• 07.03.2010
      06:45 Uhr
      Warum stranden Wale? (2/2) Eine Detektivgeschichte - THEMA: Meereswelten | phoenix
       

      Im zweiten Teil trifft Antonella Servidio die Neurobiologin Lori Marino in Atlanta, die die Gehirne von Walen untersucht.

      Sonntag, 07.03.10
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Im zweiten Teil trifft Antonella Servidio die Neurobiologin Lori Marino in Atlanta, die die Gehirne von Walen untersucht.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Volker Barth

      Sie hat festgestellt, wie ähnlich der Grundaufbau, wie spezialisiert jedoch andere Bereiche sind. Lori Marino macht anhand eines drastischen Beispiels aus Japan deutlich, dass Wale empfindlich auf Schallereignisse reagieren und schnell in Panik geraten können. Dort wird Schall für die Delfinjagd eingesetzt.

      Antonella reist weiter zu den San Juan Islands nahe der kanadischen Grenze. Walforscher Ken Balcomb erforscht seit 20 Jahren eine Gruppe von Orcas in einer Bucht nahe der Bangor U-Boot-Basis. Als eine Fregatte vor seiner Küste auf U-Boot-Jagd ging, zeichneten Kens Unterwassermikrofone den Sonarschall auf.

      Gleichzeitig filmte er, wie die Wale dem Schall zu entkommen versuchten. Er lieferte damit einen der ersten stichfesten Beweise, dass Wale deutlich auf die Sonare reagieren. Ken hat auch eine andere außergewöhnliche Strandung, diesmal von Schnabelwalen, auf den Bahamas dokumentiert. Damals wurden Blutgerinnsel in den Schädelregionen der verendeten Tiere gefunden. Der gleiche Befund liegt nun auch am veterinärmedizinischen Institut der Universität Gran Canaria vor.

      Der Leiter der dortigen Forschungsabteilung, Antonio Fernandez, entdeckte in den Kadavern gestrandeter Wale ebenfalls Blutgerinnsel im Schädel, außerdem Gasblasen in den Organen. Deutliche Hinweise dafür, dass die Tiere zu schnell aus großen Tiefen auftauchen, und sich umgehend die tödlichen Gasblasen im ganzen Körper bildeten. Wiederholt hat er im Blut der toten Wale auch feinste Fettpartikel gefunden, für die er jedoch keine Erklärung hat.

      Eine Erklärung findet Antonella bei Carmelo Militello, dem Leiter der Technischen Universität von Teneriffa. Er hat sich mit dem Unterkieferknochen der Schnabelwale beschäftigt, mit dem sie die Echos ihrer ausgesandten Ortungslaute wieder aufnehmen. Das Fazit: diese Knochen beginnen exakt bei der Frequenz des Sonars der Marine stark zu vibrieren. Er vermutet, dass diese unnatürliche Vibration zu Rissen in den Mikrostrukturen des umgebenden Gewebes und zum Eindringen von giftigen Fetten in den Blutkreislauf führen könnte. Antonellas Indizienkette schließt sich.

      Mit den gesammelten Beweisen konfrontiert sie Militär und Politiker. Doch vergebens. Am Ende des Films kann keiner der Verantwortlichen der Meeresbiologin Hoffnung machen, dass sich etwas zu Gunsten der Wale verändern ließe. So beschließt sie die Ergebnisse ihrer Recherche einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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      Sonntag, 07.03.10
      06:45 - 07:30 Uhr (45 Min.)
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      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.06.2019