• 22.04.2013
      15:25 Uhr
      Begegnungen am Ende der Welt Dokumentarfilm USA 2007 (Encounters at the End of the World) | 3sat
       

      Werner Herzog reist auf Einladung der amerikanischen National Science Foundation in die Antarktis zur Forschungsstation McMurdo auf Ross Island. Er beobachtet die Wissenschafter, die in der Abgeschiedenheit des "ewigen Eises" wie in einem Mikrokosmos ihrer Arbeit nachgehen. Es sind besondere Menschen, so formuliert es einer der Forscher dort: "All die, die nicht fest auf der Erde verankert sind, fallen hier, am unteren Ende des Planeten, runter".

      Montag, 22.04.13
      15:25 - 16:55 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Werner Herzog reist auf Einladung der amerikanischen National Science Foundation in die Antarktis zur Forschungsstation McMurdo auf Ross Island. Er beobachtet die Wissenschafter, die in der Abgeschiedenheit des "ewigen Eises" wie in einem Mikrokosmos ihrer Arbeit nachgehen. Es sind besondere Menschen, so formuliert es einer der Forscher dort: "All die, die nicht fest auf der Erde verankert sind, fallen hier, am unteren Ende des Planeten, runter".

       

      Jeder in McMurdo ist auch Abenteurer und hat seine Anekdoten zu erzählen. Ob es die Forscherin ist, die bei einer Expedition in Afrika nur knapp dem Tode entkommen ist und später in Südamerika tagelang auf der Ladefläche eines Lkw in einem Abflussrohr ausharren musste. Oder der Pinguinforscher, der über den auch unter Pinguinen auftretenden Wahnsinn spricht. Und uns dann in einer der anrührendsten Szenen des Films einen Pinguin zeigt, der aus eigenem, unerforschlichem Ratschluss allein in die Eiswüste und damit in den sicheren Tod zieht. Und niemand kann ihn davon abhalten.

      "Encounters at the End of the World" ist voller Geschichten und bietet kleine und großen Entdeckungen. Werner Herzog beweist viel Gespür für Menschen und Landschaft. Er entführt den Zuschauer in eine andere Welt, macht ihn selbst zum Entdecker und Beobachter. Doch obwohl es Herzog vor allem um die Menschen geht, lässt ihn auch die Landschaft nicht los. Er führt uns an Orte, wie man sie so noch nie gesehen hat. Der Film fängt in poetischen Bildern die beeindruckende Schönheit der Landschaft am Ende der Welt ein, über und unter Wasser. Vor allem die bizarren Unterwasseraufnahmen, die tief unter dem ewigen Eis entstanden, lassen uns in eine fremde, unwirklich schöne, aber auch sehr unwirtliche Welt eintauchen. Die Welt unter dem "Dort-unten" wirkt wie ein fremder, karger Planet. Selbst die Taucher, die sich auf dieses Abenteuer weit ab von unserer Realität einlassen, steigen voller Ehrfurcht hinab in ihre "Kathedrale."

      Wie so oft in seinen sehr persönlich erzählten Dokumentarfilmen, spricht Werner Herzog auch in diesem Film den Kommentartext selbst. Der Film war 2009 für den Oscar nominiert.

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