• 22.05.2018
      20:15 Uhr
      1968 - Die globale Revolte "Die Welle" (1965-1969) | arte
       

      1968 - ein Jahr, das sich als Synonym für die größte globale Jugendprotestbewegung des 20. Jahrhunderts in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Ob in San Francisco, Tokio, Paris, Prag, São Paulo, Algier, Berlin oder London - überall auf der Welt protestierten junge Menschen gegen festgefahrene gesellschaftliche Strukturen und Unterdrückung.

      Dienstag, 22.05.18
      20:15 - 21:50 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

      1968 - ein Jahr, das sich als Synonym für die größte globale Jugendprotestbewegung des 20. Jahrhunderts in das kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Ob in San Francisco, Tokio, Paris, Prag, São Paulo, Algier, Berlin oder London - überall auf der Welt protestierten junge Menschen gegen festgefahrene gesellschaftliche Strukturen und Unterdrückung.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Don Kent

      Die zweiteilige Dokumentation beginnt mit einem Blick in die wirtschaftlich boomende, gesellschaftlich aber erstarrte US-amerikanische Gesellschaft der 60er Jahre und spürt der keimenden Unzufriedenheit in Teilen der Jugend nach. An der University of Berkeley in Kalifornien finden die Spannungen zuerst eine Form: Hier wird der Grundstein für die amerikanischen Antikriegsbewegung, das Free Speech and Civil Rights Movement, gelegt.
      Während der Krieg in Vietnam an Fahrt und gleichzeitig an Kritikern gewinnt, unterdrückt die Militärdiktatur in Brasilien die linke Opposition. In Westeuropa und Japan formieren sich lokale Studentenbewegungen, die die traditionellen Lehr- und Machtinstrumente boykottieren und auf der Suche nach alternativen linken Gesellschaftsmodellen sind. Deutsche Studenten lehnen sich gegen alte NS-Kader an den Spitzen ihrer Universitäten auf. Allerorts kommt es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen mit den staatlichen Autoritäten.
      Die flächendeckende Berichterstattung über die Grausamkeiten des Vietnamkriegs macht die USA zur Zielscheibe einer kritischen linken Jugend weltweit, die sich in Protesten organisiert und die Welt mit ihren Slogans und Protestsongs überflutet.
      Während in Europa die Studentenproteste und Streiks ihre zahlenmäßigen Höhepunkte erreichen, läuten dramatische Ereignisse anderorts die Kehrtwende ein: Die Morde an Martin Luther King und Bobby Kennedy, die blutig niedergeschlagenen Proteste vor den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko mit über 500 Toten, der sich zuspitzende Vietnamkrieg oder die sogenannte Attacke auf Tokio, bei der Studenten den größten Bahnhof der Welt besetzen, zeigen die zunehmenden gewalttätige Eskalation der Proteste.

      Das Bild vom Planeten Erde, das die "Apollo 8" im Dezember 1968 aus dem Weltraum aufzeichnet, täuscht: Der vermeintlich friedliche Planet ist in fundamentalem Aufruhr.

      Schwerpunkt: Mai 68

      Mai 68, ein Monat, ein Jahr, eine Zeitenwende? Ein Aufbegehren der Jugend gegen die Gesellschaft, gegen die Elterngeneration und deren Normen, gegen die Zwänge und Vorgaben von Autoritäten, die von den Nachgeborenen als entleert, obsolet und überholt angesehen wurden. Freiheit und Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, das Recht auf Glück und Befriedigung, gerechtere Verteilung von Gütern und Chancen, die Überwindung von Abhängigkeiten und Ausbeutung, all das und noch viel mehr waren als Forderung formulierte Leitmotive derer, die im Frühjahr 68 zu Hunderttausenden durch die Metropolen in Europa und Amerika zogen, um tiefgreifende Veränderungen zu fordern. Die Diskussion darüber, ob die sogenannte 68er-Bewegung einen nachhaltigen Aufbruch zu neuen, offeneren und demokratischeren Gesellschaften in weiten Teilen der Welt markierte, ist auch 50 Jahre später noch nicht verstummt. Es scheint, als halte sich die Jugend heute lieber raus. ARTE fragt: Wo ist die Protestgeneration 2018? Außerdem spürt ARTE mit der zweiteiligen Dokumentation "1968 - Eine neue Welt?" von Don Kent den vielfältigen Wurzeln dessen nach, was den öffentlichkeitswirksamen Aufbruch der diversen 68er-Strömungen im Verborgenen vorbereitete. Die dreiteilige Reihe "1968mm" begibt sich anhand einer Fülle privater 8-Millimeter-Filme auf Spurensuche, um die gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüche jenes Frühjahrs zu dokumentieren.
      In dem Film "Eine deutsche Jugend" wirft der französische Filmemacher Jean-Gabriel Périot einen dokumentarischen Blick auf den eskalierenden Konflikt zwischen dem westdeutschen Staat und der RAF, der zugleich ein Krieg der Bilder war. Ein Krieg, der nicht nur in den Medien, sondern auch in der umtriebigen Filmszene dieser Zeit gesellschaftspolitischer und kultureller Neuorientierung hitzig diskutiert und kommentiert wurde.

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