• 17.12.2014
      04:30 Uhr
      Historische Ereignisse: "Gewaltfrieden" Gewaltfrieden - Die Legende vom Dolchstoß und der Vertrag von Versailles | phoenix
       

      Herbst 1918: Deutschland hat den Ersten Weltkrieg verloren. Der Frieden muss geschlossen werden, doch zu welchem Preis? Die Revolution bricht aus und der Kampf um die Macht beginnt. Basierend auf Originaldokumenten inszeniert Regisseur Bernd Fischerauer die bewegende Zeit zwischen Waffenstillstandsabkommen und Friedensvertrag als 2-teiliges Dokumentarspiel.

      • Darin die Dokumentationen: Gewaltfrieden - Die Legende vom Dolchstoß und der Vertrag von Versailles

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 17.12.14
      04:30 - 07:30 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

      Herbst 1918: Deutschland hat den Ersten Weltkrieg verloren. Der Frieden muss geschlossen werden, doch zu welchem Preis? Die Revolution bricht aus und der Kampf um die Macht beginnt. Basierend auf Originaldokumenten inszeniert Regisseur Bernd Fischerauer die bewegende Zeit zwischen Waffenstillstandsabkommen und Friedensvertrag als 2-teiliges Dokumentarspiel.

      • Darin die Dokumentationen: Gewaltfrieden - Die Legende vom Dolchstoß und der Vertrag von Versailles

       

      Herbst 1918: Deutschland hat den Ersten Weltkrieg verloren. Der Frieden muss geschlossen werden, doch zu welchem Preis? Die Revolution bricht aus und der Kampf um die Macht beginnt.
      Basierend auf Originaldokumenten inszeniert Regisseur Bernd Fischerauer die bewegende Zeit zwischen Waffenstillstandsabkommen und Friedensvertrag als 2-teiliges Dokumentarspiel. Vom Waffenstillstandsabkommen und dem Kieler Matrosenaufstand im November 1918 bis zur Ermordung der Marxisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Januar 1919 bis hin zur Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrags im Juni desselben Jahres.

      Darin die Dokumentationen (Filme von Bernd Fischerauer):

      • Gewaltfrieden (1/2) - Die Legende vom Dolchstoß und der Vertrag von Versailles

      Während der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger, nach Compiègne aufbricht, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln, revoltieren in Kiel die Matrosen. Sie tragen die Revolution nach Berlin und ins gesamte Reich. Der Kaiser wird zur Abdankung gezwungen, Erzberger muss auf Weisung Hindenburgs ein außergewöhnlich hartes Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen, das bereits Vorbote des harten Vertrages von Versailles ist. Der Matrose Wöllke beteiligt sich am Aufstand der Matrosen in Kiel.
      Später macht er sich auf nach Berlin zu seiner hungernden Familie und wird in die Straßenkämpfe von 1918/1919 verwickelt. Scheidemann und Liebknecht rufen am 9. November die Republik aus. Vor den Augen Erzbergers und des scharfsichtigen liberalen Beobachters Harry Graf Kessler entspinnen sich die Konflikte der Revolutionszeit zwischen Sozialdemokraten, Freikorps, den Räten und später den Spartakisten sowie den konservativen Eliten des Heeres und der Verwaltung.
      Die neuen sozialdemokratischen Machthaber um Reichspräsident Ebert und Reichswehrminister Noske schmieden eine Allianz mit den alten konservativen Kräften des Heeres, um die Revolution von links niederzuschlagen. Nach der Ermordung der Spartakisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg droht die junge Republik auseinanderzubrechen.

      • Gewaltfrieden (2/2) - Die Legende vom Dolchstoß und der Vertrag von Versailles, ca: 15.30

      Beginn des Jahres 1919: Der Kaiser ist gestürzt, die Alliierten drohen einzumarschieren, die Lage scheint aussichtslos. Doch die Streitfrage bleibt bestehen: Soll der Friedensvertrag der Siegermächte angenommen werden?

      Noske lässt Aufstände von links im ganzen Reich mit Gewalt niederschlagen - auch Wöllke fällt dieser brutalen Repression zum Opfer. Die Republik muss immer härtere Waffenstillstandsbedingungen akzeptieren. Doch die schwerste Probe kommt am 7. Mai, als die Alliierten einen Friedensvertrag vorlegen, den Politiker aller Lager empört ablehnen. "Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt", ruft Ministerpräsident Scheidemann der Nationalversammlung zu.
      Die alliierten Truppen stehen am Rhein, zur Annahme des Vertrages bleibt nicht viel Zeit. Die Verhandlungen zwischen Alliierten und der deutschen Regierung in den Monaten Mai und Juni verlaufen hoch dramatisch. Der französische Marschall Foch rückt nicht von den Vertragsforderungen ab und setzt ein Ultimatum. Mehrmals droht eine deutsche Ablehnung, die Besetzung und Zerschlagung des Deutschen Reichs scheint unausweichlich.

      Alle Lager eint die empörte Ablehnung jener "Schmachparagraphen", die alle Schuld für den Krieg dem Deutschen Reich aufbürden und die Auslieferung des deutschen Kaisers verlangen. Dokumente, die diese Schuld belegen, werden vom deutschen Kabinett schließlich zurückgehalten.

      Während Hauptprotagonist Matthias Erzberger, der Erniedrigte von Compiègne und gemäßigte Militärs wie Groener dennoch für die Annahme eintreten, wollen die Generäle um Lüttwitz und Reinhardt lieber kämpfend untergehen. Doch das Reich hat niemanden mehr, der kämpfen könnte. Unter der Last des Konflikts tritt das Kabinett Scheidemann zurück, die Alliierten stellen ein Ultimatum von 24 Stunden. Als am 28. Juni 1919 die deutsche Delegation im Spiegelsaal von Versailles den Vertrag unterzeichnet, ist das Narrativ vom "Schand- und Diktatfrieden" geboren und die Legende vom Dolchstoß und den "Novemberverbrechern" zementiert.
      Reaktionäre Militärs und Politiker wie Kapp, Pabst, Lüttwitz und Ludendorff rüsten zum Angriff auf die Republik, die sich den "alliierten Tyrannen" so schmachvoll gebeugt hat. Der scharfsinnigen Beobachter Harry Graf von Kessler bemerkt diese "Gewitterschwüle", die den sich anbahnenden Krieg von rechts gegen die Republik ankündigt und, wie man weiß, zu einer weiteren Katastrophe führen wird.

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      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 17.12.14
      04:30 - 07:30 Uhr (180 Min.)
      180 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 14.12.2019