• 15.05.2022
      13:15 Uhr
      Christian Stückl und seine Passion in Oberammergau Das Erste
       

      Für die einen ist er ein „Bühnenschreck“, ein „Theaterviech“, ein „Besessener“, für die anderen ein empathischer „Kümmerer“, der anpackt wo es nötig ist. Christian Stückl polarisiert. Seit 30 Jahren inszeniert er in seinem Heimatort Oberammergau die Passionsspiele, seit knapp 20 Jahren ist er Intendant des Münchner Volkstheaters.

      Sonntag, 15.05.22
      13:15 - 14:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Für die einen ist er ein „Bühnenschreck“, ein „Theaterviech“, ein „Besessener“, für die anderen ein empathischer „Kümmerer“, der anpackt wo es nötig ist. Christian Stückl polarisiert. Seit 30 Jahren inszeniert er in seinem Heimatort Oberammergau die Passionsspiele, seit knapp 20 Jahren ist er Intendant des Münchner Volkstheaters.

       

      Für die einen ist er ein „Bühnenschreck“, ein „Theaterviech“, ein „Besessener“, für die anderen ein empathischer „Kümmerer“, der anpackt wo es nötig ist. Christian Stückl polarisiert. Seit 30 Jahren inszeniert er in seinem Heimatort Oberammergau die Passionsspiele, seit knapp 20 Jahren ist er Intendant des Münchner Volkstheaters.

      Geboren 1961 in Oberammergau, macht Christian Stückl zunächst eine Lehre als Holzbildhauer. Dann wendet er sich dem Theater zu, macht schnell Karriere. Er inszeniert an allen wichtigen Bühnen Deutschlands, in Wien, bei den Salzburger Festspielen. Bekommt Preise für „gelungene Integrationsarbeit“, für Zivilcourage und sein "langjähriges Engagement gegen Antisemitismus“. Dabei ist er immer hin- und hergerissen zwischen Stadt und Land. Er pendelt jeden Tag von München in seine Heimat, denn am wohlsten fühlt er sich in Oberammergau. Hier leben seine Eltern und seine engsten Freunde. Und seit 2015 auch sein „Ziehsohn“.

      Denn September 2015 wird für Christian ein Wendepunkt. Als viele tausend Flüchtlinge nach Europa kommen, stellt er sich die Frage nach der eigenen Verantwortung. Auch in Oberammergau werden Geflüchtete untergebracht. Christian lernt den unbegleiteten Minderjährigen Raouf aus Afghanistan kennen. Aus einer flüchtigen Begegnung wächst eine Freundschaft und in Christian eine Fürsorgepflicht. Schule, eine eigene Wohnung, Lehrstelle - Stückl unterstützt ihn, wo er kann. Heute gehört Raouf mit zur Familie. Durch ihn habe er gelernt, dass es mehr gebe als nur das Theaterleben, sagt er heute. Er engagiert sich seither auch für andere geflüchtete Jugendliche in Oberammergau, sucht mit ihnen Ausbildungsplätze, hilft bei Behördengängen. Denn in der Zeit der Pandemie, in der auch Christians Leben in einem langsameren Takt ablief, und die Proben für die Passionsspiele in Oberammergau ins Stocken gerieten, merkt er einmal mehr, wie wichtig ihm heute das Thema Zugehörigkeit ist. Und: „dass die Integration aller, die in Oberammergau leben, jetzt passieren muss - nicht erst in 20 Jahren.“

      Film von Petra Wiegers

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      Sonntag, 15.05.22
      13:15 - 14:00 Uhr (45 Min.)
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