• 11.11.2014
      22:00 Uhr
      Münchner Runde Der Pflege-Aufschrei: Was tun gegen die Not? | BR Fernsehen
       

      Die Pflege von alten und bedürftigen Menschen gerät in eine immer größere Schieflage. Es fehlt an Fachpersonal in den Heimen und an Unterstützung der Angehörigen für eine Pflege zu Hause. Darüber diskutiert Sigmund Gottlieb mit seinen Gästen:

      • Ilse Biberti, Autorin: Hilfe, meine Eltern sind alt!
      • Hermann Imhof, Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, CSU
      • Heribert Prantl, Mitglied der SZ-Chefredaktion
      • Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste

      Dienstag, 11.11.14
      22:00 - 22:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Die Pflege von alten und bedürftigen Menschen gerät in eine immer größere Schieflage. Es fehlt an Fachpersonal in den Heimen und an Unterstützung der Angehörigen für eine Pflege zu Hause. Darüber diskutiert Sigmund Gottlieb mit seinen Gästen:

      • Ilse Biberti, Autorin: Hilfe, meine Eltern sind alt!
      • Hermann Imhof, Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, CSU
      • Heribert Prantl, Mitglied der SZ-Chefredaktion
      • Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste

       

      Die Pflege von alten und bedürftigen Menschen gerät in eine immer größere Schieflage. Es fehlt an Fachpersonal in den Heimen und an Unterstützung der Angehörigen für eine Pflege zu Hause. Die Situation der Pflegebedürftigen ist in vielen Heimen alarmierend.

      Eine neue Verfassungsklage fordert jetzt ein "pflegerisches Existenzminimum" - obwohl die Regierung gerade erst eine Pflegereform verabschiedet hat: Der Staat sei zu "umgehender Abhilfe" verpflichtet. Hat die Politik bei der Pflege versagt?

      Darüber diskutiert Sigmund Gottlieb mit seinen Gästen:

      • Ilse Biberti, Autorin: Hilfe, meine Eltern sind alt!

      Sie wünscht sich "ein autonomes Leben und einen gesegneten Tod, BEVOR ich ein Pflegefall werde". Und aus der Pflegeerfahrung mit ihren Eltern weiß sie auch warum: "Ich habe für Hausbesuche beim Arzt gebettelt, oft auch vergebens. Fachärzte kommen gar nicht erst. Mobile Pflegedienste müssen mehr Zeit für die Dokumentation verwenden als für den zu Pflegenden." Ihr Fazit: "Ökonomie vor Menschlichkeit. Ich bin verzweifelt." (Interview mit Münchner Runde, 11.11.14)

      • Hermann Imhof, Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, CSU

      "Die Aussicht auf Erfolg dieser Klage ist sehr umstritten." Dennoch bewege es ihn, "dass die Antragsteller Politik und Öffentlichkeit offensichtlich mit diesem Schritt aufrütteln, bewusst machen wollen, dass die Uhr auf nahe 12 steht". Dennoch würde er nicht von "Pflegenotstand", sondern von "Pflege am Limit" sprechen wollen. Sein Appell: "Pflege muss uns allen mehr wert sein." Außerdem sei eine "leistungsgerechtere Bezahlung" der Pflegekräfte notwendig. (Interview mit Münchner Runde, 11.11.14)

      • Heribert Prantl, Mitglied der SZ-Chefredaktion

      "Pflegenotstand ist eine fast noch beschönigende Beschreibung. Die Zustände sind vielerorts katastrophal." Die Beschlüsse der Politik "reichen hinten und vorne nicht. Sie werden die Nöte, sie werden den Notstand nicht abstellen. Es handelt sich um Basteleien." Darum sei die Klage "ein berechtigter und notwendiger Aufschrei, ein Hilfeschrei". Sie betrete zwar "Neuland, da sie ein Handeln des Gesetzgebers fordert". Aber es ginge "um die Menschenwürde und die Grundrechte von Menschen, die sich selber nicht mehr helfen können". (Interview mit Münchner Runde, 11.11.14)

      • Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste

      Er stellt fest: "Natürlich lassen sich Probleme - Personal-, Geld- und Zeitnot - in der Pflege nicht verleugnen. Notstand ist für mich aber die falsche Bezeichnung." Und: "Generalisierungen und Pauschalisierungen" träte er "immer mit einer gewissen Vorsicht entgegen". Er vermutet, "dass es sich bei der Klage eher um ein durchaus medienwirksames politisches Signal handelt". Dennoch warnt er vor "Billigpflege" und fordert "stabile Bedingungen für die Pflegenden". Dazu gehöre auch "eine angemessene Bezahlung". (Interview mit Münchner Runde, 11.11.14)

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