• 13.05.2013
      22:00 Uhr
      Perserkatzen kennt doch keiner Spielfilm Iran 2009 (Kasi az gorbehaye irani khabar nadareh) | arte
       

      Negar und Ashkan sind es leid, sich in ihrem Land nicht frei ausdrücken zu können. Nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis beschließen die beiden jungen Musiker eine eigene Indie-Rockband aufzubauen und mit ihr den Iran zu verlassen. Ihr Ziel ist zunächst London, wo sie eingeladen wurden, ein Konzert zu spielen. Doch dazu brauchen sie erst einmal Pässe und Visa und außerdem weitere Bandmitglieder, die bereit sind, das teils illegale und nicht ganz ungefährliche Abenteuer mit ihnen zu bestreiten. Bahman Ghobadis Film gewährt einen ungewöhnlichen Einblick in das junge Teheran und seine Underground-Rockszene.

      Montag, 13.05.13
      22:00 - 23:45 Uhr (105 Min.)
      105 Min.
      Stereo HD-TV

      Negar und Ashkan sind es leid, sich in ihrem Land nicht frei ausdrücken zu können. Nach ihrer Freilassung aus dem Gefängnis beschließen die beiden jungen Musiker eine eigene Indie-Rockband aufzubauen und mit ihr den Iran zu verlassen. Ihr Ziel ist zunächst London, wo sie eingeladen wurden, ein Konzert zu spielen. Doch dazu brauchen sie erst einmal Pässe und Visa und außerdem weitere Bandmitglieder, die bereit sind, das teils illegale und nicht ganz ungefährliche Abenteuer mit ihnen zu bestreiten. Bahman Ghobadis Film gewährt einen ungewöhnlichen Einblick in das junge Teheran und seine Underground-Rockszene.

       

      Sie wollen einfach nur Musik machen - doch was für uns selbstverständlich erscheint, ist im Iran, der Heimat von Negar und Ashkan, fast unmöglich: Rapper, Metal-, Indie- und Bluesrocker müssen sich in den Untergrund zurückziehen, um das zu tun, was sie lieben. Denn Rockmusik ist im Iran verboten und leidet unter den Vorurteilen der konservativen, älteren Generation. Immer auf der Hut vor der Polizei, versteckt vor den Nachbarn, bedacht darauf sich nicht erwischen zu lassen, verlegen die illegalen Bands ihre Proben an die ungewöhnlichsten Orte: in Kuhställe, dunkle Keller, auf Dächer oder einfach mitten aufs Feld. Negar und Ashkan sind es jedoch leid, sich verstecken zu müssen und sich in ihrem Land nicht frei ausdrücken zu dürfen.

      Obwohl die zwei jungen Musiker gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurden, planen sie, den Iran zu verlassen und in Europa ihr Glück zu versuchen. Sie haben die Gelegenheit bei einem Konzert in London zu spielen. Doch dazu müssen sie sich erst einmal gültige Pässe und Visa beschaffen und brauchen außerdem weitere Bandmitglieder. Der gewiefte Nader will den beiden helfen und versucht ihnen über Kontakte und gegen Bezahlung illegale Pässe zu beschaffen und sie mit iranischen Underground-Musikern bekanntzumachen. Doch Negar und Ashkan haben es gar nicht so leicht, die jungen Künstler trotz ihrer Ambitionen davon zu überzeugen, mit nach Europa zu kommen. Als ihre Band endlich komplett ist, fehlen immer noch die Einreisedokumente. Doch von Nader gibt es schon seit Tagen kein Lebenszeichen mehr.

      Der 1969 im Iran geborene Bahman Ghobadi kann ohne weiteres als Pionier des kurdischen Kinos bezeichnet werden. Dokumentarfilmen brachte er sich zunächst selbst bei, bevor er ab 1993 das Filmemachen in Teheran studierte. Einen ersten Durchbruch hatte er mit "Zeit der trunkenen Pferde" (2000), der der erste kurdische Film im Iran war. Während Bahman Ghobadi damit international Aufsehen erregte und zu einem Filmfestival nach dem anderen eingeladen wurde, sind seine Filme in seinem Heimatland jedoch weiterhin kaum gesehen und größtenteils unbekannt. Seinen halbdokumentarischen Spielfilm "Perserkatzen kennt doch keiner" drehten er und sein Team ohne offizielle Erlaubnis und unter eingeschränkten Bedingungen in Teheran. Seit dem Erscheinen des Films musste Bahman Ghobadi den Iran verlassen. "Perserkatzen kennt doch keiner" feierte 2009 auf den Filmfestspielen von Cannes seine Premiere und erhielt den Spezialpreis der Jury.

      Negar Shaghaghi und Ashkan Koushanejad, die sich im Film selber spielen, leben mittlerweile in London, wo sie ihre Leidenschaft für Indie-Rock mit ihrer Band "Take It Easy Hospital" frei ausleben können. Sie wollten mit dem Film der älteren Generation und ihren Familien zeigen, dass Indie-Rock und westliche Musik im Allgemeinen eine positive Kraft besitzt und nicht im Konflikt mit der heimatlichen Tradition und Religion stehen muss.

      Die iranisch-amerikanische Koautorin Roxana Saberi wurde im April 2009 als angebliche amerikanische Spionin in Teheran zu acht Jahren Haft verurteilt. Infolge internationaler Proteste wurde ihre Haftstrafe erst verkürzt, schließlich zur Bewährung ausgesetzt und Saberi wieder freigelassen.

      Mehr Informationen im Internet ab dem 8. Mai auf: www.arte.tv/cannes
      Vom 15. bis zum 26. Mai präsentiert das "ARTE Journal" täglich eine Reportage zum Festival von Cannes. Parallel dazu werden weitere Beiträge (durch Bonusmaterial ergänzt) online gestellt wie ein Live-Blog, Filmausschnitte und Trailer.

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