• 23.09.2020
      20:15 Uhr
      Gundermann Spielfilm Deutschland 2018 - 30 Jahre Wiedervereinigung | arte Mediathek
       

      Er war ein Spitzel, der bespitzelt wurde. Eine Erkenntnis, die den Liedermacher Gerhard "Gundi" Gundermann in der Nachwendezeit hart trifft. Lange hatte sich der Sänger seine Stasi-Tätigkeit als IM ab 1976 in seiner ostdeutschen Heimatstadt Hoyerswerda selbst schöngeredet. Verdrängt, wie viele Informationen und Details er gesammelt und an seinen Führungsoffizier weitergegeben hat. Doch nun holt ihn seine Vergangenheit ein. Er muss sich seiner eigenen Schuld stellen und der Frage warum.

      Mittwoch, 23.09.20
      20:15 - 22:15 Uhr (120 Min.)
      120 Min.

      Er war ein Spitzel, der bespitzelt wurde. Eine Erkenntnis, die den Liedermacher Gerhard "Gundi" Gundermann in der Nachwendezeit hart trifft. Lange hatte sich der Sänger seine Stasi-Tätigkeit als IM ab 1976 in seiner ostdeutschen Heimatstadt Hoyerswerda selbst schöngeredet. Verdrängt, wie viele Informationen und Details er gesammelt und an seinen Führungsoffizier weitergegeben hat. Doch nun holt ihn seine Vergangenheit ein. Er muss sich seiner eigenen Schuld stellen und der Frage warum.

       

      "Wenn es denn Kommunismus als Weltanschauung nicht schon gäbe, hätte ich da auch ganz von selber draufkommen können." Mit diesen Worten bewirbt sich Gerhard "Gundi" Gundermann in den 70er Jahren bei der lokalen SED-Leitung in Hoyerswerda um Aufnahme in die Partei. Denn der Lieder schreibende Baggerfahrer ist überzeugt von den Idealen der DDR. Doch Gundermann, der etwas bewegen will, ist für das System, für das er brennt, zu unbequem, zu kritisch und mit seinen Liedern zu aufrührerisch. Schnell will die lokale Führung den Künstler "wegen unerwünschter eigener Meinung" wieder aus der SED ausschließen. Aber der protestiert, kämpft weiter für das, woran er glaubt, und das ist seine Heimat, sein Land.

      1976 lässt er sich sogar von einem Führungsoffizier des Ministeriums für Staatssicherheit als Inoffizieller Mitarbeiter anwerben, um der Sache zu dienen, wie er hofft. Erst Jahre später, nach dem Mauerfall und nachdem er bereits mit seiner Musik ein breiteres Publikum erreicht hat, holt ihn seine Stasi-Vergangenheit wieder ein. Dann muss sich der Idealist dem stellen, was er all die Jahre verdrängt hat, seiner eigenen Schuld.

      Denn seine Akte offenbart, dass seine Tätigkeit für die Stasi weit darüber hinausging, nur Missstände im Tagebau anzuprangern. Er hatte Details weitergegeben, private Briefe, sogar Fluchtpläne verraten. Er war ein Spitzel, der selbst bespitzelt wurde. Ein Erkenntnisprozess, der für den Sänger schwer ist. Bei dem er aber immer von seiner großen Liebe, seiner Frau Conny, unterstützt wird. Doch am Ende muss sich Gundermann die Wahrheit seines Tuns nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor seinen Fans eingestehen.

      Mit feinem Gespür, Zärtlichkeit und Humor wirft Regisseur Andreas Dresen in "Gundermann" einen Blick auf das Leben von Gerhard "Gundi" Gundermann, einem der prägenden Künstler der Nachwendezeit. Er starb 1998, mit gerade einmal 43 Jahren. Das Drehbuch stammt von Laila Stieler. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat. Anna Unterberger steht als seine Frau Conny Gundermann vor der Kamera. In weiteren Rollen sind unter anderem Axel Prahl, Thorsten Merten, Bjarne Mädel, Milan Peschel, Kathrin Angerer und Peter Sodann zu sehen.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Mittwoch, 23.09.20
      20:15 - 22:15 Uhr (120 Min.)
      120 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 25.09.2020