• 05.01.2014
      08:15 Uhr
      Wie die Autobahn ins Rheinland kam Ein Film von Carsten Günther | phoenix
       

      "So werden die Straßen der Zukunft aussehen" - mit diesen Worten eröffnet Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer im August 1932 feierlich die "Kraftwagenstraße Köln-Bonn". Die 20 Kilometer lange Strecke, die heutige A 555, ist die erste Autobahn Deutschlands: kreuzungsfrei, vierspurig und nur für Automobile zugänglich. Über 5.000 "Notstandsarbeiter" hatten sie seit 1929 in Handarbeit gebaut, Bagger und Förderbänder waren verboten - die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hatte Vorrang vor einer schnellen Fertigstellung.

      Sonntag, 05.01.14
      08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "So werden die Straßen der Zukunft aussehen" - mit diesen Worten eröffnet Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer im August 1932 feierlich die "Kraftwagenstraße Köln-Bonn". Die 20 Kilometer lange Strecke, die heutige A 555, ist die erste Autobahn Deutschlands: kreuzungsfrei, vierspurig und nur für Automobile zugänglich. Über 5.000 "Notstandsarbeiter" hatten sie seit 1929 in Handarbeit gebaut, Bagger und Förderbänder waren verboten - die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hatte Vorrang vor einer schnellen Fertigstellung.

       

      Heute führen 2.200 Kilometer Autobahn durch Nordrhein-Westfalen, eine der Regionen mit der größten Autobahndichte Europas. Die Staumeldungen im Radio sind minutenlang, Staus ein fester Bestandteil des mobilen Lebens. Auch heute wird um jeden neuen Streckenabschnitt heftig gerungen - wie schon vor 80 Jahren, als sich der Rat der kleinen Gemeinde Urfeld beschwerte, dass sie über Gebühr belastet und der Nachbarort von den Bauarbeiten weitgehend verschont bliebe. Die Geschichte der A 555 erzählt beispielhaft die Entwicklung des Verkehrs in Nordrhein-Westfalen im Wandel der Zeiten, mit allen Folgen, die die neue Mobilität auf Land und Leute hatte. Und nicht zuletzt räumt die Dokumentation auch mit der Legende auf, die Nationalsozialisten hätten die Autobahnen "erfunden" - die "Straßen der Zukunft" wurden schon lange zuvor von den Ingenieuren und Planern der 20er-Jahre ersonnen. Allerdings machten die braunen Machthaber sich das Konzept der schnellen und modernen "Kraftwagenstraße" rasch zunutze, und so entstanden in den 1930er-Jahren zahlreiche Strecken - begleitet von reichlicher Propaganda: Brettspiele zur "Reichsautobahn" und Autorennbahnen mit Blechwagen lagen auch hierzulande unterm Weihnachtsbaum.

      Die Dokumentation "Wie die Autobahn ins Rheinland kam" schildert anschaulich auch den Bauboom in den Nachkriegsjahren, als Fortschritts- und Technikgläubigkeit noch ungetrübt waren: 1969 forderte die SPD im Bundestagswahlkampf vehement: Mehr Autobahnen! Erst in den 70er-Jahren regte sich erster Widerstand gegen neue Fernstraßenprojekte. So wurde die geplante Teilstrecke der A31 von Bottrop bis nach Bad Neuenahr nie gebaut - die Proteste von Naturschützern waren erfolgreich. Und die autofreien Sonntage 1973 infolge der Ölkrise machten die Grenzen des technischen Fortschritts deutlich und eröffneten neue Perspektiven: Die Bilder von leeren Autobahnen sind unvergessen. Im Film kommen Befürworter wie Gegner zu Wort und beschreiben den Wandel von der ersten Faszination für das Automobil bis zur beginnenden Umweltschutzbewegung und dem drohenden Verkehrsinfarkt der Gegenwart.

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      Sonntag, 05.01.14
      08:15 - 09:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

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