• 22.02.2018
      20:15 Uhr
      ADHS - ein Leben lang Film von Michael McNamara | 3sat
       

      Früher dachte man, ADHS beträfe nur Kinder und Jugendliche. Heute weiß man, auch Erwachsene haben das Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom, aber es wird häufig nicht erkannt. Die neurobiologische Erkrankung ADHS führt im Kindesalter häufig zu Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Allerdings können sich die Symptome im Laufe der Jahre wandeln, der ausgeprägte Bewegungsdrang geht oft zurück oder verschwindet sogar ganz.

      Donnerstag, 22.02.18
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Früher dachte man, ADHS beträfe nur Kinder und Jugendliche. Heute weiß man, auch Erwachsene haben das Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom, aber es wird häufig nicht erkannt. Die neurobiologische Erkrankung ADHS führt im Kindesalter häufig zu Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Allerdings können sich die Symptome im Laufe der Jahre wandeln, der ausgeprägte Bewegungsdrang geht oft zurück oder verschwindet sogar ganz.

       

      Ein gestörter Stoffwechsel der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn wird für ADHS verantwortlich gemacht - Forscher gehen davon aus, dass diese Störung genetisch bedingt ist. Wurde ADHS nicht schon im Kindesalter diagnostiziert, ist es gut möglich, dass Erwachsene gar nicht oder falsch diagnostiziert werden. Gerade bei Frauen wird das Syndrom häufig mit einer Depression verwechselt. Das Medikament Ritalin wird seit Anfang der 1990er-Jahre intensiv bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS eingesetzt. Kritiker sagen, dass es zu früh und zu häufig verschrieben werde, denn die Nebenwirkungen sind immens und reichen von Schläfrigkeit über Gewichtszunahme bis hin zu psychischer Abhängigkeit.

      ADHS kann eine Ursache von Stress und Versagen sein, aber auch eine Quelle von Stärke und Kreativität. Erwachsene berichten, wie sie jahrelang versuchten, mit einer Erkrankung klarzukommen, von der sie nicht einmal wussten, dass sie sie hatten. An der Universität von Kalifornien in Irvine zeigt Dr. Jean Gehricke, dass Nikotin - ähnlich wie ADHS-Medikamente - den Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöht. Das reduziert die Symptome deutlich, sodass Raucher oft nicht erkennen, dass sie an ADHS leiden - bis sie versuchen, sich das Rauchen abzugewöhnen. An der Florida State University haben Professor Pradeep Bhide und sein Team erstmals an Mäusen gezeigt, wie Nikotingenuss in der Schwangerschaft dazu führt, dass ADHS an die Kinder weitergegeben wird. Hyperaktive Jungen fallen schnell auf, während Mädchen häufig durch das Raster fallen. Ein Feldversuch an 50 Kindern testet eine neue, nicht-pharmazeutische Therapie: MegaTeam, ein Videospiel, entwickelt vom SickKids-Krankenhaus in Toronto.

      In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel über ein verwandtes Thema.

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