• 14.09.2018
      21:45 Uhr
      Eine andere Mode ist möglich Dokumentation Frankreich 2016 | arte Mediathek
       

      Am 24. April 2013 stürzt in Bangladesch das Rana Plaza ein und verschüttet über 3.000 Arbeiterinnen. Das schreckliche Ereignis gilt als Nine-Eleven der Modebranche. Hinter alledem steht das Konzept der "Fast Fashion", mit dem große Modemarken ab den 90er Jahren darauf aufbauten, so billig wie möglich in sehr armen Ländern zu produzieren. Die Modebranche produziert pro Jahr 80 Milliarden Kleidungsstücke und liegt damit auch in Sachen Umweltverschmutzung auf Platz zwei - direkt nach der Erdölindustrie. Angesichts dieser dramatischen Situation fordern internationale Fashion-Aktivisten eine neue Mode mit ethischen Grundsätzen.

      Freitag, 14.09.18
      21:45 - 22:40 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Am 24. April 2013 stürzt in Bangladesch das Rana Plaza ein und verschüttet über 3.000 Arbeiterinnen. Das schreckliche Ereignis gilt als Nine-Eleven der Modebranche. Hinter alledem steht das Konzept der "Fast Fashion", mit dem große Modemarken ab den 90er Jahren darauf aufbauten, so billig wie möglich in sehr armen Ländern zu produzieren. Die Modebranche produziert pro Jahr 80 Milliarden Kleidungsstücke und liegt damit auch in Sachen Umweltverschmutzung auf Platz zwei - direkt nach der Erdölindustrie. Angesichts dieser dramatischen Situation fordern internationale Fashion-Aktivisten eine neue Mode mit ethischen Grundsätzen.

       

      Die Modeindustrie erlebt heute eine Sinnkrise von historischem Ausmaß. Die Globalisierung machte aus der einstigen Traumbranche, die vor noch nicht allzu langer Zeit für handwerkliche Meisterleistungen, Kreativität und Avantgarde stand, ein menschenverachtendes Geschäft.

      Die Zeiten, in denen Modeschöpfer wie Azzedine Alaïa, Margiela oder Jean Paul Gaultier als Stars gefeiert wurden, sind vorbei. Heute haben Luxusimperien das Sagen; die Designer sind bestenfalls Anpassungsvariablen bei Börsennotierungen. Die Zeichen stehen auf "Fast Fashion". Ihre Schattenseiten heißen: Burnout, Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Dritten Welt.

      Am 24. April 2013 kamen 1.134 Textilarbeiter bei einem Gebäudeeinsturz in Sabhar, in Bangladesch, ums Leben, mehr als 2.500 wurden verletzt. Die von der Tragödie ausgelöste Betroffenheit und Empörung brachte in New York, Tel Aviv, Amsterdam und Paris eine neue Generation von "Fashion Activists" hervor, die für eine Mode mit ethischen Grundsätzen und menschlichem Antlitz kämpfen. Die einen setzten auf die Rückkehr zum traditionellen Handwerk mit dem Webstuhl, andere auf Spitzentechnologien wie den 3D-Drucker.

      Die Dokumentation lässt einige dieser Designer, Vordenker und Macher zu Wort kommen, so die internationale Trendforscherin Li Edelkoort, die Modeschöpferin Iris van Herpen, die Designerinnen Anaïs Dautais Warmel, Pascale Gatzen und Samia Ziadi sowie die Unternehmer Sébastien Kopp und Daniel Harris.

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