• 20.02.2018
      20:15 Uhr
      Hinter dem Altar Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche | arte
       

      Als Papst Franziskus 2013 sein Amt antrat, stand die Bewältigung der Missbrauchsskandale, die die katholische Kirche tief erschüttert hatten, und die Vermeidung solch krimineller Taten in den eigenen Reihen weit oben auf der Agenda. Mit Franziskus verbanden viele Gläubige und Überlebende die Hoffnung, dass er mit dem Unwesen weiter aufräumen und Transparenz herstellen würde. Doch der investigative Journalist und Historiker John Dickie zieht nach vier Jahren Amtszeit eine ernüchternde Bilanz und fragt nach den Gründen für die schleppende Umsetzung der Null-Toleranz-Politik in Sachen Pädophilie.

      Dienstag, 20.02.18
      20:15 - 21:40 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

      Als Papst Franziskus 2013 sein Amt antrat, stand die Bewältigung der Missbrauchsskandale, die die katholische Kirche tief erschüttert hatten, und die Vermeidung solch krimineller Taten in den eigenen Reihen weit oben auf der Agenda. Mit Franziskus verbanden viele Gläubige und Überlebende die Hoffnung, dass er mit dem Unwesen weiter aufräumen und Transparenz herstellen würde. Doch der investigative Journalist und Historiker John Dickie zieht nach vier Jahren Amtszeit eine ernüchternde Bilanz und fragt nach den Gründen für die schleppende Umsetzung der Null-Toleranz-Politik in Sachen Pädophilie.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Jesus Garces Lambert

      Bevor Papst Franziskus sein Amt antrat, war die katholische Kirche von zahlreichen Pädophilieskandalen in den eigenen Reihen erschüttert worden. Mit dem neuen Papst verbanden viele Gläubige und Opfer die Hoffnung, dass er mit dem Unwesen aufräumen und Transparenz herstellen würde. "Null Toleranz" hatte bereits das Versprechen von Papst Benedikt XVI. diesbezüglich gelautet.

      Doch der britische Journalist und Historiker John Dickie zieht nach vier Jahren eine ernüchternde Bilanz und fragt nach den Gründen für die schleppende Umsetzung der angekündigten Null-Toleranz-Politik in Sachen Pädophilie. Die Skandale um Kindesmissbrauch gehören zu den schwärzesten Kapiteln der Heiligen Römischen Kirche. Alleine in den vergangenen zehn Jahren wurden zahlreiche Fälle öffentlich. Eine Diözese in den USA musste wegen hoher Entschädigungszahlungen Insolvenz anmelden.

      Papst Franziskus schien die härtere Gangart gegen das Verbrechen, die bereits Papst Benedikt eingeläutet hatte, konsequent durchsetzen zu wollen. Doch in John Dickies Investigation "Hinter dem Altar" zeigt sich, dass die Krise noch nicht bewältigt ist: Immer noch verbleiben Täter im kirchlichen Amt, Missbrauchsfälle werden trotz des Versprechens auf Transparenz als Geheimsache behandelt, Bischöfe sind nicht verpflichtet, die sexuellen Vergehen ihrer Priester der Polizei zu melden. Einige finden sogar in religiösen Einrichtungen in Entwicklungsländern Schutz vor juristischer Verfolgung, wo sie darüber hinaus wieder Zugang zu Kindern haben.

      "Hinter dem Altar" ergründet, was den Bewältigungsprozess, den Papst Franziskus versprochen hat, behindert. Der Film reist von Italien und Frankreich in die USA und ins Heimatland des Papstes, nach Argentinien. Er schaut zurück auf die Amtszeiten der letzten Päpste, trifft Experten und fragt, ob Kindesmissbrauch nicht tiefer im System der Kirche verwurzelt ist, als zu befürchten war. Er lässt aber vor allem Überlebende zu Wort kommen, die häufig erst nach Jahrzehnten überhaupt in der Lage waren, über das zu sprechen, was ihnen als Kind angetan wurde - und was ihr weiteres Leben tiefgreifend geprägt hat.

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