• 14.05.2013
      20:15 Uhr
      Saubere Energie Das falsche Versprechen | arte
       

      In Europa plant die Politik die große Energiewende: Bis zum Jahr 2050 sollen die Stromanbieter ihren Strom ohne den Ausstoß von CO2 produzieren. Doch sind die Maßnahmen, mit denen dieses hehre Ziel erreicht werden soll, überhaupt wirksam? Die Dokumentation analysiert unterschiedliche Fördermaßnahmen für angeblich saubere Energien und zeigt die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik auf, die die Hoffnungen von umweltbewussten Verbrauchern eher zunichtemachen.

      Dienstag, 14.05.13
      20:15 - 21:05 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Stereo HD-TV

      In Europa plant die Politik die große Energiewende: Bis zum Jahr 2050 sollen die Stromanbieter ihren Strom ohne den Ausstoß von CO2 produzieren. Doch sind die Maßnahmen, mit denen dieses hehre Ziel erreicht werden soll, überhaupt wirksam? Die Dokumentation analysiert unterschiedliche Fördermaßnahmen für angeblich saubere Energien und zeigt die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Politik auf, die die Hoffnungen von umweltbewussten Verbrauchern eher zunichtemachen.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Steffen Weber,Reinhard Hornung

      Für sauberen Strom aus der Steckdose zahlt der Verbraucher gerne etwas mehr. Und Europa plant aus angeblicher Sorge vor den Folgen des Klimawandels die große Energiewende. Danach sollen die Stromanbieter bis zum Jahr 2050 ihren CO2-Ausstoß nahezu auf null herunterfahren. Doch was steckt wirklich hinter den schönen Versprechen von sauberer Energie?

      Geworben wird vor allem mit der Kraft aus Wind und Sonne. Dabei deckt sie gerade einmal ein Prozent der europäischen Energieversorgung ab. In Wahrheit setzen Politik und Industrie vor allem auf Biomasse. Mit Steuergeldern hat die EU einen milliardenschweren Markt aufgebaut. Aber für Energiepflanzen werden selbst wertvolle CO2-Speicher wie Moore vernichtet. Und die Flächen für den Nahrungsmittelanbau werden knapp. Das löst weltweit eine Kettenreaktion aus. Durch den Hunger nach Energiepflanzen werden in Brasilien und Indonesien Regenwälder abgeholzt. Doch die EU nimmt die Industrie in Schutz.

      Und um den Nachschub mit angeblich sauberer Energie sicherzustellen, werden die Versprechen immer abstruser. In Zukunft sollen auch schmutzige Kohlekraftwerke grünen Strom liefern. Der Rohstoff wird einfach durch Holz ersetzt, und klimaschädliche Abgase werden unter die Erde gepumpt. Diese fragwürdige Technologie führt zu einer Renaissance der Kohle. Sie kommt zunehmend aus Kolumbien - mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Denn beim Kohleabbau gelangt das Treibhausgas Methan ungehindert in die Atmosphäre und zerstört das Klima.
      Die Dokumentation deckt die Verstrickungen zwischen Wirtschaft und Politik auf und zeigt, wie auf Kosten des Verbrauchers die europäische Klimabilanz sauber gerechnet wird.

      Ein Film von Steffen Weber und Reinhard Hornung.

      Themenabend: Das Geschäft mit dem Klima

      Seit Jahren zählt die Rettung des Klimas zu den großen Zielen der internationalen Politik. Zahlreiche Schlagworte wie "klimaneutral", "nachhaltig" oder "umweltgerecht" sind zwar in den allgemeinen Wortschatz übergegangen, aber die Realitäten haben sich kaum geändert. Der CO2-Ausstoß ist 40 Prozent höher als im Referenzjahr 1990. Landwirtschaftlich genutzte Flächen dienen immer mehr dem Anbau von Pflanzen zur Biogasherstellung statt zur Lebensmittelproduktion. Und der Hunger in der Welt wächst weiter. Der Themenabend entlarvt die leeren Versprechen der Politik und benennt diejenigen, die mit undurchsichtigem Zertifikatehandel und fragwürdigen Technologien Profit machen.

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