• 17.04.2010
      00:30 Uhr
      Lone Wolf & Cub: Blutiger Schnee Spielfilm Japan 1974 (Kozure ôkami: Jigoku e ikuzo! Daigorô) | arte
       

      Japan im 17. Jahrhundert der Edo-Zeit: Der ehemalige Scharfrichter Ogami setzt seinen blutigen Rachefeldzug fort: Er will den Yagyu-Klan endgültig ausrotten.

      Nacht von Freitag auf Samstag, 17.04.10
      00:30 - 01:50 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo

      Japan im 17. Jahrhundert der Edo-Zeit: Der ehemalige Scharfrichter Ogami setzt seinen blutigen Rachefeldzug fort: Er will den Yagyu-Klan endgültig ausrotten.

       

      Japan im 17. Jahrhundert der Edo-Zeit. Der blutige Rachefeldzug des einstigen höchsten Schafrichters Ogami geht im letzten Teil der Saga weiter; an der Seite des "einsamen Wolfs" wie immer sein mutiger Sohn Daigoro.
      Um sein Gesicht zu wahren, versucht das Oberhaupt des Yagyu-Klans, Retsudo, abermals, den einsamen Wolf und seinen Sohn zu töten. Dieser wiederum erneuert seinen Schwur, Retsudo zu töten und damit seinen Rachefeldzug gegen die Yagyus zu vollenden. Bereits drei seiner Kinder hatte Retsudo im Kampf gegen Ogami verloren und nun schickt er ihm auch seine Tochter Kaori entgegen, deren Jonglier-Kampfstil bisher ungeschlagen blieb. Doch sie fällt dem gleichen Schicksal wie ihre drei Geschwister zum Opfer.

      In seiner Verzweiflung sucht Retsudo seinen unehelichen Sohn Hyoei auf - sein letzter überlebender Verwandter - und bittet diesen um seine Hilfe. Hyoei macht es sich tatsächlich zur Aufgabe, Ogami zu töten. Doch verletzt darüber, dass er als Kind von seinem Vater verlassen wurde, will er den Mord nicht zu Ehren der Yagyus, sondern zu Ehren des Tsuchigumo-Klans ausführen. Als Tsuchigumo-Krieger kämpft er hinterhältig und ohne jeden Ehrenkodex. Er bringt eine psychologische Kriegsführung gegen Ogami zur Anwendung, indem er mit Hilfe von drei wieder zum Leben erweckten Krieger der Tapferkeit und Mystik jeden tötet, der mit Ogami und Daigoro in Kontakt kommt.
      Sie wollen die beiden jeglicher Empfindungen berauben, bis ihnen nur noch die Angst bleibt. Da der ehemalige Scharfrichter und sein Sohn sich allerdings auf dem weißen Weg der Hölle befinden, kennen sie keine Angst und sind in jedem Moment bereit, ihr Leben zu geben. Schließlich schafft es der "einsame Wolf", Hyoei zu einem fairen Zweikampf zu überreden, den Ogami problemlos für sich entscheidet. Doch muss er sich immer noch gegen Hyoeis drei geisterhafte Krieger und das Heer der Yagyus zur Wehr setzen. Es kommt zu einem Showdown in der Szenerie eines winterlichen Japan ...

      Die sechsteilige Filmserie "Lone Wolf & Cub" wurde wie die meisten japanischen Chambara-Serien - blutige Schwertkämpferfilme - mit einem weitgehend gleichbleibenden Team produziert und kam in den Jahren 1972 bis 1974 in Japan in die Kinos. Während sie in Japan nur mäßige Resonanz verzeichnen konnte, wurde sie im Ausland später zur Kult-Serie.
      "Lone Wolf & Cub" ist die Verfilmung des gleichnamigen Mangas von Kazuo Koike und Goseki Kojima, der ein stilprägendes Werk innerhalb des Sub-Genres des Samurai-Manga darstellt. Doch auch für den amerikanischen Comic war der "Lone Wolf & Cub"-Comic von maßgebender Bedeutung, als er fast zehn Jahre nach der Veröffentlichung in Japan 1979 von Frank Miller (Sin City) übernommen wurde.
      Ogamis Reise ist ein langer Weg, der ihn vielleicht zur Erlösung führt. Der Held will sich der Hölle hingeben und weiht sein Leben und das seines Sohnes der ewigen Verdammnis. Seine blutspritzenden Exzesse könnten im Westen schnell mit Nihilismus gleichgesetzt werden, tatsächlich handelt es sich aber um eine Suche nach buddhistischer Erleuchtung. Diese führt ihn durch die Leben der von ihm Getöteten. Durch die Stilisierung des Films wird genau dieses Moment akzentuiert, was für den westlichen Betrachter konzeptionell gewöhnungsbedürftig, für das Verständnis der Serie jedoch unerlässlich ist.
      Es sind die Ikonographie des Bluts und das präzise Timing der Schwertkämpfe, die bis heute nicht nur Trash-Fans begeistern, sondern auch Filmemacher wie beispielsweise Quentin Tarantino beeinflussen. Das Lexikon des Internationalen Films schrieb, die Produktion sei ein "verstörender Film auf ästhetisch hohem Niveau, dessen Handlung tief in der japanischen Tradition und Philosophie verwurzelt" sei. Mit "Lone Wolf & Cub - Blutiger Schnee" zeigt ARTE den letzten der sechs Filme, die wöchentlich auf dem Sendeplatz "Trash" im Rahmen des Programmschwerpunkts "Japan - Im Reich der Samurai" zu sehen sind.
      Im März lädt ARTE ein zu Sushi, Sake, Samurai. Von Japan, dem Inselreich im Osten Asiens, geht eine ambivalente Faszination aus. Zum einen steht es für äußerste Moderne und Hightech, zum anderen für uralte Traditionen und Konventionen. Seit über 2.500 Jahren steht der Tenno, der japanische Kaiser, an der Spitze einer Gesellschaft, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs streng hierarchisch war. Von diesen Traditionen in der Geschichte des Landes und in ihrem Nachwirken auf das heutige Japan handelt der Schwerpunkt.
      Eine einzigartige Kollektion von fünf Spielfilmen erzählt vom Leben der furchtlosen Kriegerkaste der Samurai, der elfteilige Serienklassiker "Shogun" erzählt von den politischen Wirren des 17. Jahrhunderts und für die vierteilige Serie "Japanland" begab sich die Autorin Karin Muller ein Jahr lang auf die landesweite Suche nach dem wahren Kern dieser komplexen und an Widersprüchen reichen Gesellschaft. Die japanische Jugendkultur mit ihren Mangas wird ARTE in seinem Osterprogramm mit sechs Filmen von Meisterregisseur Hayao Miyazaki würdigen.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 17.04.10
      00:30 - 01:50 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
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