• 06.09.2012
      22:55 Uhr
      Natalie - Der Klang nach der Stille Dokumentarfilm Deutschland 2011 | arte
       

      Die 31-jährige Natalie ist seit ihrer Geburt beinahe taub. Nun hat sie sich entschlossen, sich eine Hörprothese für Gehörlose implantieren zu lassen. Vier Jahre lang hat Filmemacherin Simone Jung Natalie auf ihrem Weg aus der Stille begleitet. Dabei hat sie eine Ahnung davon bekommen, was es bedeutet, in der Stille zu leben. Sie sprach mit Natalie über deren Zweifel, den Anstrengungen des Hörenlernens nach erfolgreicher Operation gewachsen zu sein. Außerdem beobachtete Jung die Hörenden, die sich mit Natalie auf den Weg aus der Taubheit gemacht haben.

      Donnerstag, 06.09.12
      22:55 - 00:25 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Die 31-jährige Natalie ist seit ihrer Geburt beinahe taub. Nun hat sie sich entschlossen, sich eine Hörprothese für Gehörlose implantieren zu lassen. Vier Jahre lang hat Filmemacherin Simone Jung Natalie auf ihrem Weg aus der Stille begleitet. Dabei hat sie eine Ahnung davon bekommen, was es bedeutet, in der Stille zu leben. Sie sprach mit Natalie über deren Zweifel, den Anstrengungen des Hörenlernens nach erfolgreicher Operation gewachsen zu sein. Außerdem beobachtete Jung die Hörenden, die sich mit Natalie auf den Weg aus der Taubheit gemacht haben.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Simone Jung

      Natalie ist von Geburt an praktisch taub. Unterhält man sich jedoch mit ihr, vergisst man das leicht, weil Natalie spricht, als könne sie hören. Aber die 31-Jährige weiß nicht, wie die Worte klingen, die sie sagt. Auch darum hat sie sich zu einer Operation durchgerungen. Sie lässt sich ein Cochlea-Implantat in ihren Kopf implantieren, eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktioniert.

      Dem Erwerb von Natalies Fähigkeit, als Gehörlose wie eine Hörende zu sprechen, lag ein enormer Drill zugrunde. Nun sagen die Ärzte, dass Natalies Hörvermögen nach der Operation dem eines Neugeborenen gleichen wird. Wird sie zukünftig das Hörenlernen an die Grenzen der Belastbarkeit bringen? Während die gegenwärtigen Ereignisse ihren Lauf nehmen, wird diese Ungewissheit für Natalie zum Anlass, ihrer Vergangenheit nachzuspüren. Sie fragt sich, was es eigentlich für sie und ihre Familie bedeutet hat, dass sie gehörlos ist.

      Der Tag der Operation rückt näher. Filmemacherin Simone Jung begleitet Natalie bei dem dreistündigen Eingriff und ist auch dabei, als nach vier Wochen das Implantat erstmals eingeschaltet wird. Ein Moment, den Natalie herbeisehnt und zugleich fürchtet. Wie wird es klingen, was sie dann hört? Der Moment des ersten Hörens ist tatsächlich ein Schock. Geräusche, die Natalie noch nie gehört hat, prasseln ungefiltert auf sie ein. Sie weiß nicht: Höre ich eine zuschlagende Tür? Ist das Vogelzwitschern?

      Der Prozess des Hörenlernens wird mit all den damit verknüpften Empfindungen auch für Hörende zu einer besonderen Reise in die Welt der Töne. Ihnen bleibt keine Wahl, als sich der permanenten Geräuschkulisse auszusetzen. Selbst wenn sie die Ohren mit Ohropax verschließen, dringen die Töne des Körpers eigenartig hohl ans Ohr. Im Laufe des Dokumentarfilms ertappen sich die Hörenden beim Lauschen und Belauschen, beim Vernehmen, Zuhören und Überhören. Für Natalie ist die Reise in die Welt der Töne noch lange nicht zu Ende. Aber auch die Zuschauer des eindrucksvollen Dokumentarfilms werden ganz neue Reiseerfahrungen in die Welt der Töne machen.

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      Donnerstag, 06.09.12
      22:55 - 00:25 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

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