• 21.05.2018
      20:15 Uhr
      Inside Llewyn Davis Spielfilm USA 2013 - Thema: Cannes 2018 | arte
       

      New York, im Winter 1961: Es ist die Zeit unmittelbar vor der Ära Bob Dylans. Der erfolglose Folksänger Llewyn Davis kämpft verzweifelt um sein künstlerisches und finanzielles Überleben. Wie ein abgehalfterter Odysseus mäandert er mit Katze, aber ohne Mantel, durch seine zerbröselnde Existenz. "Inside Llewyn Davis" zeichnet detailgenau, witzig und skurril eine Momentaufnahme der New Yorker Folkszene jener Zeit, welche die Regisseure Joel und Ethan Coen in ihrer hintersinnigen Tragikomödie aufleben lassen - mit einem Helden, dem nur eine Zutat zum Erfolg fehlt: Glück.

      Montag, 21.05.18
      20:15 - 21:55 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      Stereo HD-TV

      New York, im Winter 1961: Es ist die Zeit unmittelbar vor der Ära Bob Dylans. Der erfolglose Folksänger Llewyn Davis kämpft verzweifelt um sein künstlerisches und finanzielles Überleben. Wie ein abgehalfterter Odysseus mäandert er mit Katze, aber ohne Mantel, durch seine zerbröselnde Existenz. "Inside Llewyn Davis" zeichnet detailgenau, witzig und skurril eine Momentaufnahme der New Yorker Folkszene jener Zeit, welche die Regisseure Joel und Ethan Coen in ihrer hintersinnigen Tragikomödie aufleben lassen - mit einem Helden, dem nur eine Zutat zum Erfolg fehlt: Glück.

       

      Ein Tiefschlag nach dem anderen: Völlig abgebrannt und ohne einen Platz zum Schlafen hat der Musiker Llewyn Davis im New Yorker Winter 1961 nichts zu lachen. In der Musikszene von Greenwich Village vor Bob Dylan ist Llewyn ein sperriger Individualist, der für eine Folkmusik lebt, von der er selbst leider nicht leben kann. Also schnorrt er sich ohne Mantel und eigene Wohnung bei Freunden und Bekannten durch, für deren Gästecouch er auch schon mal seine Selbstachtung strapaziert.

      Als durch seine Nachlässigkeit die Katze eines seiner Gastgeber entwischt, beginnt für den glücklosen Llewyn auf der Suche nach Job und Katze eine Odyssee durch das winterliche New York. Zu allem Übel hat er auch noch die scharfzüngige Jean, Duopartnerin und Frau seines besten Freundes Jim, geschwängert und muss nun für eine heimliche Abtreibung bezahlen.

      Verzweifelt nimmt Llewyn eine Mitfahrgelegenheit nach Chicago an, um dem legendären Bud Grossman in dessen Club vorzuspielen und so dem großen Durchbruch näherzukommen. Doch schon die Fahrt nach Chicago an der Seite des exzentrischen Jazzmusikers Roland Turner und dessen maulfaulen Fahrers Johnny Five wird zu einem Abenteuertrip, der denen der Helden seiner Folksongs in keiner Hinsicht nachsteht.

      Die Coen-Brüder überlassen dem Zuschauer die Aufgabe zu verstehen, was sich in Llewyn Davis' Innerem verbirgt: sicherlich eine bedingungslose Liebe und Treue für seine Folkmusik. Reicht das aber im Leben?

      Nach "The Big Lebowski" (1998) und "O Brother, Where Art Thou?" (2000) erzählen die Coen-Brüder weiter Geschichten von komplexen und erfolglosen Individuen - und das mit Humor und exzellentem Soundtrack. "Inside Llewyn Davis" wurde 2014 bei den Oscars für die beste Kamera und den besten Ton nominiert, bei den Golden Globes für den besten Film, den besten Hauptdarsteller und den besten Song. In Cannes gewannen die Coen-Brüder 2013 mit "Inside Llewyn Davis" den großen Preis der Jury.

      • Cannes 2018

      Einer der Höhepunkte des ARTE-Schwerpunkts zum Filmfestival in Cannes ist dieses Jahr Woody Allens "Blue Jasmine" als Hommage an Cate Blanchett, die diesjährige Jury-Präsidentin, die für ihre darstellerische Leistung mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. "Blue Jasmine" ist nie in Cannes gelaufen, aber alle anderen Filme des Programmschwerpunkts, allen voran "The Wind That Shakes the Barley", Ken Loachs fiktionale Aufarbeitung des Nordirlandkonflikts, der 2006 die Goldene Palme erhielt. Unter den Regisseuren der anderen Filme sind solche, die die Palme schon bekommen haben, wie die Dardenne-Brüder, die sie sogar zweifach erhalten haben und von denen ARTE "Der Junge mit dem Fahrrad" zeigt, aber auch solche, die sie seit langem verdienen, wie die japanische Regisseurin Naomi Kawase. ARTE zeigt ihren Film "Kirschblüten und rote Bohnen", der auch in Deutschland einen beachteten Kinostart hatte und in dem ihre kinematographische Handschrift eine leichtere, zeitweise humoristische Form gefunden hat. Hervorzuheben ist auch Laszlo Nemes' "Son of Saul", der in seiner formalen Radikalität eine Antwort wagt auf die Frage, wie man Auschwitz filmen kann. Jim Jarmuschs "Only Lovers Left Alive", Paolo Sorrentinos "La Grande Bellezza - Die große Schönheit", "Inside Llewyn Davis" von den Coen Bros. sind große Namen der Auswahl - weniger bekannt, oder kaum, der Debütfilm "Der Schamane und die Schlange", eine hypnotische Reise durch den Amazonas-Dschungel auf den Spuren von Forschern der Kolonialzeit und eine Infragestellung des "Point of view" des ethnographischen Films seit dem Beginn seiner Existenz. Eine Schatzsuche besonderer Art - unter einfachen Leuten im Bukarest von heute - unternimmt Corneliu Porumboiu mit "Der Schatz". Und "Mustang", das Debüt von Deniz Gamze Ergüven, das für den Oscar für den besten fremdsprachigen Film nominiert war, ist die türkische Antwort auf Sofia Coppolas "The Virgin Suicides - Verlorene Jugend".

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      20:15 - 21:55 Uhr (100 Min.)
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