• 10.10.2010
      00:15 Uhr
      Deutsche Kolonien (1/3) Vom Entdecker zum Eroberer | PHOENIX
       

      Die dreiteilige Reihe erzählt die Vorgeschichte, den Verlauf und die bis heute weit reichenden Folgen von 35 Jahren deutscher Kolonialgeschichte anhand bewegender Ereignisse und Einzelschicksale.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 10.10.10
      00:15 - 01:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die dreiteilige Reihe erzählt die Vorgeschichte, den Verlauf und die bis heute weit reichenden Folgen von 35 Jahren deutscher Kolonialgeschichte anhand bewegender Ereignisse und Einzelschicksale.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Gisela Graichen
      Peter Prestel

      Accra, Hauptstadt Ghanas, 38 Grad im Schatten und 97 Prozent Luftfeuchtigkeit. So stellt man sich "das Grab des weißen Mannes" vor, ein fieberverseuchtes Gebiet, das von den Seefahrern des 17. Jahrhunderts so gefürchtet wurde.

      Im Geländewagen geht es entlang der Küste Richtung Westen. Palmen, weiße Strände, türkisfarbenes Meer, das ist die legendäre "Goldküste". Ihren Namen bekam sie in jenen Tagen, als europäische Entdecker und Eroberer auf der Suche nach Gold, Elfenbein und Sklaven zum ersten Mal ihre Hände nach dem Reichtum Afrikas ausstreckten. Kautschuk-Plantagen am Wegesrand zeigen, dass der Kontinent für die weißen Herren später noch mehr zu bieten hatte.

      Auf dem Weg zu einem vergessenen Zeugnis des deutschen Kolonialismus: Etwas zugewuchert, aber immer noch mächtig, überragt ein grau-schwarzes Bauwerk die tropische Landschaft: die Großfriedrichsburg, gegründet von der Expeditionsflotte des Großen Kurfürsten 1683. Friedrich Wilhelm I. wollte sein marodes Kurfürstentum Brandenburg, den Vorläufer des späteren Königreichs Preußen, mit dem kolonialen Abenteuer sanieren. Es ging ihm nicht um Entdeckungen oder das Erforschen fremder Kulturen, es ging einzig um Macht und Geld. Schmutziges Geld, das hauptsächlich mit Sklavenhandel verdient wurde. In der Burg entdeckt das Filmteam das alte Verlies, in dem man die "menschliche Ware" zusammenpferchte, bevor sie auf die Schiffe für die Karibik verladen wurde. Schätzungen sprechen von insgesamt zwölf Millionen Afrikanern, die von den Weißen aus ihrer Heimat verschleppt wurden - eines der grausamsten Kapitel der europäischen Geschichte.

      Missionare und Entdecker hatten den Kolonisatoren den Weg geebnet. Sie waren die ersten, die sich in das Innere des bislang unerforschten Kontinents vorwagten. Heinrich Barth, Gerhard Rohlfs, Gustav Nachtigal wurden durch ihre Afrikareisen zu Pionieren der Geographie und zu Leitfiguren der erstarkenden Kolonialbewegung.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 10.10.10
      00:15 - 01:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.12.2018