• 19.03.2018
      22:05 Uhr
      Dieses obskure Objekt der Begierde Spielfilm Frankreich / Spanien 1977 - Thema: Liebe Lust! | arte
       

      Am Bahnhof von Sevilla übergießt Mathieu, ein vornehmer älterer Franzose, eine junge Spanierin mit einem Eimer Wasser. Auf der Fahrt nach Paris verlangt die merkwürdig zusammengewürfelte Gesellschaft Mitreisender eine Erklärung für die nasse Attacke. Mathieu erzählt von seiner unerfüllten Leidenschaft zu Conchita, die als Hausmädchen zu ihm gekommen war und deren Schönheit ihm gleich den Kopf verdrehte. Obwohl er sie mit Liebe und Geld überschüttete, verweigerte sie sich ihm mit aller Kraft, betrog ihn, quälte ihn - doch er kam nicht von ihr los.

      Montag, 19.03.18
      22:05 - 23:45 Uhr (100 Min.)
      100 Min.
      VPS 22:00
      Stereo HD-TV

      Am Bahnhof von Sevilla übergießt Mathieu, ein vornehmer älterer Franzose, eine junge Spanierin mit einem Eimer Wasser. Auf der Fahrt nach Paris verlangt die merkwürdig zusammengewürfelte Gesellschaft Mitreisender eine Erklärung für die nasse Attacke. Mathieu erzählt von seiner unerfüllten Leidenschaft zu Conchita, die als Hausmädchen zu ihm gekommen war und deren Schönheit ihm gleich den Kopf verdrehte. Obwohl er sie mit Liebe und Geld überschüttete, verweigerte sie sich ihm mit aller Kraft, betrog ihn, quälte ihn - doch er kam nicht von ihr los.

       

      In einem noblen Erste-Klasse-Abteil des Zuges von Sevilla nach Paris schüttet ein, wie es scheint, sehr vornehmer Herr einen Eimer Wasser über eine Frau. Monsieur Mathieu erzählt im Folgenden seinen Mitreisenden, wie es dazu kam - ein höchst merkwürdiges Abenteuer.

      Es begann zu einer Zeit, da Europa und die Welt von einer Welle terroristischer Anschläge heimgesucht wurden. Mathieu, verwitwet und zurückhaltend, bemerkt sofort das neue Dienstmädchen, Conchita, die am Morgen bei ihm eingestellt wurde und sich sehr ungeschickt anstellt. Mathieu macht ihr den Hof und ist sehr erstaunt, sie damit aufzuscheuchen und zu vertreiben.

      Per Zufall sieht er Conchita dann wieder, in Lausanne, Paris, offenbar sehr verschlossen und rein, denn sie widersetzt sich weiterhin seinen Annäherungen. Dennoch lädt Mathieu sie zu sich ein, allerdings ohne Erfolg in seinen amourösen Absichten: Die Schöne entzieht sich stets seiner Begierde und teilt sein Bett nur unter der Bedingung, dass er sich an ihre Regeln hält. Als er sie in ihrem Zimmer mit einem jungen Spanier erwischt, schickt er sie fort. Doch er kann das Objekt seiner Lust nicht vergessen.

      In Sevilla findet Mathieu Conchita wieder, als halbnackte Tänzerin für japanische Touristen. Seine Leidenschaft wird auch dort nicht erwidert, selbst nachdem er ihren Forderungen nachgibt und ihr eine schöne Villa zur Verfügung stellt. Im Gegenteil, Conchita macht sich über ihn lustig, provoziert ihn, wie er findet, auf diabolische Art und Weise. Mathieu weiß sich nicht mehr zu helfen. Am liebsten würde er sie töten.

      "Dieses obskure Objekt der Begierde" war Buñuels letzter allegorischer Film, in dem er noch einmal seiner Abneigung gegen die Bourgeoisie visuell und mit surrealistischem Witz überzeugend Ausdruck verlieh. Die Reise im Zug, mit einer bunt gemischten Gesellschaft, die sich in dieser Weise nur in der Fantasie, nie aber in Wirklichkeit in einem Abteil zusammenfinden würde, wird zur Metapher für das dekadente Leben des Protagonisten. Mit der Leichtigkeit eines alten Mannes, der sich seiner Schwächen und Stärken ebenso bewusst ist wie seines Amüsements über die Realität, verleiht Buñuel seinem Film eine absurde Komik und ironische Distanz, die selbst vor gröberen Effekten nicht zurückschreckt, sie aber mit spöttischem Grinsen präsentiert.

      ARTE wendet sich den schönen Dingen des Lebens zu. Anlässlich der dritten Folge der Doku-Reihe "Kinogeschichten" mit dem Titel "Sexgeschichten" zeigt ARTE einschlägige Spielfilme zum Thema: Louis Malles "Verhängnis", Luis Buñuels "Dieses obskure Objekt der Begierde", Almodóvars "High Heels - Die Waffen einer Frau", Julio Medems "Lucía und der Sex", den Sci-Fi-Erotikfilm "Barbarella", die TV-Serie "Ich liebe euch!" und den Dokumentarfilm "Pin-up - Ein Sexsymbol nimmt Rache".

      In der dritten Ausgabe von "Kinogeschichten" spricht Frédéric Bonnaud mit Paul Verhoeven, Bernardo Bertolucci, Catherine Breillat, Bertrand Bonello, Alain Guiraudie und Bertrand Blier über die Darstellung von Sex auf der Leinwand. Die Dokumentation bietet den Anlass für den Programmschwerpunkt "Liebe Lust!" mit "Sexgeschichten", die für die große Leinwand konzipiert wurden: In "Verhängnis" von Louis Malle (1992) beginnt ein Vater eine Affäre mit der Verlobten seines Sohnes. Miranda Richardson wurde für ihre Rolle als verzweifelte Ehefrau und Mutter 1993 mit dem britischen Filmpreis BAFTA als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet; Juliette Binoche brachte die Darstellung der unnahbaren Geliebten ihre vierte Nominierung für den französischen César ein.

      Auch "Dieses obskure Objekt der Begierde" (1977) von Luis Buñuel setzt eine von Widersprüchen bestimmte Beziehung in Szene. Hier widerspricht die Liebe allerdings nicht den bürgerlichen Moralvorstellungen, vielmehr stößt der Liebhaber auf Ablehnung durch seine Geliebte.

      "High Heels - Die Waffen einer Frau" (1991) von Pedro Almodóvar ist die Geschichte eines Mutter-Tochter-Konflikts, da es beide auf den gleichen Mann abgesehen haben. Der Film wurde bei den Césars als bester ausländischer Film ausgezeichnet.

      In "Lucía und der Sex" von Julio Medem (2001) reist eine Frau ihrem verschwundenen Liebhaber auf eine Insel nach - ein sinnliches Rätselspiel beginnt.

      "Liebe Lust!" ist Anlass, wieder einmal "Barbarella" mit der sexy Jane Fonda auszustrahlen. In geheimer Mission wird Barbarella in einer fernen Zukunft auf einen fremden Planeten entsandt, wo sie zahlreiche sexuelle Abenteuer erlebt.

      Mit der Erstausstrahlung von "Ich liebe euch!" zeigt ARTE eine dreiteilige TV-Serie, in der ein schwules Paar gemeinsam mit einer lesbischen Freundin ein Kind zeugen will.

      Die Dokumentation "Pin-up - Ein Sex-Symbol nimmt Rache" erforscht die Geschichte eines idealisierten Frauenkörpers, der von Männern erfunden und dann von Frauen auf neue Weise für sich in Anspruch genommen wurde. Ist das Pin-up eine feministische Ikone geworden?

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      Montag, 19.03.18
      22:05 - 23:45 Uhr (100 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.11.2018