liskas Dokumentation. Sie gibt Einblick in die Sorgen und Nöte von Kleinst- und Großbetrieben.

       

      Familie Ainetter führt einen kleinen Bergbauernhof im Kärntner Lesachtal. Familie - das ist der alleinstehende Sohn, Mitte 30, und seine Mutter. Der Altbauer ist tödlich verunglückt. Die Ainetters leben von Förderungen - und sind zu Landschaftspflegern geworden. Ein paar Gäste, Urlauber am Bauernhof, ermöglichen ihnen ein Leben fernab der Massentierhaltung. Aber wie es weitergeht ist ungewiss.

      Johannes Lugger, ebenfalls in Maria Luggau im Lesachtal daheim, hat bezüglich eines Hofnachfolgers mehr Glück. Obwohl der Vater den Betrieb eher traditionell geführt hat - das Feld hat er noch mit dem Handpflug bestellt, mit einer Kuh geeggt -, übernimmt sein jüngster Sohn den Hof.

      Johann Konrad hat einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Er ist vom Wachstum überzeugt. Mit 15 Kühen hat er begonnen, heute sind es weit mehr als 300. Der Milchpreisverfall hat ihm und seiner Familie etliche schlaflose Nächte bereitet - obwohl drei Melkroboter jahraus, jahrein rund um die Uhr laufen.

      Im Waldviertel wurde manche Ortschaft schon in den 1970er-Jahren als "sterbendes Dorf" bezeichnet. Wenn man heute Nachschau hält, stößt man aber auch auf Biobauern, die mit Erdäpfeln ein kleines Wirtschaftswunder vollbracht haben.

      Dass die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe dennoch jährlich abnimmt, hat vielerlei Gründe. Oft sind sie primär wirtschaftlicher Natur: Es mangelt an Hofnachfolgern. Auch an Frauen - die sich immer seltener für ein Leben am Hof interessieren. Und die Kinder von Landwirten haben oft Lebenspläne, die sich von jenen der Eltern unterscheiden: Jeden Tag in der Früh in den Stall, dann zum eigentlichen Beruf und am Abend wieder in den Stall - dieses Lebensmodell hat stark an Anziehungskraft verloren.

      Auch das Sozialprestige wandelte sich im Laufe der Jahrzehnte. Früher waren sie angesehen im ganzen Dorf - stolze, selbstbewusste Bauern. Doch dieses Image hat sich merklich geändert.

      Für seinen Film unternimmt Peter Liskas Film eine Reise durch Österreich: zu abgelegenen Bergbauernhöfen, zu einem der größten Milchbauern, zu Biopionieren, zu Jungbauern, die für Kalender posieren und vom eigenen Hof träumen, zu Landwirten, die ihn allein erhalten, weil sie Junggesellen sind und keine Frau an ihrer Seite haben.

      Peter Liska hat mit seinem Team auch in Ortschaften gedreht, die schon lange als sterbende Dörfer gelten, und fokussiert den Blick auch auf jene, die versuchen, ihren eigenen Weg zu finden, die den Agrar-Mächten, dem Strukturwandel und der Landflucht trotzen.

      Film von Peter Liska über Menschen, die Österreich prägten; Aus der ORF-Reihe "Menschen & Mächte"

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