• 03.12.2013
      23:30 Uhr
      Menschen bei Maischberger Geld, Gier, Betrug - Warum fallen Anleger immer wieder rein? | Das Erste
       

      Trotz immer neuer Skandale bei Geldanlagen lassen sich Menschen gerne von selbst ernannten Finanzgenies blenden, vom Bankberater angeblich todsichere Papiere aufschwatzen, träumen vom schnellen Reichtum. Warum setzt ausgerechnet in Geldfragen häufig die Vernunft aus? Darüber spricht Sandra Maischberger mit diesen Gästen:

      • Josef Müller (Ehem. Anlagebetrüger und Millionär)
      • Martin Schneider (Ex-Bundesligaprofi)
      • Anja Kohl (ARD-Börsenexpertin)
      • Ute Waffenschmidt (ZDF-Reporterin)
      • Bernd Schröder (Ex-Finanzberater)
      • Hannelore Hauptmann (Tochter eines Anlageopfers)

      Dienstag, 03.12.13
      23:30 - 00:45 Uhr (75 Min.)
      75 Min.

      Trotz immer neuer Skandale bei Geldanlagen lassen sich Menschen gerne von selbst ernannten Finanzgenies blenden, vom Bankberater angeblich todsichere Papiere aufschwatzen, träumen vom schnellen Reichtum. Warum setzt ausgerechnet in Geldfragen häufig die Vernunft aus? Darüber spricht Sandra Maischberger mit diesen Gästen:

      • Josef Müller (Ehem. Anlagebetrüger und Millionär)
      • Martin Schneider (Ex-Bundesligaprofi)
      • Anja Kohl (ARD-Börsenexpertin)
      • Ute Waffenschmidt (ZDF-Reporterin)
      • Bernd Schröder (Ex-Finanzberater)
      • Hannelore Hauptmann (Tochter eines Anlageopfers)

       
      • Josef Müller (Ehem. Anlagebetrüger und Millionär)

      "Auf die Gier der Menschen konnte ich mich immer verlassen", sagt der "Konsul von Panama", wie die Münchener Schickeria den erfolgreichen Steuerberater nannte. Josef Müller prellte Anleger um 7,5 Millionen Euro, gab das Geld für seinen kostspieligen Lebensstil aus. "Ich wollte nicht nur reich werden, ich wollte unendlich reich werden", sagt der Ex-Multimillionär, der wegen Betrugs in mehreren hundert Fällen eine fünfjährige Haftstrafe absaß. Heute ist er geläutert. Müller bereut und bekennt: "Die Gier hat mich größenwahnsinnig gemacht."

      • Martin Schneider (Ex-Bundesligaprofi)

      Über 350 Bundesligaspiele stand der Fußballprofi für den 1. FC Nürnberg oder Borussia Mönchengladbach auf dem Platz, hatte sich in der 13 Jahre langen Karriere eine scheinbar sichere Existenz aufgebaut. Doch Martin Schneider verlor eine Million Euro, weil er in marode Immobilienfonds und in Aktien, die es nicht gab, investierte. Sein Finanzberater, der später verhaftet wurde, hatte ihn betrogen. Ein Einzelfall? Offensichtlich nicht. Viele Fußballprofis sind trotz Millionengehältern überschuldet, sagen Experten.

      • Anja Kohl (ARD-Börsenexpertin)

      Viele Sparer sind zur Zeit ratlos: Wie soll man sein Geld anlegen, wenn die Zinsen an einem historischen Tiefpunkt sind? Gibt es Anlagealternativen zu Sparbuch und Festgeld, die ähnliche Sicherheit, aber eine bessere Rendite bieten? Lohnt jetzt noch der Aktienkauf angesichts der Höchststände an den Börsen? Oder soll man am besten doch in eine Immobilie investieren? Die ARD-Börsenexpertin weiß zumindest eines: "Anlagen immer streuen". Dieser Rat gelte immer.

      • Ute Waffenschmidt (ZDF-Reporterin)

      "30 Milliarden Euro im Jahr verlieren deutsche Anleger durch falsche Beratung", sagt die preisgekrönte ZDF-"Zoom"-Reporterin. "Und jeder kann zum Opfer werden." Ute Waffenschmidt traf Bankkunden, die aufgrund schlechter Berater ihr ganzes Hab und Gut verloren. Sie schickte anonyme Testkunden los und ließ deren Erfahrungen durch Verbraucherzentralen auswerten. Das Ergebnis der Stichproben war ernüchternd: die meisten Banken verkauften bevorzugt provisionsträchtige Produkte.

      • Bernd Schröder (Ex-Finanzberater)

      Der frühere Finanzberater der Postbank spricht von ungeheurem Druck, Umsatz zu machen. "Man lebt ja nur von der Provision", berichtet Bernd Schröder. "Man kann im Grunde auf keinen grünen Zweig kommen, wenn man Kunden fair und sinnvoll beraten will - ihm also nur das verkauft, was er wirklich braucht", resümiert der 61-Jährige, der seinen Job bei der Postbank verlor, weil er zu wenig Umsatz machte.

      • Hannelore Hauptmann (Tochter eines Anlageopfers)

      Eine Werbeanzeige der Postbank, die 5% Jahreszins auf Tagesgeld versprach, wurde ihrem 94jährigen Vater zum Verhängnis. Der alte Herr ließ seine gesamten Ersparnisse, einen sechsstelligen Betrag, überweisen. Was er nicht wusste, wie er sagt, die Kundenberater legten das Geld in teilweise riskante Fonds an. "Mein Vater wurde übers Ohr gehauen", sagt Hannelore Hauptmann. Ein Drittel des Geldes sei nun weg.

      Sandra Maischberger begrüßt jede Woche Gäste, deren Engagement, Themen und persönliche Schicksale die Moderatorin ins Zentrum ihrer Sendung stellt: kritisch und anteilnehmend, unaufdringlich, aber unnachgiebig.

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