• 29.03.2010
      20:15 Uhr
      Die Teuflischen Spielfilm Frankreich 1954 (Les diaboliques) | arte
       

      Henri-Georges Clouzot inszenierte diesen bedrückenden Thriller mit Simone Signoret und Véra Clouzot in den Hauptrollen: Der Direktor eines französischen Jungeninternats ist ein sadistischer Tyrann. Nach seiner Ermordung geschehen unheimliche Dinge...

      Montag, 29.03.10
      20:15 - 22:10 Uhr (115 Min.)
      115 Min.

      Henri-Georges Clouzot inszenierte diesen bedrückenden Thriller mit Simone Signoret und Véra Clouzot in den Hauptrollen: Der Direktor eines französischen Jungeninternats ist ein sadistischer Tyrann. Nach seiner Ermordung geschehen unheimliche Dinge...

       

      Der Direktor eines tristen Jungeninternats in der französischen Provinz, Michel Delasalle, ist ein sadistischer und gemeiner Tyrann, unter dem neben dem Kollegium und den Schülern vor allem seine herzkranke Frau Christina leidet. Sie ist freundlich und zurückhaltend und die Eigentümerin des Internats. Auch seine kesse Geliebte, eine attraktive Lehrerin, ist vor seinen Schikanen nicht gefeit. In einem Anflug von Solidarität planen beide Frauen den perfekten Mord.
      Unter einem Vorwand locken sie Michel zu Nicoles Wohnung in Niort: Christina betäubt ihn mit manipuliertem Whisky und Nicole ertränkt ihn in der Badewanne. Sie bringen die Leiche zurück zum Internat und versenken sie im verschmutzen Swimmingpool, um es wie einen Unfall oder Selbstmord aussehen zu lassen.
      Doch als der Swimmingpool geleert wird, ist die Leiche spurlos verschwunden. Es ereignen sich mysteriöse Dinge wie die Anlieferung des gereinigten Anzugs, den Michel beim Mord trug, sein geisterhaftes Erscheinen auf dem Klassenfoto oder die felsenfeste Behauptung eines Schülers, Michel gesehen zu haben. Auch der pensionierte Kommissar Fichet interessiert sich für das Verschwinden von Michel und schnüffelt im Internat herum. Die herzkranke Christina wird zu einem gehetzten Nervenbündel und beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln: Was ist real?
      Nach einem Streit zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen bleibt die fragile Christina allein im Haus zurück. Mitten in der Nacht wird sie von der offensichtlichen Anwesenheit einer Person geweckt ...

      Henri-Georges Clouzot gehört zu den Regielegenden Frankreichs. "Die Teuflischen", anfänglich nur als gruslige Gutenachtgeschichte für Kinder gedacht, hat er selbst produziert und seiner Frau Véra Clouzot die Hauptrolle übertragen. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Prix Louis Delluc (1954). Neben Clouzots Film "Lohn der Angst", den ARTE ebenfalls in seiner kleinen Hommage zeigt, ist "Die Teuflischen" sein berühmtestes Werk und gilt als stilbildend für das Genre des Psychothrillers.
      In den Folgejahren orientierten sich etliche Filme an der düsteren, alptraumhaften Atmosphäre und an Clouzots Ideenreichtum; so weist auch der bekannteste Film dieses Genres, "Psycho" (1960) von Alfred Hitchcock, weitreichende Ähnlichkeiten mit diesem Meisterwerk auf. Bis heute ist der Einfluss von "Die Teuflischen" durch Remakes und Zitate im neueren Film sichtbar.

      Clouzot ist ein Meister darin, die Spannung durch sein Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers bis zum Höhepunkt aufrechtzuerhalten. Das Drehbuch macht deshalb deutliche Eingriffe in die literarische Vorlage von Boileau und Narcejac. Wegen seiner unerwarteten Wendungen ist Clouzots Werk von raffinierter Konsequenz; mit der Exaktheit eines Uhrwerks greifen die Szenen ineinander. Dramaturgie und Bildgestaltung bestechen durch ihre Präzision.
      Die Figurenzeichnung der beiden Frauen bietet einen dramatischen Kontrast, der auch optisch greifbar wird: Die kleine, zerbrechliche Christina, alias Cricri, mit ihren kindlichen Zöpfen, gespielt von der schmalen Véra Clouzot, steht im Gegensatz zur draufgängerischen, selbstbewussten und sexy Nicole, verkörpert von Simone Signoret - hier in einem ihrer wichtigsten Filme. Paul Meurisse, der meistens den Kommissar gibt, hat die Seite gewechselt und spielt das Opfer mit listigem Vergnügen.

      "Bis zur schockierenden Schlusspointe bleibt der hervorragend inszenierte und gespielte düstere Film hintergründig, packend und präzise, ohne je zu den oberflächlichen Spannungsmitteln gängiger Krimis greifen zu müssen." (Filmdienst).

      Die einzelnen Sendungen der Filmreihe Henri-Georges Clouzot im Überblick:

      • "Die Wahrheit", Spielfilm, am Montag, den 15. März um 20.15 Uhr
      • "Lohn der Angst", Spielfilm, am Montag, den 22. März um 20.15 Uhr
      • "Die Teuflischen", Spielfilm, am Montag, den 29. März um 20.15 Uhr

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      Montag, 29.03.10
      20:15 - 22:10 Uhr (115 Min.)
      115 Min.

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