• 15.06.2018
      17:40 Uhr
      Inseln der Zukunft El Hierro - Visionäre am Ende der Welt | arte Mediathek
       

      Im Altertum nannte man die kleine Kanareninsel El Hierro das Ende der Welt. Elektrizität kam erst vor 50 Jahren auf die Insel. Heute hingegen ist El Hierro zum Vorbild in Sachen Energie geworden. Die Insel hat geschafft, wovon andere Regionen träumen: Sie erzeugt ihren Strom komplett aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie.

      Freitag, 15.06.18
      17:40 - 18:30 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Im Altertum nannte man die kleine Kanareninsel El Hierro das Ende der Welt. Elektrizität kam erst vor 50 Jahren auf die Insel. Heute hingegen ist El Hierro zum Vorbild in Sachen Energie geworden. Die Insel hat geschafft, wovon andere Regionen träumen: Sie erzeugt ihren Strom komplett aus Wind-, Wasser- und Sonnenenergie.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Michael R. Gärtner

      El Hierro galt früher als das Ende der Welt. Die kleinste und westlichste der Kanarischen Inseln ist auch eine der kargsten. Sie ist so abgelegen, dass kein Stromkabel dorthin führt. Stattdessen war die Insel auf Strom aus einem schmutzigen Dieselkraftwerk angewiesen. Das war schlecht für das Klima und zudem teuer. Mitte der 90er hatte der Ingenieur Javier Morales eine Idee, die aus dem verschlafenen Eiland einen einzigartigen Ort macht: El Hierro ist die erste Insel auf der Welt, die ihren Strom komplett mit Windkraft erzeugt. Das funktioniert auch, wenn der Wind nicht weht. Denn El Hierro hat es geschafft, die Energie für Tage der Flaute zu speichern. Javier Morales hat die Bewohner El Hierros überzeugt, die Regierung der Kanaren für seine Pläne gewonnen und die notwendigen Gelder aufgetrieben.

      Am Ende bekam El Hierro nicht nur leistungsstarke Windgeneratoren, sondern auch ein Pumpspeicherkraftwerk: Überschüssige Windenergie wird genutzt, um Wasser hoch in den Krater eines erloschenen Vulkans zu pumpen. Weht kein Wind, fließt das Wasser die Vulkanhänge hinunter und erzeugt dabei Strom in einem Wasserkraftwerk. Der Ökostrom reicht auch noch für eine Meerwasserentsalzungsanlage, ohne die das Leben auf der Insel nicht möglich wäre. El Hierro ist zu einem Versuchslabor für die größeren Kanarischen Inseln geworden.

      Der Film erzählt aber nicht nur die spannende Geschichte eines Visionärs, sondern zeigt auch die atemberaubende Landschaft El Hierros mit ihren kargen Vulkanen, Europas letzten Lorbeerwäldern und steil abfallenden Küsten.

      Die Dokumentationsreihe erzählt die Geschichten außergewöhnlicher Inseln. Seit Jahrhunderten haben deren Bewohner den Naturgewalten getrotzt. Jetzt wollen sie die Kraft der Wellen, des Windes und der Sonne für eine bessere Zukunft nutzen. Bauern, Fischer, Geschäftsleute, Ingenieure und Wissenschaftler haben die Herausforderung angenommen, ihre Energieversorgung ohne Öl, Kohle, Gas oder Atom sicherzustellen.

      Die Bewohner auf der dänischen Insel Samsø, der Kanareninsel El Hierro, auf Madeira, Island und auf den schottischen Orkneys haben Wege in die Zukunft gefunden, ohne die atemberaubende Natur ihrer Heimat aufzugeben. Die fünfteilige Dokumentationsreihe stellt faszinierende Projekte in Sachen Energie vor. Sie beweist, dass der Schutz des Klimas und der Umwelt keine Frage von mehr oder weniger Sonne, von Norden oder Süden, von Reich oder Arm ist, sondern dass es auf Visionen, Erfindungsreichtum und einen langen Atem ankommt.

      Dokumentationsreihe Deutschland 2015

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.06.2018