• 28.05.2013
      22:40 Uhr
      Ein Reisender - Marcel Ophüls Dokumentarfilm Frankreich 2012 | arte
       

      Der 1927 in Frankfurt geborene Filmemacher Marcel Ophüls machte sich seit den 60er Jahren vor allem als Dokumentarfilmer einen Namen. 1994 realisierte er mit "The Troubles We've Seen - Die Geschichte der Kriegsberichterstattung" seinen letzten Film. Nun hat der Oscar-Preisträger (1989 für "Hôtel Terminus: Zeit und Leben des Klaus Barbie") mit "Ein Reisender" seine filmischen Memoiren vorgelegt.

      Dienstag, 28.05.13
      22:40 - 00:25 Uhr (105 Min.)
      105 Min.
      Stereo HD-TV

      Der 1927 in Frankfurt geborene Filmemacher Marcel Ophüls machte sich seit den 60er Jahren vor allem als Dokumentarfilmer einen Namen. 1994 realisierte er mit "The Troubles We've Seen - Die Geschichte der Kriegsberichterstattung" seinen letzten Film. Nun hat der Oscar-Preisträger (1989 für "Hôtel Terminus: Zeit und Leben des Klaus Barbie") mit "Ein Reisender" seine filmischen Memoiren vorgelegt.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Marcel Ophüls
      Vincent Jaglin

      17 Jahre nach seinem letzten Film (dem legendären "The Troubles We've Seen - Die Geschichte der Kriegsberichterstattung") meldet sich Marcel Ophüls zurück.

      Der einflussreiche Regisseur meidet öffentliche Auftritte und gilt als schwierig im Umgang. Doch nun erzählt er Geschichten aus seinem Leben. Von vielen Filmemachern wünscht man sich die Verfilmung ihrer Memoiren, so auch von ihm, denn das Leben von Marcel Ophüls ist auch jenseits der Leinwand ausgesprochen vielseitig.

      Der Dokumentarfilm wirft einen fröhlichen und gleichzeitig bitteren Blick auf das 20. Jahrhundert und die Filmgeschichte. Dem Sohn des großen Max Ophüls fällt es nicht schwer, Bewunderung zu zeigen. In seinen Filmen geht es um Geschichte ("Hôtel Terminus: Zeit und Leben des Klaus Barbie", 1988), um Krieg ("Das Haus nebenan - Chronik einer französischen Stadt im Kriege", 1969), um den Nordirland-Konflikt ("A Sense of Loss", 1972) und um die Justiz ("Nicht schuldig?", 1976), aber auch um Charakterlosigkeit, Niederlagen und Betrug.

      Der Meisterregisseur erzählt von seinen Inspirationsquellen, von der Schönheit der Berge, der Anmut Venedigs, von den Erinnerungen an den deutschen Teil seiner Kindheit, vom Charisma seiner Mutter und seiner Frau Régine und den schier unerschöpflichen Anregungen durch bedeutende Künstler wie Bertolt Brecht, Ernst Lubitsch, Otto Preminger, Woody Allen oder seinen Freund François Truffaut.

      Alle großen Filmemacher haben einen reichen Schatz an Erinnerungen. Doch wenn sie in ihren Memoiren nur von sich selbst sprechen, sollten sie es lieber sein lassen, meint Marcel Ophüls. Das Porträt "Der Reisende" ist wie ein Laden voller individueller und kollektiver Erinnerungen. Das Kino fungiert als Bindeglied zwischen der Geschichte und seinem Leben. Mit der Eleganz eines Mannes, der bereits mehrere Leben gelebt hat, zieht Marcel Ophüls in seinem Film alle Register, von der Farce bis hin zum tiefen Gefühl.

      Der Dokumentarfilm steht 2013 bei den Filmfestspielen in Cannes in der Auswahl der "Quinzaine des Réalisateurs".

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