• 06.04.2021
      20:15 Uhr
      America First - Bilanz einer Amtszeit (1/3) Europa muss zahlen | arte
       

      Am 20. Januar 2021 erklärt Joe Biden bei seiner Vereidigung zum 46. Präsidenten der USA: "Die ganze Welt schaut heute auf uns. Deshalb richte ich diese Worte an die Menschen jenseits unserer Grenzen: Amerika wurde auf die Probe gestellt und ist gestärkt daraus hervorgegangen. Wir werden die Beziehungen zu unseren Verbündeten erneuern und uns der Welt wieder öffnen." Wie kam es soweit? Der Dreiteiler blickt hinter die Kulissen des Weißen Hauses und lässt die wichtigsten Berater von Donald Trump und Politiker aus aller Welt zu Wort kommen, um die kritischsten Momente in Trumps "America First"-Außenpolitik zu beleuchten.

      Dienstag, 06.04.21
      20:15 - 21:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Am 20. Januar 2021 erklärt Joe Biden bei seiner Vereidigung zum 46. Präsidenten der USA: "Die ganze Welt schaut heute auf uns. Deshalb richte ich diese Worte an die Menschen jenseits unserer Grenzen: Amerika wurde auf die Probe gestellt und ist gestärkt daraus hervorgegangen. Wir werden die Beziehungen zu unseren Verbündeten erneuern und uns der Welt wieder öffnen." Wie kam es soweit? Der Dreiteiler blickt hinter die Kulissen des Weißen Hauses und lässt die wichtigsten Berater von Donald Trump und Politiker aus aller Welt zu Wort kommen, um die kritischsten Momente in Trumps "America First"-Außenpolitik zu beleuchten.

       

      Seit seinem Einzug ins Weiße Haus 2017 verfolgt der neu gewählte Präsident sein "America First"-Programm und scheut dabei keine Konflikte mit alten US-Verbündeten. Allein durch seinen Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen und seine Nähe zu Wladimir Putin bricht Trump mit dem Status quo. Er geht sogar so weit, die wichtigste aller US-amerikanischen Allianzen zu gefährden. Jeremy Hunt, damals britischer Außenminister, erklärt: "Die NATO hat wahrscheinlich die größte Krise ihrer Geschichte durchgemacht." In Interviews mit beteiligten Schlüsselpersonen zeichnet diese Folge detailliert Diskussionen nach und fasst noch einmal die wichtigsten Momente zusammen, in denen der ehemalige US-Präsident seine Amtskollegen schockierte. Der ehemalige französische Präsident François Hollande beschreibt sein erstes Telefonat mit Trump im Weißen Haus wie folgt: "Der Präsident hat mir nicht gesagt, dass er vorhatte, die NATO zu verlassen. Was er sagte, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: 'Wir wollen nicht mehr für euch zahlen, das amerikanische Geld ist für die Amerikaner da, und die Europäer sollen selbst für ihre Sicherheit zahlen.'" Theresa May, erste Regierungschefin, die Trump im Weißen Haus empfing, fällt aus allen Wolken, als der Präsident während des gemeinsamen Lunchs vor seinem Team ausrastet, als er erfährt, dass ihm ein Anruf von Putin nicht weitergeleitet wurde. Bei den ersten NATO- und G7-Gipfeln lässt Trump keinen Zweifel daran, dass er nur nach seinen eigenen Regeln spielt. Angela Merkel erklärt daraufhin: "Wir Europäer müssen unser Schicksal in unsere eigene Hand nehmen." Anlässlich der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli fährt Emmanuel Macron großes Geschütz auf, um Trump zu umgarnen. Dabei hatte sein Vorgänger Hollande bereits gewarnt: "Erwarte nichts von Donald Trump, denke nicht, dass es möglich ist, ihn zu umgehen oder zu umgarnen, glaube nicht, dass er sein Programm nicht durchziehen wird." Kurz nach seiner Rückkehr aus Paris trifft Trump seinen Verteidigungsminister James Mattis, der auf der Notwendigkeit von im Ausland stationierten US-Truppen beharrt. Der Präsident interessiert sich allerdings mehr für eine eigene Militärparade auf der Pennsylvania Avenue. Vor allem Trumps Beziehung zu Putin sorgt unter den G7-Staatschefs für Beunruhigung, insbesondere, als der US-Präsident vorschlägt, Russland wieder in die Gruppe aufzunehmen. Diese Beunruhigung dauert auch nach dem ersten persönlichen Treffen zwischen Trump und Putin in Helsinki an - jener berühmt-berüchtigten Pressekonferenz, auf der Trump zu verstehen gab, dass er Putin mehr vertraute als seinen eigenen Geheimdiensten.
       

      Nach einer der konfliktreichsten Präsidentschaften der US-Geschichte geben wichtige Berater von Donald Trump und Staatenlenker aus aller Welt exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Weißen Hauses und sprechen über die kritischsten Momente in Trumps Außenpolitik.Indem er die Regeln der Diplomatie missachtete, hat Donald Trump die Beziehungen zwischen den USA und dem Rest der Welt radikal verändert. Durch seine direkte, eigentümliche Art und seine Ignoranz gegenüber Abkommen aus der Vergangenheit hat er die Karten zwischenstaatlicher Partnerschaften in nur vier Jahren neu gemischt. Er hat den Status quo der Welt nach dem Kalten Krieg zerrüttet, den Nahen Osten destabilisiert und auf neue Weise mit asiatischen Ländern verhandelt. Beteiligte Persönlichkeiten sprechen über die Kernthemen, Krisenmomente und theatralischen Tiraden dieses außergewöhnlichen Mandats, dessen Außenpolitik auf dem Slogan "America First" beruhte. Seit mehreren Jahrzehnten hat sich das Team von Brook Lapping eine eigene erzählerische Handschrift angeeignet: Gestützt auf die Aussagen wichtiger Akteure und Wegbegleiter - Politiker, Berater, enge Mitarbeiter - wirft diese dreiteilige Dokumentation einen unverstellten Blick hinter die Kulissen und beleuchtet den Hergang bedeutender politischer Entscheidungen. Mit demselben Ansatz hat sich das Team darangemacht, neue Einblicke in die Präsidentschaft von Donald Trump zu gewinnen und zu verstehen, wie Trump die US-Außenpolitik von Grund auf änderte und die diplomatischen Gepflogenheiten Washingtons umkrempelte.Trumps Präsidentschaft war geprägt von chaotischen Entscheidungen, die anschließend über Twitter angekündigt wurden. Im Dreiteiler kommen Menschen zu Wort, die die Folgen von solchen Entscheidungen ausbaden mussten, aber auch Politikerinnen und Politiker, die zum Spielball von Trumps aggressiver und enthemmter Politik wurden. Sie alle erzählen, wie Trump sein Land genauso führte wie sein Geschäftsimperium, wie er dabei oft in die Offensive ging, um die besten Deals auszuhandeln und wie er zuweilen eine eher traditionell-informelle Diplomatie pflegte.

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