• 12.06.2021
      11:45 Uhr
      Kanal voll Das Geheimnis der Zwickauer Kanuslalomstrecke | MDR FERNSEHEN
       

      Bei den XX. Sommerspielen 1972 in München feierte Kanuslalom seine olympische Premiere. Die Bunderepublik wollte ihren Heimvorteil nutzen und baute extra dafür in Augsburg am Lech den ersten künstlichen Wildwasserkanal der Welt. Schon im Sommer 1971 fanden dort die vorolympischen Testwettbewerbe statt. Das Ergebnis für die DDR-Kanutinnen und -Kanuten war ernüchternd: Nur zwei Bronzemedaillen in vier Wettkämpfen. Die Sportler kamen mit der ungewohnten Betonrinne nicht zurecht. So entstand die Idee, im sächsischen Zwickau-Cainsdorf den Olympiakanal von Augsburg nachzubauen.

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      11:45 - 12:15 Uhr (30 Min.)
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      Bei den XX. Sommerspielen 1972 in München feierte Kanuslalom seine olympische Premiere. Die Bunderepublik wollte ihren Heimvorteil nutzen und baute extra dafür in Augsburg am Lech den ersten künstlichen Wildwasserkanal der Welt. Schon im Sommer 1971 fanden dort die vorolympischen Testwettbewerbe statt. Das Ergebnis für die DDR-Kanutinnen und -Kanuten war ernüchternd: Nur zwei Bronzemedaillen in vier Wettkämpfen. Die Sportler kamen mit der ungewohnten Betonrinne nicht zurecht. So entstand die Idee, im sächsischen Zwickau-Cainsdorf den Olympiakanal von Augsburg nachzubauen.

       

      Bei den XX. Sommerspielen 1972 in München feierte Kanuslalom seine olympische Premiere. Die Bunderepublik wollte ihren Heimvorteil nutzen und baute extra dafür in Augsburg am Lech den ersten künstlichen Wildwasserkanal der Welt. Schon im Sommer 1971 fanden dort die vorolympischen Testwettbewerbe statt. Das Ergebnis für die DDR-Kanutinnen und -Kanuten war ernüchternd: Nur zwei Bronzemedaillen in vier Wettkämpfen. Die Sportler kamen mit der ungewohnten Betonrinne nicht zurecht. So entstand die Idee, im sächsischen Zwickau-Cainsdorf den Olympiakanal von Augsburg nachzubauen.

      "Wir wussten nur nicht genau, wo die einzelnen Hindernisse aus Beton lagen", erzählt der damalige DDR-Verbandstrainer, Werner Lempert. "Und da dachten wir, da müssen wir nachgucken, wie das dort aussieht." Und so verschaffte er sich inkognito und illegal Zutritt zum Augsburger Olympiagelände. Dass er dort trotzdem mit einem offiziellen Besucherausweis ausgestattet wurde und alle Details des Kanals fotografieren konnte, ist eine unglaubliche Geschichte.

      Zu Beginn des Olympiajahres 1972 war dann an der Mulde in Zwickau der neue künstliche Kanal voll. Gefüllt mit Muldewasser und gebaut in drei Monaten als Wintermaßnahme des Autobahnkombinats, wurde er zum Grundstein für die Goldfahrten der DDR-Kanusportler bei den Münchner Sommerspielen.

      Angelika Bahmann vom SC DHfK Leipzig wurde Olympiasiegerin im K1 vor zwei westdeutschen Kanutinnen. Die 20-Jährige erlebte eine historische Siegerehrung mit eigener Hymne und Flagge. Denn es war das erste Mal, dass die DDR mit einer völlig souveränen Olympiamannschaft am Start war. Doch das hatte sich international offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen. Und so, erinnert sich Angelika Bahmann, habe es bei ausländischen Zuschauern für Bewunderung gesorgt, "dass die Siegerflagge extra noch einen Ährenkranz trägt."

      Eine Titelverteidigung war der ersten Kanuslalom-Siegerin der Olympischen Geschichte allerdings nicht vergönnt. Ihre Sportart wurde nach 1972 wieder aus dem olympischen Programm genommen für die nächsten 20 Jahre. Und so blieb schließlich auch der Zwickauer Kanal auf der Strecke.

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