• 21.02.2014
      17:15 Uhr
      Algier - Schön, schräg, schonungslos Film von Edith Lange | phoenix
       

      Algier, die Hauptstadt Algeriens wird auch die weiße Perle am Mittelmeer genannt. Prächtige Kolonialarchitektur, eine zum Weltkulturerbe gehörende Kasbah, bunte Märkte, quirliges Leben, arabisch-französische Bäckereien, Dauerstaus, Palmen, Strände, Öl- und Gasreichtum. All das ist Algier, die Hauptstadt des größten und reichsten Landes auf dem afrikanischen Kontinent, in der mittlerweile mehr als sechs Millionen Menschen leben.

      Freitag, 21.02.14
      17:15 - 17:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Algier, die Hauptstadt Algeriens wird auch die weiße Perle am Mittelmeer genannt. Prächtige Kolonialarchitektur, eine zum Weltkulturerbe gehörende Kasbah, bunte Märkte, quirliges Leben, arabisch-französische Bäckereien, Dauerstaus, Palmen, Strände, Öl- und Gasreichtum. All das ist Algier, die Hauptstadt des größten und reichsten Landes auf dem afrikanischen Kontinent, in der mittlerweile mehr als sechs Millionen Menschen leben.

       

      Algier explodiert, die Stadt ist voller Paradoxien und Widersprüche, voller Kopftuchträgerinnen und selbstbewusster Frauen. Das Land ist sehr reich, die meisten Bewohner Algiers sind arm, trotzdem fährt jeder und jede ein Auto. In Algerien gibt es die Pressefreiheit, obwohl eine autoritäre Elite das muslimische Land regiert, aber bis heute gibt es keinen Tourismus. Algerien hat gegen den politischen Islamismus gekämpft in einem jahrelangen Bürgerkrieg - erst gut 12 Jahre ist das her. Nach den Jahren des Terrors und der Gewalt geht es den Menschen heute in Algier um Stabilität, nicht um Revolte. Das sei der Grund, warum es während des arabischen Frühlings in Algier still blieb, sagen uns viele.

      Sie seien auf dem friedlichen Weg der permanenten Veränderung in eine algerische Demokratie, meint Amina Menia, eine der Künstlerinnen, die mit uns durch die Stadt ziehen. Auch Boualem Sansal treffen wir, Algeriens bekanntesten Schriftsteller. 2011 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, sein neuester Titel: "Allahs Narren - Wie der Islamismus die Welt erobern wird".

      Sansal sieht, anders als Amina Menia, in seinem Land einen Kulturkampf zwischen Islamisten und Demokraten. Und er erzählt uns von seiner besonderen Beziehung zu Albert Camus, der vor wenigen Monaten 100 Jahre alt geworden wäre. Beide sind im selben Stadtteil Algiers aufgewachsen - nicht weit entfernt von der Bucht, in der zur Zeit ein milliardenteures Bauprojekt in den Himmel wächst: Die drittgrößte Moschee der Welt entsteht in Algier. Gebaut wird sie nach den Entwürfen und unter der Leitung des deutschen Architekturbüros Jürgen Engel von chinesischen Arbeitern.

      Ein wahrhaft interkulturelles Projekt der Superlative. Wir treffen auch die Kritiker von El Watan Weekend, die sich in ihrer Zeitung mit Karikaturen über die Neue Moschee lustig machen. Sie sei das Prestigeprojekt des Präsidenten Boutefilika, sagen sie. Aber alle, die wir in Algier treffen, lieben ihre verrückte, paradoxe und warme Stadt.

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      Freitag, 21.02.14
      17:15 - 17:45 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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